Make Noise Skiff-Systeme: Kompakte Kraftpakete für modulare Synthese

5. März 2026

MILES

Make Noise Skiff-Systeme: Kompakte Kraftpakete für modulare Synthese

Make Noise, die Klangtüftler aus Asheville, präsentieren in diesem Video ein Doppelpack: die Tape & Microsound Music Machine und das New Universal Skiff System. Beide Systeme sind kompakte, skiff-freundliche Setups – aber unterschätzt sie nicht, denn sie stecken voller Patch-Potenzial. Im Video geht es um kreative Signalführung, parallele Signalverarbeitung und Modulations-Tricks – alles mit dem typischen experimentellen Make Noise-Flair. Wer schon immer wissen wollte, was passiert, wenn man zwei kleine Systeme miteinander verknüpft und die Signalwege ordentlich verknotet, bekommt hier eine tiefe Einblicke in die Welt der Spannungen.

Zwei Skiffs, ein modulares Spielfeld

Make Noise startet mit einer augenzwinkernden Einführung in ihre beiden aktuellen Skiff-Systeme: die Tape & Microsound Music Machine und das New Universal Skiff System. Beide sind für modulare Synthese im einreihigen, tragbaren Format konzipiert, doch das Video macht schnell klar: Hier handelt es sich nicht bloß um Einsteiger-Kits, sondern um vollwertige Klanglabore.

Der Sprecher weist auf eine gewisse Redundanz zwischen den beiden Systemen hin, insbesondere bei Modulen wie XO und Cupa, sieht darin aber eher eine Chance als eine Einschränkung. Durch das Auffüllen freier HP mit einem Jumbler und das kreative Routen von Signalen zwischen den beiden Cases wird die Bühne für eine Patch-Session bereitet, bei der es darum geht, Überschneidungen für noch mehr klangliche Komplexität auszunutzen.

Make Noise now makes two Skiff systems.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Signal-Jonglage: Filter, Morphagene und parallele Wege

Three different parallel signal paths.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Die Patch-Demonstration beginnt mit den Ausgängen des Morphagene, die in den oberen Cupa geführt werden. Anschließend werden alle drei klassischen Filtertypen in den Jumbler gepatcht. Dieses Modul dient als Knotenpunkt, der die gefilterten Signale mischt und an verschiedene Ziele in den beiden Skiffs verteilt.

Zwei Ausgänge des Jumblers gehen in die Aux-Inputs des zweiten QXG für einen Mixdown, während die Ausgänge des QXG zum unteren XO weitergeleitet werden. Gleichzeitig laufen die Ausgänge des ersten QXG durch einen weiteren Cupa und dann in den Mimeophon zur weiteren Bearbeitung, bevor sie auf dem anderen XO-Kanal landen. Das Ergebnis sind drei unterschiedliche, parallele Signalwege, die alle vom Morphagene ausgehen und jeweils eigene Filter- und Effektketten durchlaufen.

Dieses komplexe Patch-Geflecht ist kein Selbstzweck – es ermöglicht eine Mischung aus gefilterten und ungefilterten Kanälen, wobei die ungeraden und geraden NUSS-Kanäle separat behandelt werden. Das Video zeigt, wie selbst ein kompaktes System mit durchdachtem Patchen vielschichtige, sich entwickelnde Texturen liefern kann.

Modulationswahnsinn: Zufall und rhythmische Komplexität

Das Clock-Signal kommt vom Multimod und wird per Mold an verschiedene Ziele verteilt, etwa an den Activate-Eingang des Multiwave und den Mimeophon. Der Sprecher schaltet zwischen Round- und Accumulated-Modus und nutzt die Clock, um verschiedene Modulationsquellen und Effekte zu synchronisieren.

Mit dem Wogglebug, der ebenfalls vom Master-Clock getaktet wird, hält der Zufall Einzug ins Patch. Maths kommt für fortgeschrittene Manipulationen ins Spiel: Kanal vier erhält eine saubere Clock, während Kanal drei gestufte Zufallsspannungen vom Wogglebug bekommt, auf negativ gesetzt. Durch das Summieren entsteht ein Wahrscheinlichkeits-Element für die Clock-Gates – bestimmte Ereignisse werden also nur zufällig ausgelöst.

Dieser probabilistische Gate-Stream aktiviert die Polymaths und verwandelt einen konstanten Notenfluss in eine rhythmisch unvorhersehbare Sequenz. Außerdem wird gezeigt, wie man mit Maths Zufallsspannungen abschwächt und an den Volt-pro-Oktave-Eingang des Multiwave schickt, um so Modulation und Zufall für rhythmische und melodische Komplexität zu nutzen.

So in other words, it's kind of like adding a random probability to the clock.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Performance-Tools und Patch-Workflows

Im Tutorial-Teil steht die Performance im Mittelpunkt: Pete zeigt ein duales Multichannel-Patch, das die Stärken beider Skiff-Systeme ausspielt. Hier geht es um ausdrucksstarke Kontrolle und den Einsatz von Modulationsquellen, um Klänge in Echtzeit zu animieren.

Durch das zyklische Ansteuern von Maths und das Verteilen seiner Ausgänge im System wird demonstriert, wie unterschiedliche Hüllkurvenformen der gesamten Klanglandschaft Bewegung verleihen. Die miteinander verbundenen Systeme ermöglichen komplexe, verschachtelte Modulationsstrukturen, sodass sich im Skiff-Format dynamische Performances und sich entwickelnde Texturen gestalten lassen.


Reflexionen zur Dual-Skiff-Synergie

Do you ever patch multiple small or medium cases together to make a bigger system?

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Das Video endet mit einer Reflexion über das Patchen von zwei Skiff-Systemen gleichzeitig. Zwar gab es bei Make Noise schon mehrfach mehrere Skiffs, doch dies ist das erste Mal, dass der Sprecher beide parallel nutzt – und das Fazit fällt positiv aus. Die Zuschauer werden eingeladen, ihre eigenen Ansätze zum Kombinieren kleiner oder mittlerer Cases zu teilen – ganz im Sinne des gemeinschaftlichen und experimentellen Spirits der Modularszene.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/make-noise-skiff-systems-compact-powerhouses-in-modular-synthesis/
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