Expressive E Noisy 2: Ein Architektur-Check des Next-Gen MPE Synths

8. Mai 2024

LYRA

Expressive E Noisy 2: Ein Architektur-Check des Next-Gen MPE Synths

Expressive E meldet sich mit Noisy 2 zurück – einem Software-Synthesizer-Plugin, das die Grenzen des expressiven Sounddesigns verschiebt. Aufbauend auf ihrem Ruf als MPE-Innovatoren zeigt das Walkthrough-Video eine bi-timbrale Engine, über 1200 Presets und einen Workflow, der auf gestengesteuerter Modulation basiert. Mit zwei Sound-Layern, fortschrittlicher Resonator-Architektur und einem leistungsstarken neuen MPE-Modus will Noisy 2 nuancierte, dynamische Synthese sowohl für MPE- als auch klassische MIDI-User zugänglich machen. Wir beleuchten, wie sich die Designphilosophie von Expressive E in Patchen, Modulation und Performance-Workflows übersetzt.

Noisy 2: Expressive Synthese neu gedacht

Noisy 2 wird als neuester Wurf von Expressive E im Bereich Software-Synthese vorgestellt – mit klarem Fokus auf Ausdrucksstärke und intuitive Kontrolle. Das Walkthrough setzt den Ton, indem es hervorhebt, wie Noisy 2 sowohl von akustischer als auch analoger Synthese inspiriert ist und die Lücke zwischen organischem Sound und digitaler Flexibilität schließen will. Im Zentrum des Instruments stehen Resonatoren, die als primäre Klangquellen dienen und das lebendige, unvorhersehbare Verhalten akustischer Instrumente nachbilden sollen.

Auffällig ist sofort der Ansatz, tiefgreifende Klangveränderungen durch einfache Gesten oder Drehregler zugänglich zu machen – unabhängig davon, ob ein MPE-kompatibler Controller vorhanden ist. Dieser Ansatz passt zu Expressive Es Mission, elektronische Instrumente physisch ansprechender und musikalisch reaktiver zu gestalten. Das Video positioniert Noisy 2 als Werkzeug für Musiker, die ihren digitalen Sounds Nuancen und Emotionen einhauchen wollen, statt nur statische Presets zu schichten.

It allows you to deeply reshape its timbres with a few knob turns or gestures on any controller, MPE compatible or not.

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Layer-Architektur und riesige Preset-Bibliothek

Recombine any of the 2400 available layer presets to quickly come up with new sounds in a flexible and playful way.

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Das bi-timbrale Design von Noisy 2 bedeutet, dass zwei völlig unabhängige Sound-Layer zur Verfügung stehen – jeweils mit eigenen Resonatoren und Modulationsoptionen. Dieser Dual-Layer-Ansatz ermöglicht komplexe, sich entwickelnde Texturen, die sich durch das Kombinieren verschiedener Layer-Presets schnell erstellen lassen. Im Walkthrough wird betont, dass über 1200 Hauptpresets – jeweils aus zwei Layern bestehend – zur Verfügung stehen und Nutzer aus 2400 Layer-Presets frei kombinieren können, um im Handumdrehen neue Sounds zu kreieren.

Der Signalfluss ist architektonisch klar: Die Resonatoren jedes Layers laufen in einen Stereo-Filter und dann in eine gemeinsame Effektsektion mit zwei Effekt-Slots sowie globalem Delay und Reverb. Expression-Control-FX-Blöcke sind über Layer und Effekte verteilt und ermöglichen die Echtzeitmodulation von Parametern. Das Video hebt den spielerischen und flexiblen Workflow hervor, unterstützt durch farbcodierte visuelle Hinweise, die helfen, Modulationen in Echtzeit nachzuvollziehen – ein durchdachtes Feature für alle, die gerne kreativ und organisiert patchen.

MPE-Modus: Ausdruck pro Note auf neuem Level

Ein zentrales Highlight von Noisy 2 ist der erweiterte MPE-Modus, der für Nutzer mit MIDI Polyphonic Expression-Controllern konzipiert ist. Die Aktivierung des MPE-Modus öffnet eine eigene Sound-Library und erlaubt es, einzelne Noten per Gesten individuell zu manipulieren – jeder Finger erhält seinen eigenen Ausdruckskanal. Das Walkthrough zeigt, dass der MPE-Modus nicht nur ein Häkchen in der Feature-Liste ist, sondern ein Kernelement der Synth-Identität, das mehrere Dimensionen der Kontrolle über jede Note bietet.

Im Zentrum dieses Modus steht der Expression-Control-Block, der klassische Hüllkurvengestaltung und kontinuierliche Steuerung über Druck und Aftertouch vereint. Expressive Es eigener Osmose-Controller wird als ideales Gegenstück genannt, doch das System ist für verschiedenste MPE-Geräte ausgelegt. Die Möglichkeit, vier Expression-Blöcke über Layer und Effekte unabhängig zu konfigurieren, bedeutet, dass Nutzer das Verhalten von Presets radikal an ihren eigenen Spielstil und Performance-Bedarf anpassen können.

MIDI polyphonic expression will give you several dimensions to control every note of your sound individually with each of your fingers.

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Expression-Blöcke: Modulation in Bewegung

Dynamic push applies the new way of triggering only to your downward movements.

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Das Walkthrough geht tiefer auf die einzigartigen Expression-Control-Blöcke ein, die als Modulationsmotoren für Sound- und Effektparameter dienen. Diese Blöcke sind nicht auf einfache Hüllkurven-Trigger beschränkt, sondern interpretieren MPE-Gesten auf raffinierte Weise. So erlauben die erweiterten Trig-Modi etwa, Hüllkurven dynamisch abhängig von Geschwindigkeit und Art einer Geste auszulösen – egal ob schneller Druck, schnelles Loslassen oder eine Kombination beider Bewegungen.

Dieser differenzierte Ansatz beim Gesten-Mapping ermöglicht es Sounddesignern, je nach Interaktion mit dem Controller unterschiedliche klangliche Verhaltensweisen zu erschließen. Die drei Trig-Modi – Dynamic Push, Dynamic Lift und Dynamic Shake – bieten ein breites Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten und machen Noisy 2 besonders spannend für Live-Performance und experimentelle Workflows. Das Video zeigt, wie diese Features es erlauben, Bewegung und Leben in Patches zu bringen und weit über statische Modulationszuweisungen hinauszugehen.

Classic Mode: Ausdruck für alle Controller

Da nicht jeder einen MPE-Controller besitzt, bietet Noisy 2 auch einen Classic Mode, der Standard-MIDI-Geräte unterstützt. In diesem Modus können Nutzer weiterhin die einzigartigen, von Akustik und Analog inspirierten Klangfarben des Synths nutzen und den Ausdruck über klassische Bedienelemente wie Mod-Wheel oder externe Controller wie Expressive Es eigenen Touché steuern.

Im Video wird erwähnt, dass Version 2 von Noisy die Zahl der spielbereiten Presets für Touchés Begleit-App Lié von 400 auf 700 erhöht – ein weiterer Schritt in Richtung Zugänglichkeit. So bleibt die zentrale Sounddesign-Philosophie – basierend auf Geste, Noise und Ausdruck – für eine breite Musikerbasis unabhängig vom Hardware-Setup erhalten. Das Walkthrough schließt mit dem Ziel von Noisy 2: Sounddesign soll kraftvoll und unmittelbar sein und Nutzer dazu einladen, jedes Patch zu ihrem eigenen zu machen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/expressive-e-noisy-2-a-deep-dive-into-next-gen-mpe-synthesis/
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