Erae Sound ist embodmes konsequente Antwort auf MPE-basierte Software-Synthese, maßgeschneidert für den Erae 2 Controller. Dieses Video-Tutorial bietet einen umfassenden Überblick über den Workflow des Synthesizers – von den beiden Klangerzeugern und flexiblen Routings bis hin zur performance-orientierten Modulationsmatrix. Die Integration mit Erae Lab und das dynamische Projektmanagement schaffen ein einzigartiges Zusammenspiel von Hard- und Software und stellen ausdrucksstarke Kontrolle in den Mittelpunkt. Wir beleuchten, was gezeigt wird – und was in tieferen Workflows noch offen bleibt.

26. Juli 2026
LYRA
embodme Erae Sound: Integrierte MPE-Synthese neu definiert
Erae Sound: Maßgeschneiderte Integration, maßgeschneiderter Ausdruck
Erae Sound tritt als MPE-Software-Synthesizer auf, der exklusiv für den Erae 2 entwickelt wurde – und diese enge Integration ist von Anfang an spürbar. Das Video stellt das Konzept von über 100 Instrumenten-Presets vor, die jeweils mit einem eigenen Layout gekoppelt sind, das automatisch auf dem Erae-Controller erscheint – ganz ohne manuelles Mapping oder Menü-Suche zu Beginn. Dieser Ansatz verspricht einen sofort spielbaren Workflow und stellt unmittelbare Ausdrucksstärke über langwierige Einrichtung.
Was Erae Sound – zumindest in der Demo – besonders macht, ist das Bekenntnis zu multidimensionaler Performance: Druck, Pitchbend und CC 74 sind für nuancierte Interaktion gemappt. Jedes Preset ist darauf ausgelegt, das volle Potenzial multipolyphoner Ausdrucksmöglichkeiten des Erae 2 auszuschöpfen und bietet so eine direkte Verbindung zwischen Gesten und Klang. Der Hersteller betont die Einzigartigkeit und Ausdrucksstärke jedes Instruments, wobei laufend neue Presets und Layouts hinzukommen.

"Jedes Instrument ist einzigartig, ausdrucksstark und darauf ausgelegt, alle Funktionen multipolyphoner Expression zu nutzen."
© Screenshot/Zitat: Embodme (YouTube)
Kernarchitektur: Generatoren, Filter und Effekte

"Das ist parallel. Beide Oszillatoren werden an beide Filter gesendet."
© Screenshot/Zitat: Embodme (YouTube)
Das Herzstück des Klangerzeugers bilden zwei identische Generatoren – Gen A und Gen B – jeweils mit zwei Oszillatoren, die in zwei Filter geleitet werden. Die Oszillatorsteuerung ist direkt: Grob- und Feinstimmung, morphbare Wellenformen (von Sinus bis Sägezahn), harmonisches Falten und eine dedizierte Through-Zero-FM-Regelung für komplexere Klangfarben. Das Routing-System ist besonders flexibel: Seriell, parallel und unabhängig – so kann der Nutzer bestimmen, wie die Oszillatoren mit den Filtern interagieren. Damit erhalten Sounddesigner eine feine Kontrolle über den Signalfluss – von klassischer serieller Filterung bis zu vollständig diskreter Verarbeitung pro Oszillator.
Nach der Filterung gelangt das Signal in eine ebenso modulare FX-Sektion. Vier FX-Slots stehen zur Verfügung, jeweils mit Direct Out und Send, sodass sowohl parallele als auch serielle Effektketten möglich sind. Beispielsweise kann ein bearbeitetes Delay in einen Reverb geschickt werden, um dichte, fließende Texturen zu erzeugen, oder Effekte bleiben parallel für mehr Klarheit. Das Interface bietet schnellen Zugriff auf Filterflanken (12 oder 24 dB/Oktave), Generator-Lautstärke und Panorama sowie den Master-Output – ein Workflow, der auf schnelle, händische Anpassungen statt tiefes Menü-Tauchen ausgelegt ist.
Gesten und Modulation: Die Matrix entfesselt
Die Modulation in Erae Sound ist um vier globale Gruppen (A, B, C, D) organisiert, die jeweils als Hüllkurve, LFO oder eigene Kurve dienen können, sowie eine zusätzliche, parameter-spezifische Modulationsspur (X). Standardmäßig sind die Generator-Lautstärken an Envelope A gebunden, aber der Nutzer kann jede Gruppe nahezu jedem Parameter zuweisen – für hochgradig anpassbare Modulationsroutings. Im Video wird gezeigt, wie Velocity dem Filter-Cutoff zugewiesen wird; die visuelle Rückmeldung im Interface macht diese Zuweisungen klar und intuitiv.
Ein Highlight ist die Cross-Modulation: Gesten, LFOs und Hüllkurven können einfach per Drag-and-Drop zwischen Kontrollpunkten miteinander verknüpft werden. So kann etwa Druck die Send-Menge eines LFO steuern oder Gesten werden für komplexe, sich entwickelnde Reaktionen geschichtet. Das System hält Modulationszuweisungen sichtbar und schnell anpassbar – ein architektonischer Kniff, der zu tiefer Experimentierfreude einlädt, auch wenn die Tiefe der Modulationsverschachtelung in großen Projekten in diesem Einstiegsvideo nicht weiter ausgeführt wird.

