AudioPilz ist zurück mit einer neuen Bad Gear-Folge und schickt diesmal den Make Noise 0-Coast in den Ring. Ist das ein Buchla-Moog-Liebeskind oder einfach nur ein Synth mit Identitätsproblemen und einer Schriftart, die nur eine Mutter lieben könnte? Erwartet modulare Flatulenzen, kryptische Bedienelemente und eine ordentliche Portion Respektlosigkeit, wenn Florian Pilz dieses angebliche Influencer-Must-Have auf Herz und Nieren prüft. Wer seine Synths gerne schräg, polarisierend und ein bisschen dysfunktional mag, sollte sich ansehen, wie sich der 0-Coast unter AudioPilz’ gnadenlosem Blick schlägt. Holt euch ein Bier, haltet euch fest, und wir finden heraus, ob der 0-Coast ein wunderschönes Chaos oder einfach nur Chaos ist.

18. April 2026
JET
AudioPilz vs. Make Noise 0-Coast: Ein wunderschönes Chaos oder einfach nur Kuddelmuddel?
Buchla trifft Moog – oder doch nicht?
Der Make Noise 0-Coast tritt an und behauptet, die Lücke zwischen Buchla-artiger Klang-Exzentrik und Moogs zugänglichem Charme zu schließen. AudioPilz lässt keine Zeit verstreichen und bezeichnet diesen Synth von 2016 als Möchtegern-Influencer-Liebling, der mit modularen Versprechungen daherkommt, aber schon zu Beginn etwas verloren wirkt. Der 0-Coast soll das Beste aus beiden Welten bieten, aber was wir bekommen, ist eine Kiste voller modularer Flatulenzen und ein eingebauter Anti-Eurorack-Schutz, der so nützlich ist wie ein Schokoladenteekessel.
Schon das Design des Synths ist ein Rätsel. Das Frontpanel ist übersät mit goldenen Pfeilen, kryptischen Parametern und einer Typografie, die auf einem Punk-Konzert auftreten könnte. Es riecht nach Patchouli und das Format weigert sich, brav in dein Eurorack-Case zu passen. Klar, die Patchpunkte sind Standard, aber das ist auch schon das einzig Vertraute. Wer nach Cutoff und Resonanz sucht, sucht länger als nach einem sauberen Bierglas zur Sperrstunde.

"What a mess."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Interface-Chaos und Nutzerfrust

"MIDI setup is a nightmare though as we are talking about the horrors of display less menu diving."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Reden wir über das sogenannte Interface. AudioPilz stellt fest, dass die Bedienung des 0-Coast ein kryptisches Labyrinth ist, mit mysteriösen Parametern und einem Signalfluss, der eher eine Empfehlung als eine Anleitung ist. Der Oszillator liefert Dreieck- und Rechteckwellen, aber das echte Chaos beginnt, wenn man Overtone und Multiply aufdreht – plötzlich ist man im Reich der zerhackten Wellenformen, und das nicht immer im positiven Sinne.
Die Modulationsmöglichkeiten sind zahlreich, aber alles andere als benutzerfreundlich. Es gibt einen gestuften Zufallsgenerator, eine Slope für Hüllkurvenaufgaben und eine Contour-Sektion, die an Moogs konventionellere Seite erinnert. Doch versucht man, etwas Sinnvolles zu patchen, verliert man sich schnell im Nebel aus Menüs, unleserlichen Beschriftungen und einem MIDI-Setup, das ein echter Albtraum ist. Wer nicht aufpasst, landet bei Klängen, die eher wie ein Toaster unter Stromschlag klingen als nach etwas musikalisch Brauchbarem.
Performance: Das Chaos in Aktion
In Sachen Performance ist der 0-Coast eine echte Wundertüte. AudioPilz zeigt, dass das Gerät alles von Verdauungssymphonien bis zu tiefen Bässen und bizarren Modulationen ausspucken kann. Das Instrument ist solide gebaut und steckt einiges weg, aber das Ergebnis sind oft mehr Furzwitze als fette Grooves. Nach Stunden des Herumprobierens gibt AudioPilz zu, dass die Sounds meist auf nasale, schräge Töne beschränkt bleiben, bei denen man seine Lebensentscheidungen hinterfragt.
Selbst mit massig Effekten – Reverb, Delay, alles drauf – bleibt der Charakter des Synths störrisch schräg. Versuche, konventionellere Sounds wie Synth-Tuben zu bauen, fühlen sich wie ein aussichtsloser Kampf an. Der 0-Coast kann zwar im DAW-Kontext mitspielen, aber er wird dadurch nicht plötzlich normal. Er ist inkonsistent, unberechenbar und inspiriert genauso oft, wie er frustriert. Wer Chaos sucht, ist hier richtig; wer verlässliche Ergebnisse will, sollte sich lieber woanders umsehen.

"After dumping dozens of hours into NoCoast the results are still mostly limited to fart like tones."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Kultklassiker oder verwirrtes Relikt?

"I can understand why NoCoast is either met with cult-like praise or complete and utter lack of understanding of what the fuzz is all about."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
In den Kommentaren und der Synth-Community spaltet der 0-Coast die Gemüter. AudioPilz merkt an, dass manche das Gerät wie einen Kultklassiker feiern und seine kreativen Eigenheiten loben, während andere nur ratlos den Kopf schütteln und sich fragen, was das Ganze soll. Die MIDI-Features und subtilen Anspielungen auf East-Coast-Konventionen sollen den Zugang erleichtern, aber in Wirklichkeit ist es ein drastischer Bruch mit den gewohnten Workflows.
Ist das Teil nun ein Kreativitäts-Booster oder nur wieder eine Style-over-Substanz-Maschine? AudioPilz bleibt unentschieden und betont, dass die Architektur clever und der Buchla-inspirierte Ansatz modernisiert ist, aber der Aufwand für brauchbare Patches nicht für jeden lohnt. Wenn die größte Kritik die Schriftart ist, hat Make Noise vielleicht doch einiges richtig gemacht – aber auf universelle Liebe sollte man nicht hoffen.
Erlebe das Chaos selbst
Am Ende fordert AudioPilz die Zuschauer auf, sich die Eigenheiten und Grenzen des 0-Coast selbst anzuhören. Worte und Text können nur so viel vermitteln – wer wissen will, ob dieser Synth ein wunderschönes Chaos oder einfach nur Chaos ist, muss sich das klangliche Durcheinander selbst geben. Manche Dinge erlebt man am besten mit eigenen Ohren (und vielleicht einem starken Getränk).
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