Gabe Miller Music wirft das MPC Sample in den Rave-Bunker

25. März 2026

SPARKY

Gabe Miller Music wirft das MPC Sample in den Rave-Bunker

Akais MPC Sample ist gelandet und Gabe Miller Music nimmt das Teil gnadenlos auseinander. Das ist nicht Papas MPC – hier geht’s um Hosentaschenformat, verspieltes Design und ein paar schräge Limitierungen. Gabes typischer Stil – ehrlich, schnell und voller Praxis-Hacks – schneidet durch den Launch-Hype und zeigt sowohl den Charme als auch die Reibung dieser Groovebox. Wer einen portablen Beat-Maker sucht, bei dem Workarounds zum Workflow gehören, ist hier richtig. Zuckercoating gibt’s nicht: Wenn’s hakt, erfährst du’s.

Kleine Kiste, große Erwartungen

Akais MPC Sample ist gerade eingeschlagen und Gabe Miller Music macht sofort ernst. Das hier ist kein Aufguss der klassischen MPCs – es ist eine super-portable Groovebox, die Beatmaking radikal vereinfachen will. Gabe ist direkt ehrlich zum Launch-Tag-Zirkus: Er hat Early Access, aber kein Blatt vor den Mund. Das Video startet mit dem Versprechen auf rohe, ehrliche Eindrücke – kein weiteres Hochglanz-Promo-Geblubber.

Von Anfang an wird klar: Das Teil ist für alle, die überall Musik machen wollen, nicht nur im Studio. Es ist klein, schwerer als es aussieht und – Hand aufs Herz – ziemlich niedlich. Aber lass dich vom Spielzeug-Look nicht täuschen. Gabe will wissen, ob die Kiste einen echten Beat-Session überlebt oder doch nur ein weiterer Plastik-Poser ist.

Akai hat mich nicht bezahlt, kein Geld ist geflossen, aber sie haben mir ein Gerät vorab geschickt und mir beim Content-Creation einen…

© Screenshot/Zitat: Gabemillermusic (YouTube)

Süßes Design, harte Einschnitte

Die Grundstruktur ist so, als hätte man ein Drum-Programm aus einem der stärkeren Standalone-MPCs.

© Screenshot/Zitat: Gabemillermusic (YouTube)

Das verspielte Design des MPC Sample ist definitiv ein Hingucker – Gabe findet es charmant, und die Mini-Pads sind fast schon komisch klein. Aber beim genaueren Hinsehen wird klar: Das ist kein vollwertiges MPC. Die Basics sind da: 3,5mm-Kopfhörer, MIDI In/Out (natürlich mit Adapter), große Audioanschlüsse und ein eingebautes Mikro. Es gibt einen Fader, ein paar solide Drehregler und einen Lautsprecher, der so laut ist wie ein Flüstern im Sturm.

Was fehlt, ist das Feature-Set der großen MPCs. Hier wurde radikal abgespeckt – das ist eher Skizzenblock als Studio-Waffe. Es gibt Banks und Pads, aber keine Synth-Plugins oder endlose Menüs. Für manche ein Segen, für andere ein Warnsignal. So oder so: Das Teil ist ein Unikat – mehr Hosentaschen-Notizbuch als vollwertige Produktionsmaschine.

Workarounds und Workflow-Wahnsinn

Gabe taucht in die Kernfunktionen des MPC Sample ein: Samples laden, Hüllkurven schrauben, Sequenzen bauen. Die Basics sind da – Sampling, Banks, Effekte, sogar Song-Mode – aber du musst ein paar Workarounds lieben lernen. Firmware-Updates sind etwas hakelig, und die Regler sind nicht endlos, was bedeutet: Man wrestlet manchmal mit den Knöpfen, nur um einen Parameter zu erwischen.

Die Effekte sind ein zweischneidiges Schwert. Manche kann man stapeln, andere gibt’s nur einzeln – und wer Reverb UND Delay will, muss resamplen, bis die Finger glühen. Gabe spricht die Reibung offen an: Du willst einen Ducker? Pech gehabt. Mehr als einen Effekt pro Pad? Viel Spaß beim Resamplen. Es ist typisch Akai: In manchen Bereichen stark, in anderen einfach nur seltsam. Wer gerne hackt, fühlt sich hier wie zu Hause.

Meinem aktuellen Verständnis nach gibt es keine andere Möglichkeit, diesen Pegel einzustellen, außer wie fest man das Pad drückt. Und das…

© Screenshot/Zitat: Gabemillermusic (YouTube)

Pro & Contra – und für wen ist das überhaupt?

Das ist also das MPC Sample. Und ich habe gemischte Gefühle dabei. Und leider nicht viele klare Schlüsse, was für ein bisschen Antiklimax…

© Screenshot/Zitat: Gabemillermusic (YouTube)

Am Ende hat Gabe gemischte Gefühle – und sagt das auch. Positiv: Das MPC Sample ist clever, portabel und trifft den Nerv für Oldschool-MPC-Simplicity. Wer moderne MPCs für überladen hält, findet hier vielleicht sein neues Straßenwerkzeug. Es hat Vibes, und für die richtige Zielgruppe macht es richtig Spaß.

Aber die Reibung bleibt. Der Workflow kann hakelig werden, vor allem wenn man die Power der großen MPCs gewohnt ist oder Effekte ohne Resampling-Marathon stapeln will. Gabe ist ehrlich: Er weiß nicht so recht, für wen das Teil wirklich gedacht ist. Vielleicht als Skizzenblock für Live-3-User oder für alle, die einen kompromisslosen, simplen Sampler wollen.

Unterm Strich: Eine clevere Idee, die noch ein paar Firmware-Wunder braucht. Wenn Akai die Effekte aufbohrt und ein paar moderne Features nachlegt, könnte das hier ein Killer-Tool werden. Im Moment ist es eine spaßige, aber fehlerbehaftete Groovebox, die die Szene spalten wird.

Sounddemos & der echte Test

Im ganzen Video feuert Gabe einen Beat nach dem anderen raus und zeigt, was das MPC Sample kann, wenn man es richtig tritt. Es gibt knusprige Drums, clevere Resampling-Tricks und einen Workflow, der gleichermaßen Spaß macht und nervt. Viel Hands-on – wer hören will, wie das Teil wirklich klingt, muss das Video schauen. Worte reichen nicht, um zu beschreiben, wie die Kiste cruncht, glitcht und groovt.

Wer am liebsten beim Machen (oder Zuschauen) lernt, für den ist Gabes Demo Pflichtprogramm. Das MPC Sample ist vielleicht nicht perfekt, aber in den richtigen Händen tritt es wie ein besoffenes Pferd. Man muss nur bereit sein, mit den Macken zu leben – oder sie als Teil des Spaßes zu feiern.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/gabe-miller-music-throws-the-mpc-sample-into-the-rave-bunker/
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