AudioPilz vs. Behringer Neutron: Rotes Biest im Härtetest

27. Dezember 2025

JET

AudioPilz vs. Behringer Neutron: Rotes Biest im Härtetest

AudioPilz ist zurück im Bad Gear-Ring und nimmt diesmal den berüchtigten Behringer Neutron ins Visier – ein Synth, der so umstritten ist wie ein fragwürdiger Döner nach einer langen Nacht. Mit seinem typischen Witz und meme-getränkter Schärfe zerlegt AudioPilz die Eigenheiten, Farben und fragwürdigen Entscheidungen des Neutron, spart aber auch nicht mit Lob, wo es angebracht ist. Wer wissen will, ob diese rote Kiste ein Punk-Held oder doch nur ein weiterer Synth-Schurke ist, sollte sich anschnallen. Hier wird nichts beschönigt und kein Patchkabel bleibt unberührt.

Bad Gear gegen das rote Biest

AudioPilz startet mit seiner unverkennbaren Mischung aus Sarkasmus und Synth-Nerdtum und nimmt den Behringer Neutron ins Visier. Das ist nicht einfach nur ein weiterer Klon – der Neutron steht für sich allein, was in der Behringer-Welt so selten ist wie ein höflicher Moshpit. Das Video macht sich direkt über den berüchtigten Ruf der Marke und die endlosen Memes lustig, die ihr wie ein schlechter Geruch im Proberaum folgen.

Doch es bleibt nicht nur bei billigen Scherzen. AudioPilz erkennt an, dass der Neutron – trotz Behringer-Original – weiterhin von Kontroversen umgeben ist, sei es wegen der Geschäftspraktiken oder weil sie eine britische Traditionsmarke schlucken mussten, um ihn zu bauen. Der Ton ist gesetzt: Hier gibt’s gleichermaßen Spott und Respekt, gewürzt mit jeder Menge Lacher.

Welcome to Bad Gear, the show about the world's most hated audio tools.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Design: Augenkrebs und Hirnverknotung

Kommen wir zum Look. Das Farbschema des Neutron wird als hässlich beschrieben – selbst alte 70er-Synths wirken dagegen wie Laufsteg-Models. AudioPilz hält sich nicht zurück und vergleicht das Design mit etwas, das selbst den härtesten Eurorack-Junkie abschrecken könnte. Ein Synth, der Aufmerksamkeit will – ob man will oder nicht.

Unter der grellen Hülle steckt ein Signalfluss, der ehrlich gesagt ziemlich verwirrend ist. Die Patchbay ist großzügig, aber wer das Maximum rausholen will, muss sich mit einigen seltsamen Architekturentscheidungen herumschlagen. Das ist die Art von Setup, bei der man sich um 3 Uhr morgens fragt, wie man hier gelandet ist – Patchkabel überall und keine Ahnung, was da eigentlich gerade diesen seltsamen Sound macht.


Oszillatoren, Paraphonie und andere Absurditäten

The tone mod wave is shrouded in mystery and allows you to add obscene and modulatable amounts of overtones.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

AudioPilz taucht tief in die Eingeweide des Neutron ein und hebt die Curtis SEM3340-Oszillatoren hervor – Chips mit echtem Synth-Stammbaum. Man kann Wellenformen auswählen oder morphen, und es gibt eine mysteriöse Tone-Mod-Welle, die genug Obertöne liefert, um die Lautsprecher zum Schwitzen zu bringen. Aber Vorsicht: Das Stimmen ist eine Tortur, und der Oszillatormix-Regler ist, wie er sagt, alles andere als ideal.

Es gibt einen paraphonen Modus, den vermutlich nur die Nerds lieben, die zum ersten Date einen Lötkolben mitbringen. Der Moffat-Filter bekommt Lob für seine Qualität, ist aber nicht frei von hässlichen Verzerrungsartefakten. LFO und Hüllkurven bieten reichlich Modulationschaos, auch wenn die Hüllkurven etwas klickend sind – perfekt, wenn man seinen Synth mag, als hätte er einen zu viel im Pub erwischt.

Sounddesign: Von Flatulenz-Rave zu Minimal-Chaos

Hier zeigt der Neutron, was er draufhat – oder zumindest, was an Flecken bleibt. AudioPilz jagt den Synth durch verschiedene Jams und kitzelt alles heraus: von erwachsenen Techno-Sounds bis hin zu dem, was er als „modulare Flatulenz“ bezeichnet. Der Mitten-Punch und die komplexen Wellenformen machen das Teil erstaunlich vielseitig, auch wenn das Gain-Staging so knifflig ist wie der Heimweg nach der letzten Runde.

Die Hüllkurven sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für Drums taugen sie, und die Modulationsmöglichkeiten sind tief genug, um selbst den rastlosesten Schrauber zu beschäftigen. Wer wissen will, wie dreckig oder sauber das Teil wirklich klingt, muss das Video sehen – manche Sounds sind einfach zu wild, um sie nur mit Worten zu beschreiben.


Fazit: Punk-Schnäppchen oder heimliches Vergnügen?

Trotz aller Macken – und davon gibt’s reichlich – gibt AudioPilz zu, dass der Neutron ein Preis-Leistungs-Monster ist. Anfänger werden das günstige Feature-Feuerwerk lieben, während erfahrene Synth-Freaks heimlich das „Furzmaschinen“-Potenzial feiern, auch wenn sie es in der Kneipe nie zugeben würden. Ein Synth, der nützlich und ein bisschen peinlich zugleich ist – wie die alte Lederjacke, die man einfach nicht wegwerfen kann.

Ob man den Neutron nun als Punk-Held oder als heimliches Vergnügen sieht – er bietet viel fürs Geld. Schönheitspreise gewinnt er nicht, und bei Synth-Snobs macht man sich damit auch keine Freunde. Für das volle, ungefilterte Erlebnis (und einige wirklich fragwürdige Sounds) ist das Video Pflicht.

Neutron is a reality distorting bang for the buck and useful take on the slightly strained 2010s budget analog tone.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-behringer-neutron-a-red-rocket-rumble/
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