Expressive E Osmose: MPE-Expression für Software-Synths entfesselt

3. April 2025

LYRA

Expressive E Osmose: MPE-Expression für Software-Synths entfesselt

Das Osmose von Expressive E ist weit mehr als nur ein weiterer MIDI-Controller – es ist das Flaggschiff unter den MPE-Keyboards und bringt bislang unerreichte Nuancen und physische Ausdrucksstärke in den Workflow mit Software-Synths. In diesem ausführlichen Tutorial zeigt Expressive E (mit Josh Madoff als Host), wie das Osmose die Brücke zwischen taktiler Performance und digitalem Sounddesign schlägt. Im Fokus stehen MPE-kompatible Plugins und die firmeneigene Expressive Suite. Das Video führt von den Setup-Grundlagen über praktische Mappings bis hin zu maßgeschneiderten Presets und kreativen Workarounds für nicht-MPE-Synths. Wer sich für die Architektur ausdrucksstarker Steuerung interessiert, bekommt hier einen tiefen Einblick, wie das Osmose sowohl DAW als auch Spielweise transformieren kann.

Osmose: Ein neues Paradigma für ausdrucksstarke Kontrolle

Das Osmose wird als revolutionäres MPE-Keyboard vorgestellt, das die kreativen Möglichkeiten bei der Steuerung von Software-Instrumenten auf ein neues Level hebt. Expressive E positioniert es als Werkzeug, das neue Nuancen und physische Interaktion ins digitale Sounddesign bringt und dabei die Kraft von MIDI Polyphonic Expression (MPE) nutzt. Host Josh Madoff betont, wie Software-Instrumente die Musikproduktion demokratisiert haben, merkt aber an, dass das Osmose mit seiner einzigartigen Oberfläche die Expressivität noch weiter steigern kann.

Von Anfang an steht im Mittelpunkt, wie das Design des Osmose darauf ausgelegt ist, natürliche Gesten – Druck, Bewegung und Berührung – in detaillierte Klangkontrolle zu übersetzen. Es geht nicht nur ums Auslösen von Noten, sondern darum, jede Facette einer Performance in Echtzeit zu formen. Das Versprechen ist klar: Das Osmose ist kein generischer Controller, sondern ein Performance-Instrument, das die Möglichkeiten mit Software-Synths neu definiert.


MPE-Workflow: Externer MIDI-Modus und per-Key-Expression

Ein zentrales Feature des Osmose ist die Fähigkeit, nahtlos in den externen MIDI-Modus zu wechseln und damit das volle MPE-Potenzial für Software-Synths freizuschalten. Im Tutorial wird der Ablauf gezeigt: Ein Klick auf das ‚M‘ in der Ecke schaltet das Instrument vom internen Sound-Engine-Modus in den externen MIDI-Modus – bereit für MPE. Dieser Workflow ist angenehm direkt, minimiert Menü-Tiefen und macht den Wechsel zwischen Standalone- und Controller-Rolle einfach.

Im MPE-Modus liefert das Osmose per-Key Pitchbend, Aftertouch und Druckempfindlichkeit – alles kann in kompatiblen Plugins verschiedenen Parametern zugewiesen werden. Im Video wird dies mit Vital demonstriert, wo Aftertouch auf den Filter-Cutoff gemappt wird und so nuancierte, fingergetriebene Modulation ermöglicht. Das Mapping ist unkompliziert: Rechtsklick, MIDI-Learn, fertig. Ähnlich funktioniert es beim Cherry Audio DCO-106, wo MPE-Zuweisungen übersichtlich dargestellt und auf X (Pitch), Y (Aftertouch) oder Z (Druck) gelegt werden können.

Der Workflow ist nicht nur technisch flexibel, sondern auch unmittelbar. Der Host betont, wie kleinste Variationen im Fingerdruck zu ausdrucksstarken Filterfahrten und Automation führen, die auch beim Aufnehmen eingefangen werden. Diese per-Note-Expressivität steht im Zentrum des MPE-Versprechens, und die Umsetzung im Osmose wirkt in diesen Beispielen sowohl robust als auch intuitiv.

Sobald man bei Vital den MPE-Modus aktiviert, hat man per-Key Pitchbend, aber zumindest meiner Erfahrung nach war nichts auf Druck oder…

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

MPE-fähige Synths im Fokus: Vital, DCO-106 und Drift

Das Video führt durch ein Trio von Software-Synths – Vital, Cherry Audio DCO-106 und Ableton Drift – um die Bandbreite der MPE-Integration zu zeigen. Jeder Synth wird so eingerichtet, dass er die multidimensionalen Daten des Osmose empfängt. Der Host hebt sowohl die einfache Konfiguration als auch die klanglichen Resultate hervor. In Vital wird Aftertouch auf den Filter gemappt und für dynamische Arpeggiator-Performances genutzt, während der DCO-106 von Pressure Glide und per-Key Pitchbend profitiert und so klassischen Analog-Emulationen eine neue Dimension verleiht.

