Intellijel taucht tief in die Eurorack-Techno-Welt ein und zeigt ein praxisnahes Rumble-Patch mit Plonk, Sealegs und Swells als Kerntrio für den klassischen, druckvollen Bass. Das Video führt durch Clocking, Ducking, Delay- und Reverb-Tricks und ergänzt Multigrain-Stabs, Flurry-Hi-Hats und eine gefaltete Bassline für einen kompletten Club-Groove. Ganz im praktischen Intellijel-Stil wird jedes Modul für maximalen Spaß und Klangcharakter gepatcht – nie nur zur Schau.

27. August 2026
MILES
Intellijels Techno Rumble: Swells, Plonk und Modular-Chaos
Aux Mix 1U, Bifold, Flurry, FSR 1U, Multigrain, Palette Case 4U x 104HP, Plonk, PLPG 1U, Sealegs, Steppy 1U, Stereo I/O 1U, Swells, Tangrams
Kick, Rumble und das modulare Fundament
Das Patch startet mit Plonk als rhythmischem Anker, dessen Ausgang über ein sorgfältiges Netz aus Clock- und Triggersignalen verteilt und geformt wird. Intellijels Ansatz ist reine modulare Pragmatik: Clock-Pulse beginnen bei Flurry, werden über ein Case-Mult verteilt und landen überall – von Steppy bis Sealegs – für ein enges, synchrones Processing. Plonks Kick wird direkt in Sealegs für Drive und rollendes Delay geschickt, während ein paralleler Split das gleiche Kick-Signal zum Sidechain-Eingang von Swells führt und so das Fundament für Reverb-Ducking legt. Diese erste Signalführung liefert die essenziellen Zutaten für ein klassisches Techno-Rumble: druckvoller Bass, gesättigtes Delay und die Möglichkeit, dass sich Atmosphären um den Beat herum entfalten.
Ducking, Sättigung und Delay: Swells trifft Sealegs
Swells übernimmt als Textur-Engine des Rumbles, mit dem Modell ‚Velvet‘ (Y1) für Resonanz und aktiviertem Kompressor für zusätzlichen Punch. Das Reverb-EQ und High Damping werden für einen dunkleren, umhüllenden Sound zurückgenommen, und das Sidechain von Plonk sorgt dafür, dass der Kick klar bleibt, während die Reverb-Tails aus dem Weg ducken. Durch das Justieren des Attenuverters am Level-CV von Swells wird das Verhältnis zwischen trockenem und nassem Signal fein abgestimmt, sodass der perfekte Mix aus Reverb-Fläche und perkussiver Klarheit entsteht.
Sealegs übernimmt Sättigungs- und Delay-Aufgaben. Das Delay ist Clock-synchronisiert und im Digitalmodus für einen klaren Tail eingestellt, mit Feedback- und Colour-Reglern, um genau das richtige Maß an Noise und Grit einzubringen. Ducking bleibt nicht auf Swells beschränkt: Der Swells-Ausgang wird in den Aux-CV-Eingang von Sealegs (im ‚Mix‘-Modus) gepatcht, sodass auch das Delay nach dem gleichen Sidechain-Prinzip duckt und Reverb und Delay rhythmisch um den Beat pulsieren. Das Ergebnis ist ein noisiges, charaktervolles Rumble, bei dem Kick, Reverb und Delay sich gegenseitig Raum schaffen – ein klassischer modularer Techno-Move.

"Ich nehme auch eines dieser Kick-Signale und schicke es in den Sidechain von Swells, damit wir ein sauberes Signal zum Ducken des Reverbs mit Swell bekommen."
© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Der Beat wächst: Multigrain-Stabs, Flurry-Hats, Bifold-Bass

"Vielleicht könnten wir das Kick-Ausgangssignal nehmen und es zu einer Art Bassline formen, die dazu passt."
© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
Mit dem Rumble als Basis wächst das Patch zu einem kompletten Techno-Groove. Multigrain liefert die Chord-Stabs, die über Steppys Kanal B sequenziert und durch den Mixer geblendet werden. Das Video zeigt, wie sich Startpunkte und Blur-Menge von Multigrain in Echtzeit durchfahren und anpassen lassen, sodass man mit einer Drehung zwischen atmosphärischen und trockenen Texturen wechseln kann. Die Demonstration zeigt sowohl individuelle als auch gleichzeitige Änderungen der Stabs, was es einfach macht, das Klangbild im Pattern zu verschieben.
Flurry übernimmt die Hi-Hat-Aufgaben, mit seinem Magenta-Noise-Ausgang durch das 1U Passive LPG, getriggert von Steppys Kanal C. Das erzeugt eine knackige, chaotische Hi-Hat-Schicht, die Zufall und Rhythmus balanciert. Die Bassline wird gestaltet, indem der Kick durch Bifold zum Wavefolding geschickt und dann mit Tangrams-Hüllkurven geformt und von Steppys letztem Kanal sequenziert wird. Clevere Mixer-Verkettung – mit Multigrains Through-Modus und Hüllkurvenmodulation des Fold-Eingangs von Bifold – hält das Patch kompakt und sorgt dennoch für dynamische Bewegung im Bassbereich. Das Ergebnis ist ein stimmiger, sich entwickelnder Beat, bei dem jedes Modul eine eigene klangliche Rolle spielt.
FSR-Makro: Performative Kontrolle zum Anfassen
Das finale Detail ist das FSR 1U Drop Macro, das das Patch in ein dynamisches Performance-Instrument verwandelt. Durch das Routen des FSR-CVs zu mehreren Zielen – Plonks Decay, Swells EQ und Multigrains Morph-Eingang – kann man mit einer einzigen Geste gleichzeitig den Kick verkürzen, das Reverb aufhellen und die Stabs morphen. Feinjustierte Attenuverter sorgen dafür, dass alle Parameter musikalisch reagieren, ohne dass das Bassfundament verloren geht. Das Makro ermöglicht zudem Live-Filterung auf dem Sealegs-Delay, sodass sich die gesamte Textur mit der Berührung des Performers verändert. Diese Art von Makrosteuerung ist typisch Intellijel: praktisch, haptisch und sofort nützlich für Drops, Übergänge oder spontanes Sound-Chaos im Liveset.

"Wir könnten auch das Reverb gleichzeitig aufhellen, denke ich."
© Screenshot/Zitat: Intellijel (YouTube)
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