Frap Tools nimmt uns mit auf eine akribische Reise in die Welt der elektroakustischen Komposition, bei der der elegante Klang eines Yamaha C3 Konzertflügels in das Gewebe eines Modular-Synth-Patches eingewoben wird. In diesem detaillierten Walkthrough zeigt Francesco Gennari, wie sich akustische und elektronische Elemente nicht nur begegnen, sondern miteinander kommunizieren – mit einer Vielzahl von Frap Tools-Modulen und sorgfältig ausgewählten Extras. Das Video ist eine Meisterklasse in Routing, Modulation und Klangschichtung und bietet einen seltenen Einblick in die Integration traditioneller Instrumente in die modulare Welt. Wer glaubt, Patchkabel und Klavierhämmer gehörten in getrennte Welten, wird hier eines Besseren belehrt.

19. November 2025
MILES
Frap Tools: Ein Konzertflügel im Modular-Labyrinth
Disting EX, Doepfer Lopass Gate, Ears, Frap Tools 321, Frap Tools 333, Frap Tools CGM, Frap Tools Cunsa, Frap Tools Falistri, Frap Tools Sapèl, Frap Tools USTA, Noise Engineering Imitor Versio, Random Source NTO, Rode NT55, Yamaha C3
Wo Holz auf Draht trifft: Das elektroakustische Konzept
Das Video beginnt mit Francesco Gennari, der ‚Studio No.8‘ vorstellt – eine elektroakustische Komposition, bei der ein Konzertflügel das Herzstück einer modularen Synthesizer-Umgebung bildet. Statt die beiden Welten einfach übereinanderzulegen, wird das Stück als Dialog konstruiert, in dem sich Klavier und modulare Stimmen gegenseitig beeinflussen. Akustische und elektronische Klänge konkurrieren nicht, sondern werden so arrangiert, dass sie sich ergänzen und gegenseitig formen, was zu einer ausgewogenen Klanglandschaft führt.
Dieser Ansatz wird von Anfang an deutlich: Der natürliche Klang des Klaviers darf atmen und wird dann allmählich mit modularen Texturen verflochten. Die Performance ist nicht nur ein Beweis technischer Finesse, sondern eine Erkundung, wie sich akustische Artikulation und elektronische Verarbeitung in einem einzigen, sich entwickelnden Patch verbinden lassen. Das Ergebnis ist eine Komposition, die sowohl organisch als auch präzise konstruiert wirkt, wobei jedes Element Raum zur Interaktion und Transformation erhält.

"The piece is mainly based on the piano, which is processed through filters, wave shapers and other effects."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Signalwege: Vom Saitenklang zum Patchkabel

"The 321 can increase the level by up to 6 decibels."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Das Setup ist ein Lehrstück für fortgeschrittenes Signal-Routing: Der Klang des Yamaha C3 wird mit zwei Rode NT55-Mikrofonen eingefangen, die über der Mechanik platziert sind, um sowohl die tonalen als auch die mechanischen Nuancen einzufangen. Das rohe Klaviersignal wird zunächst über ein Audiointerface aufgenommen und dann zurück ins Modularsystem geschickt, um weiterverarbeitet zu werden.
Im Modularsystem landet das Signal zuerst im Frap Tools 321, um verstärkt zu werden, bevor es vom 333-Modul vervielfacht und verteilt wird. Von dort aus verzweigt sich der Weg: Das Klavier wird durch den CGM-Mixer zu Effekten geschickt, in Ears zur Gate- und Envelope-Gewinnung sowie in verschiedene Filter und Wave Multipliers zur spektralen Bearbeitung. Die sorgfältige Verteilung der Signalwege ermöglicht es, dass das Klavier Ereignisse auslöst, Effekte moduliert und sogar das Öffnen von VCAs steuert – die Grenze zwischen Performer und Patch verschwimmt.
Im gesamten Patch wird das Klaviersignal mit Bedacht dosiert – Effekte werden gezielt eingesetzt und überdecken nie die akustische Quelle. Dieses Modular-Setup ist keine bloße Effektkette, sondern eine reaktive Umgebung, in der Dynamik und Gestik des Klaviers das gesamte System beeinflussen.
Doppelrepetition: Klaviermechanik als Modulationsquelle
Ein Highlight der Demonstration ist die Nutzung der Doppelrepetitionsmechanik des Konzertflügels – ein Feature, das eine nuancierte Kontrolle über Hammerweg und Dynamik ermöglicht. Durch das Ausnutzen dieses zweiten Hebelpunkts erreicht Francesco extrem weiche und kontrollierte Akkorde, die anschließend ins Modularsystem eingespeist werden.
Diese mechanische Feinheit ist nicht nur ein pianistischer Kunstgriff, sondern wird zur Modulationsquelle. Die feine Artikulation durch die Doppelrepetition spiegelt sich im Patch wider, wo sanfte Anschläge und kontrollierte Hüllkurven bestimmen, wie das Klavier mit der Elektronik interagiert. Ein schönes Beispiel dafür, dass in hybriden Setups die Körperlichkeit des Instruments genauso modulierbar ist wie jede Spannung.