Abletons Drift, das in Live enthalten ist, reagiert auf die Osmose-Gesten mit sphärischen, sich entwickelnden Texturen. Der Workflow bleibt konsistent: Instrument auswählen, MPE aktivieren, Parameter zuweisen, spielen. Die Demonstrationen zeigen, wie diese Synths auf ausdrucksstarke Eingaben reagieren – weniger tiefes Sounddesign, mehr Fokus auf die physische Spielbarkeit. Gerade für User, die ihrer In-the-Box-Produktion mehr Körperlichkeit verleihen wollen, sind die Ergebnisse überzeugend.


Expressive Suite: Maßgeschneiderte Presets für maximale Gestik

Die Sounddesigner von Expressive-E haben für jedes dieser Instrumente eigene Preset-Packs erstellt, die alle wunderbaren Gesten des Osmose…

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Die Expressive Suite von Expressive E wird als nächster Evolutionsschritt präsentiert und bietet speziell entwickelte Preset-Packs für verschiedene Software-Instrumente. Diese Presets sind darauf ausgelegt, das volle Gesten-Spektrum des Osmose auszuschöpfen – von Velocity und Druck bis zu feineren MPE-Controls. Der Host hebt hervor, dass das Osmose das drucksensitivste elektronische Instrument am Markt ist und die Suite genau darauf zugeschnitten wurde.

Im Tutorial werden mehrere Instrumente der Suite gezeigt: Myth von Dawson, Phase Plant und Synapse Audio Legend HZ. Für jedes davon haben die Sounddesigner von Expressive E hunderte Presets geschaffen – Hybrid Instruments, Lo-Fi Swirl, Mutated für Myth; ein breites Spektrum für Phase Plant; sowie Blur, Horizons, Obsidian für Legend HZ. Die Demos zeigen, wie jedes Preset auf unterschiedliche Gesten reagiert: sich entwickelnde Klangfarben, dynamische Filteröffnungen und cineastische Texturen, die sich in Echtzeit mit dem Spiel verändern.

Ein architektonischer Kniff: Die Suite liefert nicht nur neue Presets, sondern denkt den Umgang mit Ausdruck in diesen Synths neu. Im Video wird gezeigt, wie Nutzer die Sensitivität an ihren Spielstil anpassen und wie das (De-)Aktivieren von Pitchbend den Fokus auf Druck und Aftertouch verschiebt. Diese modulare Herangehensweise an Expressivität macht die Suite zu einem mächtigen Werkzeug für alle, die tiefes, gestengesteuertes Sounddesign suchen.

Noisy 2: Das Boss-Level der MPE-Integration

Noisy 2 wird als Flaggschiff unter den MPE-Software-Synths vorgestellt – von Grund auf entwickelt, um alle Dimensionen des Osmose auszuschöpfen. Anders als Plugins, die MPE nachrüsten, ist die Architektur von Noisy 2 komplett auf ausdrucksstarke Steuerung ausgelegt. Im Video wird der einzigartige Expression-Control-Bereich hervorgehoben, in dem Gesten auf Hüllkurven, Effekte und sogar dynamische Reaktionen je nach Anschlagsgeschwindigkeit oder Loslassen der Taste zugewiesen werden können.

Die Demo zeigt Features wie Dynamic Push, Lift und Shake – verschiedene Möglichkeiten, Hüllkurven mit differenzierten Fingerbewegungen auszulösen. Layering, Aftertouch-gesteuerte Effekte und Echtzeitmodulation werden präsentiert, wobei der Host die Zugänglichkeit und Flexibilität der Oberfläche für MPE-Programmierung betont. Das Ergebnis ist ein Workflow, in dem Sounddesign und Performance eng verschmelzen und die Grenzen zwischen Preset und Improvisation auf spannende Weise verschwimmen.

Es ist außerdem das einzige MPE-Softsynth, das ich kenne, bei dem Nutzer auf extrem zugängliche Weise festlegen können, wie Gesten den…

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Mehr als MPE: Ausdruckskraft für Nicht-MPE-Synths

Mit der MPE-Struktur ist es aber möglich, auch bei diesem Nicht-MPE-Synth unabhängige per-Key Pitchbend-Kontrolle zu bekommen und in diesem…

© Screenshot/Zitat: Expressivee (YouTube)

Zum Abschluss zeigt das Tutorial, wie das Osmose auch Nicht-MPE-Instrumenten neues Leben einhauchen kann. Am Beispiel des BA-1 von Baby Audio demonstriert der Host, wie Aftertouch via MIDI-Learn auf Filter und Drive gemappt werden kann – auch ohne vollwertige MPE-Unterstützung. Während per-Key Pitchbend im Single-Channel-Modus limitiert ist, wird ein kreativer Workaround vorgestellt: Mehrere Instanzen des Synths auf separaten MIDI-Kanälen laufen zu lassen, um per-Note-Kontrolle zu simulieren.

Dieser Abschnitt unterstreicht die Vielseitigkeit des Osmose – nicht nur als MPE-Powerhouse, sondern auch als Controller, der Ausdruck in ältere oder einfachere Plugins bringt. Der Workflow ist zwar etwas aufwendiger, aber die Belohnung ist die Möglichkeit, nuancierte, physische Performances auf eine größere Bandbreite von Software-Instrumenten zu übertragen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/expressive-es-osmose-unlocking-mpe-expression-in-software-synths/
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