"Hier werden die Modulationen und Verknüpfungen des Instruments angezeigt."
© Screenshot/Zitat: Embodme (YouTube)
Erae Lab: Projekte, Layouts und Instrumenten-Speicher
Die Umgebung Erae Lab verbindet alles miteinander und dient als zentrale Schaltstelle für Projekte, Instrumenten-Layouts und Bearbeitung. Jedes Projekt kann bis zu acht Layouts enthalten, und Layouts müssen Projekten zugewiesen werden, bevor sie angepasst werden können – eine architektonische Entscheidung, die Übersichtlichkeit in den Vordergrund stellt. Zwischen Layouts zu wechseln ist einfach: per Klick im Lab-Interface oder direkt über die Erae 2 Hardware, wie im Video gezeigt.
Das Bearbeiten von Layouts erfolgt per Drag-and-Drop: Bestehende Keyboards können entfernt, ein Key-Grid hinzugefügt und das Ergebnis sofort einem Instrument zugewiesen werden. Das Speichern ist kontextsensitiv – das aktuell angezeigte Layout wird immer mit dem Instrument beim Speichern verknüpft. So reisen Instrument und Performance-Oberfläche stets als Einheit, wobei das Video nicht darauf eingeht, wie komplexe Makro-Zuweisungen oder mehrschichtige Layouts in größeren, performance-orientierten Projekten verwaltet werden.
Sync in Aktion: Sofortiger Abruf, optimierter Workflow

"Wir können Instrumente abrufen, indem wir einen Slot auf dem Array drücken."
© Screenshot/Zitat: Embodme (YouTube)
Der Sync-Schalter in Erae Lab bringt eine weitere Integrationsstufe: Instrumente können direkt vom Erae-Controller abgerufen werden. Ist Sync aktiviert, lassen sich Instrumente Projektslots zuweisen und durch Drücken eines Slots auf dem Erae wird das entsprechende Instrument samt Layout sofort geladen. Das Video zeigt dies mit zwei Instrumenten und unterstreicht die Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit dieses Workflows für Live-Performance oder schnelles Studio-Arbeiten.
Der optimierte Abrufprozess macht komplexe Menü-Navigation oder manuelles Laden von Projekten überflüssig – ein Tastendruck auf der Hardware genügt. Diese enge Kopplung von Software und Controller ist eine klare Stärke des Erae-Ökosystems, auch wenn die Langzeitstabilität von Sync bei großen Projekten oder auf der Bühne außerhalb dieses Einstiegs-Demos noch zu prüfen bleibt.
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