Arturia Augmented Series 2: Hybrides Sounddesign neu gedacht

25. April 2025

LYRA

Arturia Augmented Series 2: Hybrides Sounddesign neu gedacht

Arturias Augmented Series 2 meldet sich eindrucksvoll zurück und verschmilzt gesampelte akustische Instrumente mit moderner Synthese zu einer einzigen, morphbaren Spielwiese für Komponisten und Sounddesigner. Im offiziellen Walkthrough führt Matt von Arturia tief in die Architektur ein, wobei Augmented STRINGS als Beispiel für den neuen Dual-Layer-Workflow, Drag-and-Drop-Modulation und makrobasiertes Performance-Controlling dient. Wer wissen will, wie sich diese Hybrid-Engine für cineastische Texturen, sich entwickelnde Pads oder experimentelle Layerings schlägt, sollte dieses Video nicht verpassen. Wir beleuchten Workflow, Interface und klangliche Flexibilität – nüchtern, fundiert und mit einem Augenzwinkern.

Hybride DNA: Das Konzept der Augmented Series 2

Arturias Augmented Series 2 wird als hybrides Instrument vorgestellt, das darauf ausgelegt ist, die organische Tiefe gesampelter akustischer Klänge mit der Flexibilität und Tiefe moderner Synthese zu verschmelzen. Im Video steht Augmented STRINGS im Mittelpunkt, doch die Architektur zieht sich durch die gesamte Serie und ermöglicht es, zwischen expressiven, cineastischen und teils anderen klanglichen Welten zu morphen. Hier geht es nicht nur ums Stapeln von Samples auf Synths – vielmehr entsteht ein nahtloses Kontinuum zwischen beiden Welten, das hybride Texturen in Echtzeit spielbar macht.

Das Kerndesign des Instruments basiert auf vier Klangquellen, den sogenannten „Parts“, die in zwei Layer (A und B) organisiert sind. Jeder Part kann entweder von einem Multisampler oder einer Synth-Engine betrieben werden, wobei der Morph-Regler zur zentralen Achse für das Blenden und Entwickeln der Sounds wird. Diese Dual-Layer- und Multi-Part-Struktur ist das Herzstück der kompositorischen Tiefe der Augmented Series und lädt dazu ein, neue Klanggebiete jenseits klassischer Sample-Libraries oder Single-Engine-Synths zu erkunden.

The Augmented Series combines character-rich sampled acoustic instruments with cutting edge synthesis, morphing them into expressive…

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Interface im Fokus: Layer, Morphing und Makros

The Morph macro is what makes Augmented instruments truly special. It blends layers seamlessly and can also be mapped to control filter…

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Das neu gestaltete Interface setzt voll auf Direktheit und Hands-on-Kontrolle. Die Play View rückt beide Sound-Layer ins Zentrum und erlaubt es, Parts zu soloieren, stummschalten, per Drag-and-Drop umzukonfigurieren und sogar direkt aus der Oberfläche heraus zu randomisieren. Dieser Workflow orientiert sich klar an modernen Performance-Instrumenten und stellt Geschwindigkeit und Flexibilität über tief verschachtelte Menüs.

Im Zentrum der Oberfläche steht das Morph-Makro, mit dem sich Layer A und B für dramatische Soundentwicklungen ineinander überblenden lassen. Unterstützt wird dies durch drei weitere Makros – Color, Time und Motion – die jeweils Gruppen von Parametern für schnelle, ausdrucksstarke Eingriffe zugeordnet sind. Color formt den harmonischen Gehalt, Time beeinflusst das rhythmische Gefühl und Motion bringt Modulation und Bewegung ins Spiel, sodass sich Presets im Handumdrehen formen lassen.

Auch Effekt-Makros sind an Bord, mit dedizierten Reglern für die Effekte jedes Layers sowie globalem Delay und Reverb. Das Makro-System ist sowohl für Performances als auch für tiefgehende Editierung ausgelegt und erlaubt es, das Verhalten jedes Makros individuell auf die Engine abzustimmen. Ein workflowzentrierter Ansatz, der sowohl Preset-Surfer als auch Hands-on-Tüftler anspricht.

