Signal Sounds liefern Sequencer-Gold – Podcast Ep2 im Review

26. März 2026

SPARKY

Signal Sounds liefern Sequencer-Gold – Podcast Ep2 im Review

Signal Sounds sind zurück im Bunker mit Episode zwei ihres Signal Flow Podcasts – diesmal gibt’s ein Sequencer-Showdown für alle Eurorack-Freaks. Tom und Luke sprechen über ihre Lieblings-Stepmaschinen, graben krass unterschätzte Module aus und nehmen den Puls der Modularszene 2024. Erwartet scharfe Glasgower Sprüche, tiefe Einblicke in Chaos- und Analog-Sequencing und eine gesunde Portion Gear-Verehrung abseits des Mainstreams. Wer ehrliche Meinungen, abgefahrene Tipps und ein paar Lacher sucht, sollte sich diesen Synth-Talk nicht entgehen lassen. Nur die heiligen Kühe werden hier nicht geschont.

Sequencer-Showdown: Favoriten & Außenseiter

Signal Sounds legen direkt ihre Sequencer-Favoriten auf den Tisch – und das sind nicht nur die üblichen Verdächtigen. Tom und Luke beten keine Battleship-Module an, sondern suchen das Schräge, das Hands-on und alles, was man im DAW nicht hinkriegt. Der Moskwa II von Xaoc Devices bekommt Props für sein Dreh-Interface und die fetten Expander-Tricks, während der massive analoge Tobinski Sequencer von Dannysound für seine Buchla/Serge-inspirierten Phasing- und Polymeter-Spielereien gefeiert wird. Für die beiden sind große All-in-One-Brains eher Nebensache – lieber ein Rack voller fokussierter, tweakbarer Tools.

Auch Drum-Sequencing kommt nicht zu kurz: Noise Engineerings Repetitor-Familie und der Stolperbeats von Making Sound Machines bekommen das Signal Sounds-Gütesiegel für sofortige Grooves und wilden Swing. Make Noise René wird für sein Grid-Chaos gelobt und der Discrete Map von New Systems Instruments für sein Comparator-basiertes Sequencing, das einem das Hirn verdreht. Wer wissen will, was diese Module wirklich draufhaben, muss ins Video schauen – Worte kratzen nur an der Oberfläche dieser rhythmischen Hexerei.

Das ist ein großartiges Modul für Percussion. Ja, das ist wie Instant-Dilla-Flavor im Eurorack.

© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)

Warum diese Sequencer knallen: Features & Chaos

Mein Ansatz beim Sequencing in Eurorack ist, dass ich nach Sachen suche, die ich im DAW grundsätzlich nicht einfach machen kann.

© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)

Was macht einen Sequencer im Modular-Dschungel wirklich besonders? Für Tom und Luke zählt vor allem Hands-on-Kontrolle, polymetrischer Wahnsinn und die Freiheit vom DAW-Raster. Sie wollen Module, mit denen man mit minimalem Aufwand maximal abgefahrene, sich entwickelnde Patterns erzeugen kann – Happy Accidents statt Menü-Hölle. Der analoge Ansatz des Tobinski erlaubt es, Sequencer-Lanes gegeneinander zu patchen und so Phasing-Effekte zu erzielen, während der Moskwa II-Expander eine Welt aus CV-Modulation und binären Gate-Spielereien öffnet. Das sind keine simplen Step-Sequencer, sondern Chaos-Maschinen für Experimentierfreudige.

Auch Drum-Sequencer bekommen ihre Liebeserklärung: Die Repetitor-Module liefern schnell abwechslungsreiche Rhythmen, der Stolperbeats bringt mit seinem betrunkenen Dilla-Swing alles aus dem Takt. Das Grid von Make Noise René lädt zum Snake-Spiel mit Sequenzen ein, und die Threshold-Steps des Discrete Map fordern dazu auf, alles von Ramps bis Random-Voltages reinzuwerfen – für unvorhersehbare Ergebnisse. Wer von Four-on-the-Floor gelangweilt ist, findet hier die Tools, um seine Patterns komplett aufzumischen.

Trendspotting: Die Ära der Multi-Funktions-Module

Signal Sounds leben nicht in der Vergangenheit – sie haben den Blick klar auf die Zukunft des Modulars gerichtet. Der große Trend? Multi-Algorithmus-Monster und Module, die alles können. Vom Happy Nerding FX Aid über ALMs MFX bis zum mächtigen Disting: Es ist das goldene Zeitalter der digitalen Schweizer Taschenmesser. Das 4MS Meta Module lässt sogar VCV Rack-Patches in Hardware laufen – Meta-Level over 9000. Diese Multi-Funktions-Biester sind überall und kein Ende in Sicht.

Doch es geht nicht nur darum, Features in ein Panel zu stopfen. Die Jungs sehen auch einen Shift hin zur kompletten Studio-Integration: Performance-Mixer, Stereo-Kompressoren und Multitrack-Recorder wohnen jetzt im Rack. Man kann produzieren, mixen und mastern, ohne das Modular-Cave zu verlassen – ob das genial oder wahnsinnig ist, bleibt offen. Wer diese Trends live erleben will, bekommt im Podcast jede Menge Beispiele und Meinungen, die das eigene Setup garantiert in Frage stellen.

Wir bewegen uns immer mehr in Richtung: ein großes, saftiges Modul, das einen bestimmten Job macht – und das richtig gut.

© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)

Ökosystem-Krieg: Proprietäre Wege & Modular-Innovation

Es ist fast so, als würde man einer ohnehin schon komplexen Welt noch eine weitere Einstiegshürde hinzufügen.

© Screenshot/Zitat: Signal Sounds (YouTube)

Tom und Luke tauchen ein in die trüben Gewässer proprietärer Ökosysteme und fragen sich, ob diese geschlossenen Welten die Zukunft sind oder nur ein weiteres Kaninchenloch. Das Leibniz-Binary-Subsystem von Chaos Devices, Tiptops ART-Polyphonie und das neue NUS-System von Make Noise werden alle erwähnt. Ob diese Systeme die nächste Modular-Revolution auslösen oder nur eine weitere Einstiegshürde schaffen, bleibt abzuwarten. Es ist Nische in der Nische – und nicht jeder hat Bock, für ein paar Extra-Features gleich ein ganz neues System zu kaufen.

Trotzdem können sich die Signal Sounds-Jungs den Make Noise-Innovationen kaum entziehen – gerade weil die Marke immer wieder für frischen Wind sorgt. Sie betonen, dass diese Ökosysteme zwar aufeinander abgestimmt sind, aber niemanden aus der restlichen Modularwelt ausschließen. Die eigentliche Frage: Machen diese Systeme Modular wirklich mächtiger – oder einfach nur komplizierter? Die Debatte wird schön würzig, und wer gerne über Gear diskutiert, bekommt hier das volle Programm.

Danach dreht sich das Gespräch um die immer weiter wachsenden Möglichkeiten im Eurorack: Von Kompression bis Multitrack-Recording geht jetzt alles ohne DAW. Tom und Luke sind sich uneins, ob das Segen oder Stress ist – aber für Live-Performer ist ein All-in-the-Rack-Setup definitiv ein Statement. Wer den ganzen Rant hören will, muss einschalten – es ist klassisches Signal Sounds-Banter.

Patch-Hacks & User-Demos: Die Lust am Ausprobieren

Eines der Highlights dieser Folge sind die eingebetteten Clips kreativer User, die zeigen, was die Module wirklich draufhaben. Von Enricas Stolperbeats-Demo mit ihren torkelnden Grooves bis zum Unperson-Rings-Video, das einem Klassiker neue Texturen entlockt – Signal Sounds macht klar: Die Magie passiert, wenn man über das Offensichtliche hinausgeht. Hier gibt’s keine reinen Produktdemos, sondern echte Einladungen zum Experimentieren.

Wer Inspiration sucht, sollte nicht nur lesen – sondern das Video anschauen. Die Sounds, Patch-Tricks und abgefahrenen Ideen erlebt man am besten in Aktion. Signal Sounds will zum tieferen Erkunden anregen, und diese Episode steckt voller Momente, die Lust machen, selbst mal wieder richtig wild im Rack zu patchen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/signal-sounds-serve-sequencer-gold-podcast-ep2-reviewed/
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