"It's basically a second leverage point compared to the single escapement."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Sequenzen und Texturen: Modulare Stimmen im Dialog
Die Sequenzierung übernimmt der Frap Tools USTA, der zwei Haupt-Synth-Stimmen steuert: eine auf Basis des Random Source NTO und Doepfer Lopass Gate, die andere mit Falistri im Audio-Rate-Betrieb und Cunsa-Filter. Die USTA-Kanäle kontrollieren Tonhöhe, Clock und Pattern-Variation, sodass die modularen Stimmen um das Klavier herum agieren können.
Rauschschichten werden als texturale Ebene eingeführt: Weißes Rauschen aus Sapèl wird durch den Four-Quadrant-Multiplier von Falistri geschickt und mit Hüllkurven geformt, die aus dem Klaviersignal extrahiert werden. Dieses Rauschen ist nicht bloß Hintergrund, sondern wird dynamisch mit der Hauptstimme gemischt und reagiert auf das Spiel des Pianisten. Das Zusammenspiel von sequenzierten Synth-Linien und reaktiven Rauschschichten verkörpert das Patch-Prinzip: Jedes Element – akustisch oder elektronisch – ist Quelle und Ziel für Modulation.
Effekte & Finale: Die klanglichen Veredelungen

"This results in an interesting effect, where the repetitions evolve differently each time."
© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)
Im Effektbereich zeigt sich die wahre Komplexität des Patches. Disting EX übernimmt sowohl Ping-Pong-Delay als auch Reverb, wobei das Delay von einem Zufallsausgang aus Sapèl getaktet wird – so entstehen ständig variierende rhythmische Wiederholungen. Das Reverb wird über einen separaten Aux-Weg gespeist, sodass unterschiedliche Elemente unabhängig räumlich behandelt werden können. Effekte sind hier keine bloßen Zusätze, sondern integraler Bestandteil der Klangentwicklung.
Noise Engineerings Imitor Versio wird als Reverse-Delay eingesetzt, dessen Wet/Dry-Anteil von einer aus dem Klavier extrahierten Hüllkurve moduliert wird. Je mehr Francesco spielt, desto stärker tritt der Effekt hervor – eine clevere Kopplung von akustischer Performance und elektronischer Verarbeitung. In den letzten Momenten sorgen Wave Multipliers für eine Schicht Verzerrung, die über den QSC-Mixer präzise in den Mix eingebettet wird.
Das Ergebnis ist ein Stück, das lebendig wirkt: Jeder Effekt und jede Modulationsquelle reagiert auf die Nuancen der Performance. Das Modularsystem erweitert die Ausdruckskraft des Klaviers, ohne dessen Charakter zu überdecken.
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