Workflow-Verbesserungen: Modulation, Effekte und Arpeggiator

Die Augmented Series 2 bringt zahlreiche Workflow-Verbesserungen mit, allen voran ein komplett visuelles Drag-and-Drop-Modulationssystem. Nutzer können Hüllkurven, LFOs, Makros und MIDI-Controls per Drag-and-Drop fast jedem Parameter zuweisen. Modulationstiefe ist sofort sichtbar und justierbar – komplexe Routings werden so auch für Modular-Neulinge zugänglich.

Das Effektrouting wurde für mehr Flexibilität überarbeitet. Jeder Layer verfügt über zwei Insert-Slots, während der Main-Output mit dediziertem Delay und Reverb aufwartet. Effekte lassen sich bypassen, solo schalten und modulieren. Ein neues Send-Routing ermöglicht es, Delay und Reverb mit dem trockenen Signal zu mischen – das erhält Dynamik und Klarheit. Der FX-Selector ist übersichtlicher geworden, mehr Parameter sind modulierbar und eröffnen neue kreative Möglichkeiten.

Der Arpeggiator ist nun ein echtes Kreativwerkzeug: Per-Step-Chance, Auto-Regeneration für sich entwickelnde Patterns und polymetrische Step-Längen über Velocity-, Gate-, Chance- und Chord-Lanes hinweg. Im Chord-Modus lassen sich vollständige Akkorde pro Step zuweisen – der Arpeggiator wird so zum Pseudo-Sequencer für generative Texturen und rhythmische Pulsationen. Diese Upgrades machen die Augmented Series 2 zu einem ernstzunehmenden Tool für Komposition und Live-Experiment.

From drag and drop modulation to streamlined effects routing, this version adds powerful yet essential features, enhancing the filter…

© Screenshot/Zitat: Arturiaofficial (YouTube)

Klangquellen: Sampler und Synth-Engines im Tandem

Flexibilität ist das zentrale Stichwort bei den Klangquellen. Jeder Part innerhalb eines Layers kann entweder ein Sampler sein – mit akribisch aufgenommenen akustischen Instrumenten und Vocals – oder eine von fünf Synth-Engines: analog, granular, harmonic, simpler und wavetable. So lassen sich von klassischen Streichern bis zu prozessierten, experimentellen Texturen alles innerhalb eines Patches kombinieren.

Der Sampler-Engine bietet Zugriff auf verschiedene Artikulationen, darunter traditionelle, präparierte und stark bearbeitete Sounds. Die Synth-Engines bringen jeweils eigenen Charakter mit: Analog für klassische subtraktive Klänge, Granular für geslicte und rhythmische Texturen, Harmonic für additive Synthese, Simpler für kreatives Sample-Mangling und Wavetable für morphende digitale Klangfarben. Dieser hybride Ansatz steht im Zentrum der Vielseitigkeit der Augmented Series und ermöglicht Sounds, die sowohl vertraut als auch futuristisch sind.


Experimentieren erwünscht: Layering, Artikulationen und Modulation

Das Tutorial schließt mit der Aufforderung, verschiedene Layer-Kombinationen, Artikulationen und Modulationsroutings auszuprobieren. Die Architektur ist bewusst offen gestaltet und lädt sowohl zu strukturiertem Komponieren als auch zu glücklichen Zufällen ein. Ob man traditionelle und prozessierte Samples stapelt, Synth-Engines mischt oder das Modulationsmatrix bis zum Anschlag ausreizt – das Instrument belohnt Neugier.

Arturias Botschaft ist eindeutig: Die Werkzeuge sind da, um kreativ und inspiriert zu bleiben. Während das Video die Bandbreite der Möglichkeiten demonstriert, liegt es an den Nutzern, Makros zu kombinieren und die volle klangliche Palette der Augmented Series 2 zu erkunden.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/arturia-augmented-series-2-hybrid-sound-design-reimagined/
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