Bob Coover will die Modulation zeigen – und erwischt erst einmal einen Patch ohne Modulation. Also einen anderen laden und weiter. Der kleine Umweg passt zur großen Frage dieser Vorführung: Wie behält man bei einem derart vielseitigen Instrument den Überblick? In seinem am 28. Oktober 2026 veröffentlichten Synthfest-UK-Video überlässt Starsky Carr die Erklärung dem Mann von Groove Synthesis. Dessen Werkzeug dafür heißt 3rd Wave Terminal, eine Kombination aus Librarian und Editor.
Keine neue Klangmaschine, ein anderer Zugriff

„There's always been a sequencer, so none of this is necessarily adding to what the third wave does, but it makes it a whole lot easier to use. (Es gab schon immer einen Sequenzer. Das erweitert also nicht unbedingt die Möglichkeiten des 3rd Wave, macht ihn aber wesentlich leichter bedienbar.)“
© Screenshot/Zitat: Starsky Carr (YouTube)
Auf dem Laptop erscheint der Sequenzer als Piano-Roll. Noten lassen sich laut Coovers Vorführung einzeichnen und bearbeiten, statt eine musikalische Idee ausschließlich über die Hardwarebedienung zurechtzurücken. Entscheidend ist seine Einordnung: Der Sequenzer war bereits vorhanden. Terminal soll hier nicht das Instrument funktional aufblasen, sondern den Umgang damit erleichtern. Ein erfreulich unaufgeregtes Versprechen.
Viele Regler, trotzdem Suchwege
Carr kennt die andere Seite dieser Bedienfrage. In seinem großen Review vom Juli 2024 führt er vor, wie ein Reglergriff unmittelbar die passende Displayseite öffnet. Vieles liegt direkt unter den Fingern; für tieferes Programmieren braucht es dennoch Bildschirm, kontextabhängige Regler und Taster. Carr beschreibt das so:
Diese Automatik hat für ihn auch eine Kehrseite: Verlässt er beim Multisample-Bearbeiten durch eine Parameteränderung die Verwaltungsseite, muss er anschließend wieder dorthin zurücksuchen. Beim damaligen Sequenzer beschreibt er außerdem, keinen Weg zum Löschen einzelner Noten gefunden zu haben. Das sind Beobachtungen seines damaligen Reviews, keine Prüfung der heutigen Hardwarebedienung. Sie machen aber verständlich, weshalb eine zusätzliche grafische Arbeitsfläche mehr sein kann als Bildschirmkosmetik.

„You do rely on the screen and the contextual knobs and buttons here for when you programme it in depth really. (Wenn man wirklich tiefer programmiert, ist man auf das Display und die kontextabhängigen Regler und Taster hier angewiesen.)“
© Screenshot/Zitat: Starsky Carr (YouTube)
Die Hände wollen trotzdem spielen

„When I'm playing, I want to have easy access to a bunch of parameters on the fly. (Wenn ich spiele, möchte ich spontan und unkompliziert auf etliche Parameter zugreifen können.)“
© Screenshot/Zitat: Sam Gutman (YouTube)
Sam Gutman setzt in seinem Beitrag vom Februar 2025 einen anderen Schwerpunkt. Er lobt den unmittelbaren Zugriff auf Filter, Hüllkurven und LFOs; etwas Menüarbeit beim Zuweisen von Modulation akzeptiert er. Groove Synthesis hatte ihm das Instrument für die Erprobung und das Video zur Verfügung gestellt, wie er offenlegt. Sein Maßstab bleibt dabei ausgesprochen musikalisch:
Wie viel hinter solchen Griffen stecken kann, zeigt sein Patch Sine of the Times: Acht unterschiedlich gestimmte Sinuswellen bilden eine Art Obertonreihe, deren Pegel LFOs mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen. Das Modulationsrad ergänzt unterschiedlich schnelles Vibrato für hohe und tiefe Töne. Solche Patches möchte man spielen, nicht bloß verwalten. Der Bildschirm muss die Regler also keineswegs verdrängen.
Sehen, was den Klang bewegt
Terminal ergänzt dazu die Übersicht. Coover spielt eine Note und zeigt die laufenden Wavetable-Bewegungen zweier Wave-Hüllkurven. Anschließend legt er eine Modulation an und erklärt, dass sich Verbindungen auch als Patchkabel darstellen lassen. Bei den von ihm genannten 128 Modulationszielen ist das ein handfester Orientierungsgedanke. Den Parameterüberblick hält er besonders bei 8M und Modul für hilfreich; beim Keyboard sei er weniger nötig.
Anschaulich wird es auch beim eigenen Klangmaterial: Coover zieht Audio vom Desktop herein, wählt Stellen darin aus und erzeugt daraus eine Wavetable. Im Sample-Bereich verändert er Loop-Punkte und Crossfade und beschreibt die Übertragung zum Synthesizer. Das sind konkrete Arbeitsschritte, bei denen eine grafische Fläche plausibel hilft – nicht bloß eine hübschere Preset-Liste.
Laut Coover ist die App nach Registrierung für Keyboard, 24-stimmiges Modul und 8M kostenlos. Voraussetzung ist das aktuelle Synthesizer-OS. Den ebenfalls demonstrierten Shimmer-Reverb ordnet er diesem OS zu – nicht dem Editor. Diese Trennung ist wichtig: Eine bequemere Oberfläche und neue Klangfunktionen der Firmware sind zwei verschiedene Dinge.

