Intellijel Cascadia trifft MPE: Ausdrucksstarke Kontrolle im Modular-Patching

3. August 2024

MILES

Intellijel Cascadia trifft MPE: Ausdrucksstarke Kontrolle im Modular-Patching

Intellijels Cascadia ist nicht einfach nur ein weiteres Desktop-Semi-Modularsystem – es ist ein Spielplatz für ausdrucksstarke Kontrolle, besonders in Verbindung mit MPE (MIDI Polyphonic Expression) Controllern. In diesem offiziellen Intellijel-Video zeigt Matt, wie der MPE-Modus die Interaktion mit dem Cascadia grundlegend verändert und Gesten von Geräten wie Ableton Push 3, Linnstrument und Osmose alles von Filter-Cutoff bis Wavefolding steuern lässt. Das Video ist ein praxisnaher Leitfaden zur Einrichtung von MPE, der Übersetzung nuancierter MIDI-Gesten in Steuerspannungen und zum Patchen dynamischer, sich verändernder Sounds. Wer wissen will, wie MPE dem Modular-Workflow neues Leben einhauchen kann, sollte hier unbedingt reinschauen.

Cascadia: Modular trifft MPE-Expression

Intellijels Cascadia wird als modularer Synthesizer vorgestellt, der nun MPE (MIDI Polyphonic Expression) integriert und damit sein Ausdruckspotenzial weit über klassische Mono-Synth-Grenzen hinaus erweitert. Obwohl Cascadia selbst ein monophones Instrument ist, liegt der Fokus hier darauf, wie multidimensionale Gesten von MPE-Controllern Klangparameter in Echtzeit formen. Dieser Ansatz verschiebt das Paradigma vom einfachen Notenauslösen hin zu einer stärker performativen, haptischen Interaktion, bei der physische Gesten Patches im Handumdrehen verändern. Das Video bereitet den Boden für einen tieferen Einblick, wie diese ausdrucksstarken Kontrollen auf verschiedene Aspekte der Cascadia-Architektur gemappt werden können und lädt Nutzer dazu ein, ihre Spiel- und Patch-Gewohnheiten neu zu überdenken.

Das verändert die Interaktion mit Cascadia grundlegend – und zwar zum Guten.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

MPE-Modus einrichten: MIDI-Verkabelung und Gesten-Mapping

48 Halbtöne klingt nach viel, aber typischerweise begrenzt man diesen Bereich am Controller – so hat man immer etwas Spielraum.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Das Walkthrough beginnt mit dem Anschluss des Cascadia an einen Computer und dem Starten der Intellijel Config App – ein notwendiger Schritt, um auf die erweiterten MIDI-Einstellungen des Synths zuzugreifen. Matt zeigt, wie man den MIDI-Modus auf MPE Lower Zone mit 15 Kanälen stellt, damit das Gerät die volle Bandbreite an Ausdrucksdaten kompatibler Controller empfangen kann. Er weist darauf hin, dass Nutzer mit anderem MIDI-Equipment die Kanalzuweisung einschränken sollten, um Konflikte zu vermeiden – ein praxisnaher Hinweis für komplexe Setups.

Anschließend wird der Pitchbend-Bereich großzügig auf 48 Halbtöne gesetzt, wobei Matt anmerkt, dass man dies meist auf der Controller-Seite für besseres Spielgefühl einschränkt. Der entscheidende Schritt ist das Mapping der MPE-Gesten auf Steuerspannung: MIDI CC Out wird auf CC74 (Standard für MPE-Timbre) gesetzt, und Nutzer können zwischen bipolarer oder unipolarer Reaktion wählen, je nach Controller. Für Druck und Aftertouch wird MIDI Mod entsprechend zugewiesen, die Empfindlichkeit lässt sich im Pressure Response-Menü feinjustieren. Der Rat ist pragmatisch – mit den vorgeschlagenen Werten starten und nach Bedarf anpassen, da verschiedene Controller unterschiedlich reagieren. Nach der Konfiguration ist Cascadia bereit, nuancierte Gesten in Spannung zu übersetzen und neue Performance-Techniken zu ermöglichen.

Patch-Beispiele: Gesten in Aktion

Mit aktiviertem MPE-Modus geht es direkt ans Patchen. Im ersten Beispiel wird MIDI CC an das VCF geroutet, sodass vertikale Bewegungen auf dem Controller-Pad die Filter-Cutoff-Frequenz modulieren. Das macht das Patch sofort lebendiger und reaktiver, da schon kleinste Fingerbewegungen das Filter in Echtzeit steuern. Als nächstes wird der Druck vom Pad an den Wavefolder gepatcht, um die Faltung dynamisch zu kontrollieren – ebenfalls direkt von der Controller-Oberfläche aus. Das gefaltete Signal wird dann zurück durch Mixer und VCF geführt, was das Klangspektrum weiter anreichert.

Matt gibt einen praktischen Tipp: Die Mults im Utility-Bereich nutzen, um MPE-Modulation auf mehrere Ziele gleichzeitig zu schicken und so die Ausdrucksmöglichkeiten zu vervielfachen. Außerdem experimentiert er damit, die vertikale Achse zur Steuerung der Delay-Zeit eines externen Analog-Delays zu verwenden, und zeigt, wie man mit einem festen CV-Offset den Modulationsbereich präzise einstellt. Im letzten Beispiel wird Druck auf die VCOA-Indexmodulation gepatcht, um zu zeigen, wie selbst einfache Setups extrem ausdrucksstark werden können. Im Mittelpunkt steht stets, wie MPE-Gesten kreativ gemappt werden und Cascadia so zu einem reaktionsfreudigen Instrument für nuanciertes Sounddesign wird.

Schon dieses einfache Patch fühlt sich mit einem MPE-Controller ziemlich ausdrucksstark an.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Controller-Kompatibilität und kreatives Potenzial

Wie man sieht und hört, macht es viel Spaß, Cascadia auf diese Weise für ausdrucksstarke und experimentelle Ergebnisse zu nutzen.

© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)

Zum Abschluss hebt das Video die Kompatibilität von Cascadia mit einer Vielzahl von MPE-Controllern hervor, darunter Ableton Push 3, Linnstrument und Osmose. Diese Flexibilität bedeutet, dass Nutzer nicht auf einen Workflow festgelegt sind – jedes MPE-fähige Gerät kann dem Synth neue Ausdrucksmöglichkeiten verleihen. Die abschließenden Patches und Klangbeispiele unterstreichen, wie diese ausdrucksstarken Eingaben sowohl Performance als auch Experimentierfreude transformieren und Cascadia zu einem vielseitigen Zentrum für kreatives Modularspiel machen. Wer seine Klanggestaltung weiter ausreizen möchte, findet in der MPE-Integration einen riesigen Spielraum für Echtzeitkontrolle und klangliche Erkundung.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/intellijel-cascadia-meets-mpe-expressive-control-in-modular-patching/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: