Wer glaubt, Wavetable-Synths hätten ihren Zenit in den 80ern erreicht, wird von Devin Belanger mit dem Groove Synthesis 3rd Wave 8M ordentlich wachgerüttelt. Das hier ist kein billiger PPG-Klon – sondern ein moderner, kompakter Sound-Bolide mit einem Display, das selbst ausgewachsene Riesen alt aussehen lässt. Devin, bekannt für seine ehrlichen und pointierten Reviews, nimmt den 8M in Sachen Sound, Workflow und Macken genau auseinander und zeigt, warum das Teil mehr als nur Retro-Feeling liefert. Wer einen Desktop-Synth sucht, der im Studio austeilt und trotzdem in den Rucksack passt, bekommt hier das Briefing für die nächste Rave-Bunker-Session.

14. Dezember 2025
SPARKY
Devin Belanger und der 3rd Wave 8M: Wavetable-Wahnsinn im Kompaktformat
Wavetable-Revival: Der 3rd Wave 8M ist gelandet
Vergiss Opa’s PPG – Groove Synthesis hat mit dem 3rd Wave 8M einen Desktop-Synth rausgehauen, der klassischen Wavetable-Charme ins Jahr 2020 katapultiert, ohne dabei das Konto zu sprengen. Devin Belanger macht direkt klar: Das hier ist kein Retro-Aufguss, sondern eine moderne Waffe für Sounddesigner, die digitalen Crunch und analoge Wärme in einer Kiste wollen, die nicht gleich den ganzen Tisch blockiert.
Der 8M steht für Zugänglichkeit und kompakte Power. Devin hebt besonders das Display hervor – ein echter Gamechanger, der die Bedienung im Vergleich zur großen Version zum Kinderspiel macht. Wer einen Synth sucht, der so einfach zu bedienen wie zu transportieren ist, wird hier fündig – Workflow inklusive.

"Calling it just a PPG clone is really selling the 3rd Wave 8M short."
© Screenshot/Zitat: Devinbelangermusic (YouTube)
Unter der Haube: Features, die knallen

"We have a really capable virtual analog section, complete with free running analog oscillators, a really great vintage knob called Circuit Drift."
© Screenshot/Zitat: Devinbelangermusic (YouTube)
Jetzt wird’s technisch. Der 3rd Wave 8M ist nicht nur hübsch – er bringt einen virtuellen Analog-Engine mit, der von PPG-Lo-Fi bis zu modernem Digital-Dreck alles kann. Drei Oszillatoren pro Stimme, Sample-Import und Serum-Wavetable-Support machen das Teil zum Chamäleon. Devins Demo mit einem gesampelten Fender Rhodes ist ein Statement, das kein Klon so schnell nachmacht.
Modulation? Hier herrscht das Chaos: Vier LFOs, vier Hüllkurven und eine Mod-Matrix, mit der du in Sekunden wilde Verbindungen patchen kannst. Das Dual-Filter – einmal Prophet-5-Style analog, einmal digital state variable – liefert alles von satten Bass-Growls bis zu OB6-artigen Notch-Sounds. Und der Circuit Drift-Knob bringt den Vintage-Wackler. Wer sich im Sounddesign verlieren will, bekommt hier seinen Spielplatz und sein Straßenwerkzeug.
Voice Stealing: Die Achillesferse
Natürlich ist nicht alles Gold, was blinkt. Devin spricht die größte Schwäche des 8M an: Voice Stealing. Mit nur acht Stimmen gehen komplexe Patches oder bitimbrale Setups dem Synth schneller die Luft aus, als du „Polyphonie“ sagen kannst. Wer auf binaurale Flächen oder endlose Pad-Trails steht, stößt hier an Grenzen. Für manche ein No-Go, für andere ein Grund, kreativ zu werden – oder eben fürs große Modell zu sparen.

"I definitely do notice voice stealing, and if you are somebody who loves to use the synth in bitamber mode, where you're having, you know, binaural patches where it's left and right hard-panned like we looked at, then in my humble opinion, it is probably still worth saving up for the full-size version because the high voice count will really get you there without voice stealing."
© Screenshot/Zitat: Devinbelangermusic (YouTube)
Sound im Einsatz: Mehr als nur ein PPG-Klon
Devin bleibt nicht bei der Theorie – er lässt den 8M mit echten Patches sprechen. Von knusprigen PPG-Sounds bis zu schimmernden Pads und zerhackten Samples zeigt der 8M, dass er mehr als ein digitaler Mitläufer ist. Die Sample-Engine ist zwar speichertechnisch limitiert, aber was man mit 25 Sekunden rausholt, ist abgefahren. Die Effekte, vor allem das BBD-Delay und der Ambient-Reverb, machen aus rohem Material im Handumdrehen Kino.
Das Besondere am 8M ist, wie schnell man von einer Soundwelt in die nächste springen kann. Devins Patch-Walkthrough ist eine Lehrstunde in Sachen Klang-Metamorphose – eben noch Vintage, im nächsten Moment modernes, moduliertes Chaos. Ehrlich: Worte reichen nicht, um den Sound zu beschreiben; die Jams und Tweaks muss man selbst hören, um den Punch zu spüren.
Fazit: Sounddesigner-Traum (mit kleinen Haken)

"It sounds the best out of any of the wavetable synths I've tried."
© Screenshot/Zitat: Devinbelangermusic (YouTube)
Lohnt sich der 3rd Wave 8M? Devin sagt ja – für alle, die einen Desktop-Synth suchen, der mehr liefert als die übliche Massenware und einen eigenen Charakter hat. Der Workflow ist straff, das Display ein Segen, und der Sound ist dreckig – im besten Sinne. Klar, die Stimmenzahl ist eine Einschränkung, aber wer damit leben kann, bekommt hier einen Keeper. Für Sounddesigner und Synth-Nerds, die moderne Power mit Retro-Flair wollen, ist der 8M eine solide Investition. Wer aber alle Stimmen auf einmal braucht, bleibt besser beim großen Bruder.
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https://www.youtube.com/devinbelangermusic
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