„This is a patch editor that will allow you to look at any of the parameters on the third wave, and you've got them all on screen at once. (Mit diesem Patch-Editor kann man sämtliche Parameter des 3rd Wave betrachten und hat sie alle gleichzeitig auf dem Bildschirm.)“
© Screenshot/Zitat: Starsky Carr (YouTube)
Gutmans wandernde Obertöne erinnern daran, wofür sich der Aufwand lohnt: für einen Klang, der unter den Händen lebendig wird. Wenn eine übersichtlichere Arbeitsfläche dazu ermutigt, die nächste eigene Idee tatsächlich auszuprobieren, ist auch ohne zusätzliche Synthese schon einiges gewonnen.
Videos zu diesem Artikel
Alle YouTube-Videos mit dem Produkt Groove Synthesis 3rd Wave
Primary – Hauptthema (37)
Synthfest | UK - 3rd Wave Librarian and Editor
Terminal for the 3rd Wave: The Editor We’ve Been Waiting For
ASM Leviasynth and Groove Synthesis 3rd Wave Both Create Crazy Evolving Sounds
Unboxing a $5,000 Synth… and It BLEW Me Away 🤯
3rd Wave vs UDO Super Gemini // which one should you get?!
Meditative Ambient Synth Performance (Super Gemini, Prophet 10, OB-X8, 3rd Wave)
3rd Wave Can Do ALL THAT? || Wavetables Are Only the Beginning
The BAD GEAR Shopping GuideAlle anzeigen (29 weitere)
Cinematic Synth Performance | Super Gemini, OB-X8, Prophet 10, Moog Matriarch, Redshift 6 & 3rd Wave
Groove Synthesis 3rd Wave Custom Patches Vol 3 // sound demo no talking
3rd Wave vs Behringer Wave // A PPG Style Digital Artefact Comparison
The BEST Synth for Sound Design ~ Groove Synthesis 3RD WAVE
3rd Wave Groove Synthesis ~ The BEST Sounds
3rd WAVE // THE BIG REVIEW.. EVERYTHING you need to know
3rd Wave // Keyboard vs Desktop
The Groove Synthesis 3rd Wave now supports SAMPLING!! // Exclusive First Look Demo
Groove Synthesis 3rd Wave Custom Patches Vol. 2 // Sound Demo No Talking
Vintage PPG Wave vs Groove Synthesis 3rd Wave
NAMM 2024 - Groove Synthesis - 3rd Wave Desktop
3rd Wave // MPE with the ROLI Seaboard Rise2
3rd Wave Update // PPG mode + Prophet VS waves
Groove Synthesis 3rd Wave Desktop Sound Demo (no talking)
Groove Synthesis | 3rd Wave | Patch Deconstruction | Attempt #1
Groove Synthesis | 3rd Wave | Initial Impressions
The ULTIMATE Virtual Analog Synth? // Groove Synthesis 3rd Wave
Digital Dreams with the 3rd Wave and friends
Groove Synthesis 3rd Wave Custom Patches // sound demo no talking
Groove Synthesis 3rd Wave - Massive Wavetable Polysynth - SonicLAB Review
NAMM 2023 - (No Talking) 3rd-wave by Groove Synthesis
The 3rd Wave: Wavetable Shenanigans!
Groove Synthesis: Sonic surfing with the 3rd Wave
Exploring the Magic of the 3rd Wave // My favorite Synth for sound design
PPG Dreams: The Groove Synthesis 3rd Wave
GROOVE SYNTHESIS 3RD WAVE - Sounds, Patches & Presets | Synth Demo
GROOVE SYNTHESIS 3RD WAVE - Interview & Synth Overview
NAMM 22: Groove Synthesis - 3rd Wave - Sound Only Demo
NAMM 2022 - The Big 3rd Wave Poly Synth Video











