AudioPilz ist zurück mit einer neuen Folge Bad Gear und diesmal hat er den Waldorf Microwave XT am Start – ein Synth, der so orange ist wie eine Baustellenbake und mindestens genauso auffällig. Vergiss höfliche, beige Workstations: Das hier ist ein digitales Biest von 1998, voller Attitüde und bereit, deinen Mix zu zerlegen. Freu dich auf ein ordentliches AudioPilz-Feuerwerk, bissige technische Seitenhiebe und ein paar Lacher auf Kosten der Synth-Snobs. Wer sein Gear mit einer Prise Chaos und Nostalgie mag, ist hier goldrichtig.

24. Jänner 2026
JET
AudioPilz vs. Waldorf Microwave XT: Orange Wucht im Härtetest
Orange Nostalgie: Erste Eindrücke vom Microwave XT
Der Waldorf Microwave XT kommt nicht einfach in den Raum – er tritt die Tür ein und leuchtet dabei in knalligem Orange. AudioPilz stellt sofort klar: Im Gegensatz zu manchen Synths, die schneller altern als ein offenes Bier, zieht dieser auch nach Jahrzehnten noch Blicke auf sich. Das 1998er-Erbe sieht man ihm an – klobiges Design, kompromisslos auffälliger Look, der Rolands Aira Green wie einen schüchternen Cousin auf einem Punk-Gig wirken lässt.
Doch es geht nicht nur ums Aussehen. Der XT ist ein Wavetable-Synth aus der Zeit, als Virtual Analog der heiße Scheiß war – und er hat die Knöpfe (teilweise 3D-gedruckt), um das zu beweisen. AudioPilz bereitet uns auf einen tiefen Tauchgang vor: Ein Synth, der so viel Attitüde wie Sound hat und immer noch ordentlich Krawall macht.

"Ticking all the boxes. A 1998 wavetable synth, riding the virtual analog wave that brought knobs back to electronic music making."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Oszillator-Chaos: Power und Schwächen

"They don't provide the genre defining edge serum fans might expect and range from pseudo analog staples to late 90s sci-fi channel sound FX raw material."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Hat man sich erstmal an das Orange gewöhnt, geht’s bei den Oszillatoren des Microwave XT richtig los. Zwei Oszillatoren müssen sich eine Wavetable teilen – Serum-Flexibilität gibt’s hier nicht, dafür aber einen ganz eigenen Lo-Fi-Charme. AudioPilz macht die Grenzen klar: Genre-definierende Schärfe ist nicht die Stärke des XT, aber wer auf 90er-Sci-Fi-SFX oder pseudo-analogen Dreck steht, ist hier goldrichtig.
Dazu gibt’s eine ganze Batterie digitaler Tricks: Anti-Aliasing aus für extra Schmutz, Time Quant für den ersten digitalen Knarzeffekt und einen Mixer, der genau richtig (falsch) clippt. FM, Ringmod und ein Noise-Generator runden das Chaos ab. Ein Paradies für Sounddesigner – aber nicht ohne ein paar rostige Schaukeln und kaputte Rutschen.
Filter-Schlägerei: Digitale Zerstörung
Nach dem Oszillator-Spaß kommt die Filtersektion wie ein Türsteher im schäbigen Club. Filter 1 ist das Highlight: Nicht nur Standard-Tief-, Band- und Hochpass, sondern auch eine schräge Waveshaping-Option für kreative Klangverwüstung. Wer saubere, klinische Filter sucht, ist hier falsch – das hier ist Charakter und Chaos pur.
Filter 2 ist einfacher gestrickt, aber in Serie mit Filter 1 gibt’s noch eine Extraportion Dreck. Die Modulationsmöglichkeiten sind tief: Multistage-Hüllkurven und LFOs, alles gesteuert über eine 16-Slot-Modmatrix. Klar, man taucht in Menüs wie auf der Suche nach der letzten Pommes in der Tüte, aber AudioPilz versichert, dass die Bedienung überraschend schmerzfrei ist. Das Ergebnis? Eine Filtersektion, die mehr Punk-WG als Edelstudio ist.

"Gives you a quirky wave shaping option and other ways of creative sound destruction."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Live-Jams: Digitaler Dreck im Einsatz

"Gritty, digital and powerful with a character you might love or hate but can't ignore."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Hier zeigt der Microwave XT sein wahres Gesicht. AudioPilz schmeißt ihn in ein paar Live-Jams – erst Techno, dann Electro und zum Schluss Downtempo. Der XT versucht gar nicht erst, wie ein Softsynth zu klingen; er ist dreckig, digital und voller Artefakte, die Plugin-Entwickler zum Weinen bringen würden.
Die Jams zeigen, wie der Synth mit selbstbewussten, unüberhörbaren Sounds durch den Mix schneidet. Nicht jedermanns Sache, und AudioPilz gibt zu, dass er nicht jeden Patch damit bauen würde – aber wenn’s mal N64-Feeling oder späte Rave-Energie sein soll, liefert der XT ab. Wer hören will, wie gnadenlos das klingt, muss sich das Video reinziehen – Worte reichen für das digitale Gemetzel nicht aus.
Fazit: Noch immer eine digitale Punk-Ikone
Hat der Microwave XT 2024 noch eine Daseinsberechtigung? AudioPilz meint ja – und ich kann nur zustimmen. Der Sound ist stolz un-analog, besetzt alle Frequenzen und weigert sich, sich brav einzufügen. Präzision wie moderne Wavetable-Synths? Fehlanzeige – aber genau das macht den Reiz aus. Das ist ein Synth mit Attitüde, kein höflicher Dinnergast.
Digitale Synth-Fans zahlen immer noch gutes Geld für den XT, und das aus gutem Grund. Plugins und Emulationen kommen nah dran, aber nichts schlägt die rohe, freche Energie des echten orangen Biests. AudioPilz fordert zum Schluss mehr knallige Farben im Synth-Design – da bin ich dabei. Der Microwave XT ist nicht nur ein Synth, sondern ein Statement. Und in einer Welt voller grauer Kisten braucht’s manchmal ein bisschen orangefarbenes Chaos.
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