Ferry Island Modular: Metamyther taucht in Euroracks neue Klangwaffen ein

19. Mai 2026

SPARKY

Ferry Island Modular: Metamyther taucht in Euroracks neue Klangwaffen ein

Metamyther verschwendet keine Zeit – dieses Interview mit Ferry Island Modular ist eine knallharte Rave-Bunker-Tour durch einen der frischesten Disruptoren der Eurorack-Szene. Vergiss die immer gleichen Filter-Klone: Diese Finnen basteln Module mit Charakter, vom Four Seas Wavetable-Biest über die Undertow-Modulationsmatrix bis hin zum Beacon Stereo-VCA/LPG. Das Gespräch ist schnell, nerdig und voll von Details, die man nur bekommt, wenn die Entwickler genauso besessen sind wie du. Bleib bis zum Ende dran für einen exklusiven Teaser ihres nächsten abgefahrenen Moduls – und glaub mir, das Video liefert den vollen Geschmack.

Finnischer Drive: Ferry Island Modular betritt die Bühne

Ferry Island Modular ist nicht einfach irgendein Boutique-Label, das dir einen umgelabelten VCA andrehen will – sie sind ein Team aus Helsinki mit Geschmack für das Schräge, Wilde und wirklich Neue. Metamyther trifft auf der Superbooth das gesamte Team, und von Anfang an merkt man: Diese Leute wollen Grenzen verschieben, nicht Trends hinterherlaufen. Die Hintergründe sind bunt gemischt: Gründer Justin ist ein Rock’n’Roller, der zum Modular-Nerd wurde, Jukka bringt Berliner Techno- und Punk-DNA mit, und Orly regelt das Business mit einer kompromisslosen, „full-ass“-Mentalität.

Erfrischend ist, wie sehr Ferry Islands Vibe von ihren finnischen Wurzeln geprägt ist – ein Ort, an dem Anderssein ein Ehrenabzeichen ist und die DIY-Szene quicklebendig bleibt. Sie sprechen offen über den harten Weg zum eigenen Hardware-Produkt: Von DIY-Anfängen über lokale Fertigung bis hin zum Learning-by-Doing bei Tests und Produktion – dieses Team scheut sich nicht, die Hände schmutzig zu machen. Wer Module mit echter Persönlichkeit sucht, sollte hier genau hinschauen.


Four Seas: Wavetable-Chaos entfesselt

Der Four Seas ist kein gewöhnlicher Wavetable-Oszillator – das Ding ist eine echte Klangwaffe für die Straße. Justins Wavetable-Obsession begann mit Mutable Sheep und etwas Synthwave-Nostalgie, aber Four Seas geht viel weiter. Vier Ausgänge, jeder mit eigenem Spread und Position im Wavetable-Raum, plus genug Modulationsoptionen, um selbst den abgebrühtesten Drone-Fan zum Grinsen zu bringen. Besonders das Spread-Feature sticht heraus: Hier entstehen wilde Frequenzbeziehungen und Stereoeffekte im Handumdrehen.

Das Beste: Man kann sich selbst patchen, Ausgänge in LFOs verwandeln und sogar externes Audio direkt ins Herz des Moduls jagen – für richtig abgefahrene Ergebnisse. Firmware-Updates bringen jetzt noch langsamere LFOs und mehr Flexibilität. Das Teil ist ein Spielplatz für Experimentierer und kann weit mehr als nur harte Digitalklänge: Mit Filter und Modulation findet man überall Sweetspots. Wer von langweiligen Oszillatoren genug hat, bekommt mit Four Seas den Adrenalinschuss fürs Rack.

Dann kannst du einfach deine eigenen Wavetables basteln, und dann wartet das nächste Highlight.

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Undertow: Modulationsmatrix für Mutige

Wenn du zum Beispiel einen Mod-Typ wie Noise auswählst, gibt es in der unteren Reihe keinen Noise in diesen fünf interpolierten Ausgängen…

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Als Nächstes kommt Undertow, Ferry Islands Antwort auf die Frage: Wie viel Modulation ist zu viel? (Spoiler: Gibt’s nicht.) Diese morphende Wavetable-VCO/LFO-Matrix ist ein 5×3-Output-Raster, das zwischen zwei unabhängigen Oszillatoren interpoliert. Beide lassen sich separat takten, Wellenform und Frequenz morphen, und verschiedene Mod-Typen sorgen für alles von subtiler Bewegung bis zum totalen Chaos. Der Modulations-Amount-Regler ist fett, griffig und bereit, dein Patch ins Unbekannte zu schieben.

Ein Display gibt’s nicht – und das ist Absicht. Ferry Island will, dass du mit Ohr und Hand navigierst, nicht im Menü-Dschungel verschwindest. Das Ergebnis: Ein Modul, das sich wie ein Instrument anfühlt, nicht wie ein Computer. Egal ob Makrosteuerung, Schwarmoszillatoren oder LFO-Overkill – Undertow bringt dein System garantiert ins Schwitzen. Wer keine Lust auf Shift-Funktionen und Spickzettel hat, findet hier seinen neuen Spielplatz.

Beacon: Stereo-VCA/LPG mit Biss

Beacon ist nicht einfach ein weiterer braver VCA – das ist ein Stereo-VCA/Lowpass-Gate, inspiriert von klassischen Vactrols, aber mit modernem, digitalem Twist. Justin ist hier voll ins Labor abgetaucht und hat eine ganze Sammlung Vactrols physikalisch modelliert, damit du verschiedene Response-Flavours bekommst: von Buchla-weich bis richtig bissig. Es gibt Ping-Inputs, wählbare Modelle und einen Character-Regler, der von subtiler Wärme bis zu voller Sättigung und Verzerrung alles liefert – dank Moog-inspirierter Schaltungen.

Das analoge Signal läuft digital gesteuert – so bekommst du das Beste aus beiden Welten: Direktes Anfassen, tiefe Tweaks. Über Expansionsports auf der Rückseite lässt sich Beacon in verteilte Mix-Setups einbinden oder Signale hinter dem Panel routen wie ein Profi. Kompakt, clever und mehr als nur ein weiteres LPG. Wer Dynamik mit Attitüde (und gern etwas Dreck) will, ist hier richtig.

Es ist nicht wirklich ein neues Problem, das gelöst werden muss. Es gibt schon digitale Modelle von Vactrols, aber wir gehen es mit einem…

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Ebb: Der Teaser, der neugierig macht

Gerade wenn du denkst, Ferry Island hat schon alles rausgehauen, gibt’s von Metamyther einen exklusiven Teaser zum nächsten Prototypen: Ebb. Ein Stereo-Scanner mit vier Eingängen, perfekt für Four Seas und andere Multi-Output-Module. Es geht um vactrol-inspiriertes Scanning, Expander-Header und clevere Tricks à la Grant Richter. Noch ist alles in Arbeit, aber wenn man nach dem bisherigen Output geht, könnte Ebb das nächste Must-Have für alle werden, die auf Bewegung und Stereomagie stehen. Augen offen halten – und fürs volle Bild unbedingt das Video schauen.


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