Mit OS 1.10 erhält der Digitakt II von Elektron ein bedeutendes Upgrade, das im offiziellen Elektron-Video ohne Umschweife vorgestellt wird. Hier geht es nicht um Bugfixes – vielmehr stehen neue Filtertypen, erweiterte Modulation, Mono-Sampling und Workflow-Verbesserungen im Fokus, die den Digitakt II noch stärker in Richtung Hybrid-Instrument schieben. Elektrons nerdig-musikalischer Ansatz bleibt unverkennbar: Im Mittelpunkt steht, wie sich diese digitalen Werkzeuge in echte kreative Workflows übersetzen. Wir analysieren, was gezeigt wird, was angedeutet wird und wo das Update noch Fragen offenlässt.

21. März 2025
LYRA
Elektron Digitakt II OS 1.10: Ein Architektur-Update für die digitale Groovebox
Eine neue digitale Leinwand: Was OS 1.10 für den Digitakt II bringt
Das OS 1.10 Update für Elektrons Digitakt II verfolgt ein klares Ziel: Sowohl die Sounddesign- als auch die Performance-Fähigkeiten dieses ohnehin schon beeindruckenden Samplers werden erweitert. Im offiziellen Video wird direkt zu Beginn auf die neuen Features eingegangen und damit die Richtung vorgegeben – hier geht es um Evolution, nicht bloß um Wartung. Es entsteht der Eindruck, dass Elektron auf seine Nutzer hört und nicht nur Fehler behebt, sondern gezielt kreative Werkzeuge liefert.
Von Anfang an stehen Funktionen im Mittelpunkt, die sowohl das Klangspektrum als auch den Workflow betreffen. Das Update bringt einen neuen Filter, zusätzliche Modulationsquellen und Sampling-Verbesserungen – alles mit dem Ziel, den Nutzern mehr Möglichkeiten zum Formen, Steuern und Performen ihrer Sounds zu geben. Es geht nicht nur um mehr Optionen, sondern um eine Vertiefung der Instrumentenarchitektur, die im Musikalltag wirklich zählt.
Filter, Modulation und Mono-Sampling: Die neuen Kern-Tools
Der Star des Updates ist der neue Comb Positive Filter. Im Gegensatz zum Comb Negative, der hohle, röhrenartige Resonanzen erzeugt, bringt Comb Positive metallische, saitenartige Obertöne durch positives Feedback ins Spiel. Im Video gibt es einen cleveren Workflow-Tipp: Hält man die Funktionstaste beim Einstellen der Frequenz gedrückt, verschiebt man die Feedback-Töne in Oktaven von C – und mit Keytracking auf 100% lässt sich der Filter melodisch spielen, fast wie ein zusätzlicher Synth-Engine.
Auch die Modulation wird mit der neuen Keytracking-Quelle deutlich erweitert. Nun können eingehende Notenwerte – egal ob von einem externen MIDI-Controller oder dem Keyboard-Modus des Digitakt II – auf bis zu vier verschiedene Parameter pro Spur geroutet werden, jeweils mit eigenem positiven oder negativen Offset. Das eröffnet nuanciertes Sounddesign, etwa invertierte Filterhüllkurven oder dynamische Filtersteuerung abhängig von der Tonhöhe. Mono-Sampling ist eine weitere praxisnahe Ergänzung: Es kann jetzt gezielt vom linken oder rechten Eingang gesampelt werden oder beide Eingänge werden zu einem Mono-Sample summiert – ideal, um mehrere Mono-Synths oder externe Quellen in einen Digitakt-zentrierten Workflow einzubinden.

"Der Comb Positive Filter nutzt positives Feedback, um metallisch klingende, tonhöhenbezogene resonante Obertöne zu erzeugen."
("The Comb Positive filter uses positive feedback to introduce metallic sounding, pitch-tuned resonant overtones.")© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)
Track Swap: Track-Management neu gedacht

"Das hilft, wenn man Tracks für den Live-Einsatz organisieren oder einfach beim Musikmachen Ordnung halten möchte."
("This helps when organizing tracks to perform live, or just to keep things tidy while making music.")© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)
Track Swap ist eine scheinbar einfache, aber äußerst wirkungsvolle Ergänzung. Damit lassen sich sämtliche Einstellungen, Presets und Sequenzerdaten zweier Spuren sofort austauschen. Besonders Live-Performer profitieren davon, wenn sie ihre Sets spontan umorganisieren müssen, aber auch Studio-Nutzer können so ihre Projekte aufräumen, ohne mühsam Patterns zu kopieren. Der Ablauf ist unkompliziert: Track-Setup-Menü öffnen, Track Swap auswählen und die beiden gewünschten Track-Tasten gedrückt halten, bis der Tausch bestätigt wird. Ein kleines Workflow-Detail mit großem Effekt für alle, die ihre Sessions flexibel und übersichtlich halten wollen.
Sequencer-Verbesserungen: Parameter Locks und Overdub-Modus
Der Sequencer, ohnehin ein Markenzeichen der Elektron-Maschinen, wird mit OS 1.10 noch flexibler. Parameter-Locks können jetzt auf alle aktiven Trigs einer Seite oder Spur gleichzeitig angewendet werden – ein Segen für alle, die schnell Variationen einbauen wollen, ohne jeden Step einzeln zu editieren. Im Video wird gezeigt, wie man durch gleichzeitiges Halten von Trig und Page oder Trig und Track blitzschnell Parameteränderungen auf mehrere Steps verteilt.
Eine weitere willkommene Neuerung ist der Overdub-Modus für die Live-Aufnahme. Statt bestehende Trigs zu überschreiben, können nun neue Noten darübergelegt werden – ideal, um komplexe MIDI-Sequenzen oder Melodien über gehaltene Akkorde zu bauen. Diese Verbesserungen stärken den Ruf des Digitakt II als performancefreundliche, kompositionsbereite Groovebox weiter.

"Dadurch können Noten über bestehende Trigs aufgenommen werden, anstatt sie zu überschreiben."
("This allows notes to be recorded on top of existing trigs instead of overwriting them.")© Screenshot/Zitat: Weareelektron (YouTube)
Digitakt II OS 1.10: Mehr als die Summe seiner Teile
In Summe macht das OS 1.10 Update den Digitakt II zu einem noch vielseitigeren Kreativzentrum. Die neuen Filter- und Modulationsoptionen laden zu tiefergehender Klangforschung ein, während Workflow-Verbesserungen wie Track Swap und Overdub-Recording sowohl Live- als auch Studioeinsätze effizienter machen. Elektrons Ansatz bleibt, den Nutzern ein digitales Spielfeld zu eröffnen – und dieses Update ist ein klarer Schritt nach vorn. Wie sich die Features in unterschiedlichsten Setups bewähren, wird sich wie immer erst im Praxiseinsatz zeigen.
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