DivKid und das WARP 1: Mathematik, Wahnsinn und Modular-Magie

18. Feber 2026

SPARKY

DivKid und das WARP 1: Mathematik, Wahnsinn und Modular-Magie

DivKid ist zurück im Rave-Bunker – diesmal mit dem WARP 1 von Joranalogue, einem Waveshaper, der deine Audiosignale nicht einfach faltet, sondern sie mit mathematischer Präzision und einer gesunden Portion Respektlosigkeit gegen langweilige Sounds verbiegt. Vergiss klassische Dioden-Folder: Dieses Biest nutzt Power-Kurven, um alles, was du ihm fütterst – von Hüllkurven bis zu Drumloops – zu verdrehen, zu zerschreddern und komplett zu mutieren. Wer es brav mag, ist hier fehl am Platz. DivKids unverkennbare Art – klar, nerdig und immer bereit für ein bisschen Zerstörung – zieht sich durch das ganze Video, während er das WARP 1 in wilde Gefilde treibt. Bereit für eine Wellenform-OP? Los geht’s.

Mathematik im Rave-Bunker

Das WARP 1 ist kein gewöhnlicher Waveshaper – es ist eine mathematisch getriebene Straßenwaffe für dein Modularsystem. Statt der üblichen Dioden- und Transistor-Spielereien setzt es auf eine variable Potenzfunktion, um deine Signale wie einen Laserstrahl durch einen Zerrspiegel zu biegen. Das Ergebnis? Wellenformen werden zu hohlen Konkaven oder aggressiven Konvexen verdreht – alles steuerbar über die Exponent- und Scale-Regler.

DivKid bringt es auf den Punkt: Das hier ist kein weiterer Wavefolder oder Skew-Kasten. WARP 1 ist DC-gekoppelt und fühlt sich beim Verbiegen von CV genauso wohl wie bei Audio. Egal ob du subtile Bewegungen oder komplettes Wellenform-Chaos willst – dieses Modul liefert. Es ist direkt zugänglich, aber wer mutig genug ist, kann in eine tiefe Höhle voller Möglichkeiten abtauchen.

Warp 1 ist etwas Einzigartiges und kein typischer Wavefolder oder Skew-Generator.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Regler-Action: Von subtil bis gnadenlos

In der Praxis liefert es einfach extremere Wellenformen mit deutlich schärferen, größeren Spannungssprüngen, die ins Clipping treiben.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Die Bedienelemente des WARP 1 sind ein Spielplatz für Klangabenteurer. Mit Exponent drehst du von ausgehöhlten Wellen bis zu gesättigten, aggressiven Kurven, während Scale nicht einfach ein langweiliger VCA ist – hier ändert sich auch die Form, nicht nur die Lautstärke. Symmetry fügt Offset hinzu und fast alles lässt sich per CV steuern – Modulationsfreaks können sich austoben.

Im Hyper-Modus wird’s richtig wild: Negative Exponenten bringen hyperbolische Transferfunktionen, was im Klartext bedeutet, dass das Modul noch extremer wird. Es gibt einen Gate-Eingang zum Umschalten, einen ABS-Schalter (Vollwellen-Gleichrichter) für Oktavtricks und einen Präzisionsclipper mit separaten Schwellen für Plus und Minus. Der Ausgang liefert sogar ein invertiertes Signal und einen Polarity-Comparator für zusätzliche Pulsströme. Kurz: Ein Kontrollzentrum für Wellenform-Chaos.

Hüllkurven-OP, Texturen und Zerstörungswut

Das WARP 1 ist nicht nur für hübsche Wellen da – es ist Skalpell für Hüllkurven, Texturmaschine und Zerrbox in einem. Schick ihm eine Hüllkurve und du kannst sie straffen, aufblasen oder komplett umdrehen – inklusive Hold-Phasen und invertierten Formen. Hier geht’s nicht um dezentes Shaping, sondern um alles von knackigen Percussion-Blips bis zu ausufernden, gesättigten Swells.

Bei Audio ist das WARP 1 ein Texturmonster. Wavetables, Drones oder Drumloops werden zu harmonischen Blüten oder völliger Zerstörung. ABS-Schalter und Clipping-Kontrollen ermöglichen Oktav-Effekte, asymmetrische Verzerrung und jede Menge knusprigen Dreck. Es macht aus einer braven Gitarre einen Synth-Fuzz und lässt Akkorde in ambientem Schmutz zerfallen.

Wer es brav mag, ist hier falsch. Das WARP 1 will Sounds bis zum Zerbrechen pushen – und dann Musik aus dem Scherbenhaufen machen. DivKids Patches zeigen, wie weit man gehen kann, aber das echte Highlight sind die sich im Video ständig verändernden Texturen.

Durch das Clipping fügen wir eine Hold-Phase hinzu, die eine Sättigung simuliert.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Modulationswahnsinn: WARP 1 als Chaos-Engine

Es nimmt Audio-Rate-Modulation sehr gut an und macht das dynamisch und musikalisch.

© Screenshot/Zitat: Divkid (YouTube)

Seine wahren Stärken zeigt das WARP 1 bei der Modulation. Audio-Rate-Modulation? Her damit. LFOs, Hüllkurven oder sogar andere Oszillatoren lassen sich in fast jeden CV-Eingang patchen – das Ergebnis: doppelte dynamische Audio-Rate-Modulation, asymmetrisches Clipping und animierte Wellenformen, die dein Modular lebendig machen.

DivKid zeigt, wie man mit dem WARP 1 nicht nur Audio, sondern auch Modulatoren selbst verarbeiten kann. Ein langweiliger Triangle-LFO wird so zur unberechenbaren Bestie. Phase-Modulation mit Bewegung? Kein Problem. Die Fähigkeit, Modulationen zu schichten, zu animieren und komplett zu transformieren, macht das Modul zum Pflichtkauf für alle, die Standard-LFOs für Feiglinge halten.

Das Beste: Du kannst Modulationen stapeln, das Chaos sequenzieren und die Ausgänge sogar als Trigger oder Gates nutzen. Ein Modulationsspielplatz – begrenzt nur durch deine Patchkabel und deine Geduld beim Entwirren.

Nicht nur lesen – das Chaos anschauen!

Kein Text kann die Soundvielfalt einfangen, die DivKid aus dem WARP 1 herauskitzelt. Von knusprigen Drones über Hüllkurven-Akrobatik bis zu Drum-Zerstörung – das Video ist voll mit Patch-Ideen und klanglichen Überraschungen. Wer wirklich hören will, was das Teil kann – und ein paar schmutzige Tricks für das eigene Rack sucht – sollte sich das komplette Demo reinziehen. Gute Kopfhörer und einen Feuerlöscher bereithalten!


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/divkids-warp-1-maths-mayhem-and-modular-mayhem/
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