In dieser ausführlichen Präsentation aus dem Schneiderskeller erklärt Simon Kirby sein Modularsystem, dessen Herzstück das Expert Sleepers disting NT bildet. Expert Sleepers, bekannt für die Verbindung von DAW-basierten und modularen Workflows, zeigt hier die polyphonen und MPE-Fähigkeiten des NT sowie dessen Fähigkeit, eine Vielzahl von Effekten und Sound-Engines zu beherbergen. Kirbys Ansatz zielt darauf ab, maximale klangliche Flexibilität in einem kompakten Setup zu erreichen, wobei das disting NT es ihm ermöglicht, sein System zu verkleinern, ohne kreative Möglichkeiten einzubüßen. Wer wissen möchte, wie ein einziges Modul Patch-Strategien und Performance-Workflows neu definieren kann, findet in dieser Session eine wahre Fundgrube an praktischen Einblicken und Patch-Kniffen.

21. März 2026
MILES
Expert Sleepers disting NT: Im Zentrum von Simon Kirbys Modular-Denken
Ein Modularsystem mit dem disting NT im Mittelpunkt
Simon Kirby eröffnet seine Präsentation, indem er das Expert Sleepers disting NT als Dreh- und Angelpunkt seines aktuellen Eurorack-Setups positioniert. Nach der Anreise aus Edinburgh mit einem schlanken Case hebt er hervor, wie das NT es ihm ermöglicht hat, sein System zu verkleinern, ohne an kreativer Tiefe zu verlieren. Wo früher ein ausladendes Rack nötig war, erlaubt das NT nun einen fokussierteren Ansatz, sodass komplexe Patches in deutlich kompakterer Form möglich werden.
Kirbys System ist eine Mischung aus digitalen und analogen Stimmen, Sequencern und Effekten, doch das disting NT übernimmt dabei den Großteil der Arbeit. Viele der im Vortrag gehörten Sounds – polyphone Stimmen, Sampler und Effekte – laufen alle im NT. Diese Konsolidierung vereinfacht nicht nur das Patchen, sondern führt auch zu einer bewussteren Auswahl der unterstützenden Module und macht das NT zum modularen Schweizer Taschenmesser im Zentrum seines Rigs.

"Having the NT has allowed me to shrink this system down a lot and spend quite a bit of time thinking about exactly what I needed to do the kinds of things I wanted to do with the modular."
© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)
Polyphonie, MPE und der Carbonator: Zentrale Features im Fokus

"What the Disting NT implementation adds, it's polyphonic, so we can play a two-note chord here."
© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)
Ein zentrales Highlight des disting NT sind seine ausgeprägten polyphonen und MPE-Fähigkeiten (MIDI Polyphonic Expression). Kirby demonstriert, wie das Modul mehrere polyphone Stimmen beherbergen kann, darunter eine polyphone Version von Mutable Instruments’ Rings sowie eine Plaits-Implementierung für Bassklänge. Die Flexibilität des NT reicht bis hin zur MIDI-Sequenzierung und Sample-Wiedergabe – alles innerhalb eines einzigen Moduls, was es zu einem mächtigen Zentrum für melodische wie perkussive Elemente macht.
Im Vortrag steht außerdem die Effektsektion des NT im Fokus, insbesondere der Carbonator-Algorithmus. Dieser, gemeinsam von Kirby und Os entwickelt, nimmt Audio in einen Buffer auf und spielt Ausschnitte davon auf unvorhersehbare Weise ab – so entsteht eine kontrollierte Portion Chaos im Patch. Dieser Effekt, ebenso wie der Kompressor und weitere Algorithmen, ist nahtlos in Kirbys Performance-Workflow integriert und zeigt, wie das NT sowohl als Soundgenerator als auch als kreativer Effektprozessor dienen kann.
Komplexe Klangerzeugung und MIDI-Steuerung in Aktion
Kirby zeigt, wie das disting NT komplexes Sounddesign ermöglicht, indem es mehrere Engines und Effekte in einem einzigen Modul vereint. Er demonstriert einen polyphonen Rings-Patch, der mit Distortion angereichert und verschiedenen Dimensionen seines MIDI-Controllers zugeordnet ist. Der Druck steuert das Damping, während die Y-Achse die Anschlagsposition oder den Structure-Parameter moduliert – so entsteht eine ausdrucksstarke, in Echtzeit steuerbare Performance, die auf der Original-Hardware von Rings kaum möglich wäre.
Ein weiteres Highlight ist der MIDI Temporal Quantizer des NT, der MIDI-Eingaben mit Clock-Signalen synchronisiert und so für rhythmische Präzision sorgt. Kirby zeigt, wie dieses Feature selbst weniger rhythmisch versierten Performer tight wirken lässt, da Noten nur im Takt des Clocks ausgelöst werden. Die Möglichkeit, Controller-Dimensionen einfach auf verschiedene Parameter der Engines im NT zuzuweisen, vereinfacht komplexe Modulationen und macht fortgeschrittene Klangmanipulation auch live zugänglich.

"Another feature on this module is something called a MIDI temporal quantizer, and what that does is it takes MIDI information in and a clock and says, 'Okay, don't send any MIDI out until you hear that clock.'"
© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)
Modular entschlacken: Kreative Workflows und flexible Performance

"So that's just a little example of what you can do with this random but not random process."
© Screenshot/Zitat: Expertsleepersltd (YouTube)
Eine der größten Stärken des NT in Kirbys Setup ist die Vereinfachung und Verschlankung des modularen Workflows. Durch das Hosting mehrerer Algorithmen und Stimmen reduziert das NT den Bedarf an redundanten Modulen und schafft Platz und geistige Freiheit für kreatives Experimentieren. Kirby erläutert, wie er die CPU-Last managt, indem er Algorithmen je nach Bedarf aktiviert oder deaktiviert – ein Vorgang, der über die Performance-Page und die intuitiven Bedienelemente des NT besonders einfach ist.
Er zeigt außerdem, wie der Carbonator sowohl zufällige als auch wiederholbare Muster generiert, besonders im Bereich Percussion. Durch das Zurücksetzen des Zufallszahlengenerators mit Puls-Signalen entstehen semi-vorhersehbare rhythmische Texturen, die sich mutieren oder gezielt abrufen lassen. Dieser Ansatz ermöglicht sich entwickelnde, aber kontrollierte Klanglandschaften – ideal für Live-Performance und experimentelles Sounddesign. Die Integration des NT mit externen Effekten wie Mimeophon und FX Aid unterstreicht seine Vielseitigkeit als Klangquelle und Modulationszentrale.
Tipps für ausdrucksstarke Performance und Patch-Management
Kirby schließt mit praxisnahen Tipps, wie man das disting NT im Live-Kontext optimal nutzt. Er teilt einen cleveren Trick für das Live-Score-Management: Indem er eine MIDI-Spur auf den PolyCV-Algorithmus des NT routet (ohne das CV auszugeben), nutzt er das Display des Moduls als Echtzeit-Score-Reader, um bei komplexen Stücken den Überblick zu behalten. Solche Querdenker-Ideen zeigen, wie vielseitig das NT für musikalischen Ausdruck und organisatorische Unterstützung auf der Bühne eingesetzt werden kann.
Kirbys Präsentation unterstreicht letztlich die Rolle des NT als Werkzeug zur Steigerung von Kreativität und Kontrolle. Ob für ausgefeiltes Sounddesign, ausdrucksstarke Performance oder einfach als Gedächtnisstütze auf der Bühne – das disting NT erweist sich als unverzichtbarer Verbündeter im modernen Modular-Workflow.
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