Make Noise, die Klangtüftler aus Asheville, melden sich mit einem praxisnahen Blick auf ihr New Universal Skiff System (N.U.S.S.) zurück und loten diesmal die Schnittstelle zwischen MIDI und CV aus. Im Video zeigt das Team, wie das N.U.S.S. als flexibles Zentrum für digitale und analoge Sequenzierung dient – ein MIDI-Keyboard und klassische CV-Quellen treiben dabei komplexe Muster und sich entwickelnde Klanglandschaften an. Erwartet einen patch-orientierten Rundgang, gewürzt mit praktischen Modulationstricks und einer gesunden Portion Respektlosigkeit gegenüber der Grenze zwischen MIDI und Spannung. Wer wissen will, wie Make Noise sich hybride Kontrolle im modernen Eurorack-Setup vorstellt, bekommt hier einen Einblick in ihren Workflow.

N.U.S.S.: Das hybride Herz des Patches
Das New Universal Skiff System (N.U.S.S.) wird als vielseitiges Zentrum für MIDI- und CV-basierte Sequenzierung und Performance vorgestellt. Make Noise positioniert das N.U.S.S. nicht nur als Gehäuselösung, sondern als aktiven Bestandteil des modularen Workflows, der digitale und analoge Steuerungsmethoden miteinander verbindet. Das Video hebt die Flexibilität des Systems hervor, besonders in Umgebungen, in denen hybride Ansätze immer mehr zum Standard werden.
Anstatt sich nur auf klassische CV-Sequenzierung zu konzentrieren, zeigt das N.U.S.S. seine Stärken gerade im Zusammenspiel von MIDI und CV. So lassen sich die Vorzüge beider Welten nutzen – Präzision und Polyphonie durch MIDI, organische Unvorhersehbarkeit durch CV. Die Demonstration verspricht, zu zeigen, wie diese Elemente für dynamische, hands-on Performances miteinander verwoben werden können.

"Ich habe nach und nach einen Patch perfektioniert, um einen hybriden MIDI- und CV-Ansatz zu demonstrieren, den ich ziemlich spaßig fand."
("I gradually sort of perfected a patch to demonstrate a hybrid MIDI and CV approach that I found pretty fun.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Anschluss gefunden: MIDI-Keyboards treffen Modular

"Die MIDI-Codierung macht es ziemlich einfach, mehrere verschiedene Kanäle gleichzeitig auf verschiedenen Noten zu aktivieren, indem man einfach einen Akkord spielt."
("The MIDI coding makes it pretty easy to activate several different channels at once on different notes by just playing a chord.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Das Setup beginnt mit einem per USB-C angeschlossenen MIDI-Keyboard, das Notendaten über Ableton Live ins N.U.S.S. schickt. Diese hybride Konfiguration steht im Zentrum des gezeigten Patches und ermöglicht es, durch das Spielen von Akkorden mehrere Kanäle gleichzeitig zu triggern. Die USB-C-Verbindung vereinfacht die Integration und macht es leicht, MIDI-Noten direkt ins Modularsystem zu leiten.
Auffällig ist, wie unkompliziert sich mit der MIDI-Implementierung verschiedene Kanäle ansteuern lassen. Ein Akkord auf dem Keyboard verteilt die Noten sofort auf mehrere Stimmen – etwas, das rein mit CV deutlich aufwendiger wäre. Das Setup zeigt, wie das N.U.S.S. als Brücke zwischen DAW-zentrierten Workflows und direktem Modularspiel dienen kann und so neue Möglichkeiten für Live-Performance und Studio-Experimente eröffnet.
Taktmodulation und rhythmische Komplexität
Die Demonstration taucht schnell in den Bereich der Modulation ein: Ein schneller Clock-Impuls vom Multimod treibt die Polymaths im Parallelmodus an. Das sorgt für kontinuierlich clock-geteilte Muster, die durch eine langsame Dreieckswelle weiter animiert werden – diese moduliert den Span-Parameter bei Polymaths. Die zyklische Modulation sorgt dafür, dass jede Durchläufe leicht unterschiedlich ausfallen, da das Pattern nicht jedes Mal zurückgesetzt wird – so entstehen subtile Variationen und Bewegung.
Weitere Modulationsebenen kommen durch das Routing der Ausgänge zu Panning und rhythmischen Klangfarbenwechseln, besonders über die QXG- und QPOS-Module, hinzu. Das Video zeigt außerdem alternative Sequencer-Quellen wie den Korg SQ-1 und demonstriert, wie sich durch das Entkoppeln von Pitch- und Gate-Sequenzen noch mehr Variation erzielen lässt. Die unabhängigen Reihen und Pattern-Wahlschalter des SQ-1 erlauben schnelle Strukturwechsel und steigern die rhythmische Komplexität des Patches weiter.

"Ich habe eine ziemlich schnelle Clock vom Multimod, um die Polymaths kontinuierlich im Parallelmodus zu aktivieren."
("I've got a fairly quick clock coming from Multimod to continually activate the polymaths, which is in parallel mode.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Unvorhersehbarkeit als Prinzip: Kreativer Workflow in Aktion

"Ich nutze das zum Beispiel gerne, um Bassnoten in den unteren Kanälen zu halten und den oberen Kanälen ein paar funkelnde hohe Variationen zu geben."
("I like to use this to, for example, keep bass notes in the lower channels and add some sparkly high variations to the upper channels.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Der im Video gezeigte Workflow setzt ganz auf Flexibilität und kreatives Ausprobieren. Durch den Einsatz verschiedener Quellen – MIDI-Keyboard, SQ-1 und interne Modulation – kann der Patchende unvorhersehbare Variationen einbringen und die Sequenz ständig weiterentwickeln. So lässt sich etwa die Pitch-Sequenz durch den Multimod formen oder die Modulationsformen im laufenden Betrieb austauschen, um den Charakter der Sequenz zu verändern.
Make Noise ermutigt zum Experimentieren – sei es durch das Festhalten von Sequenzen auf bestimmten Noten, das Verändern von Gate-Mustern oder das Modulieren von Klangfarbe und Rhythmus. Die Fähigkeit des Systems, sowohl MIDI- als auch CV-Eingaben zu verarbeiten, ermöglicht es Performer:innen, schnell auf neue Ideen zu reagieren und strukturierte MIDI-Steuerung mit den spontanen Eigenheiten analoger Modulation zu kombinieren. Das Ergebnis ist ein Patch, der lebendig bleibt und sich ständig im Spannungsfeld zwischen Planung und Improvisation bewegt.
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