Wer glaubt, Kirchenorgeln seien nur etwas für verstaubte Hymnen und Tweedjacken, den belehrt LOOK MUM NO COMPUTER mit dem Lötkolben eines Besseren. In diesem wilden Ritt taucht er kopfüber in die elektrostatichen Tonräder des Compton-Organs ein, hantiert mit tödlichen Spannungen und ringt mit antiken Schaltkreisen wie ein verrückter Wissenschaftler auf einer illegalen Rave. Hier gibt’s Funken, fragwürdige Verkabelung und Klangexperimente, bei denen Museumsleiter in Ohnmacht fallen würden. Das ist keine Geschichtsstunde – das ist ein handfester Schaltkreis-Brawl mit den Geistern britischer Orgeltechnik.

21. November 2025
JET
LOOK MUM NO COMPUTER jagt das Compton-Organ durch den Punk-Wissenschafts-Fleischwolf
Arduino, Compton Orgel elektrostatiches Tonrad, Funktionsgenerator
Compton aufgebrochen: Tonräder ohne Maulkorb
LOOK MUM NO COMPUTER startet, indem er die elektrostatichen Tonräder des Compton-Organs ans grelle Licht zerrt und zeigt, wie herrlich verrückt diese alte Technik wirklich ist. Vergiss höfliche Orgelkonzerte – dieses Biest besteht aus rotierenden Scheiben, Relais und einem Kontakt-Gewirr, das eher nach Schrottplatz als nach Kathedrale aussieht. Das Setup wurde auf MIDI umgebaut, damit man jeden modernen Kram anschließen und das Ding zum Kreischen bringen kann.
Er ist fast fertig, ein neues Schaltbrett zu basteln, um auch die Konsole zu midifizieren – aber wie immer ist alles komplizierter als gedacht, ganz typisch für LMNC. Es herrscht ein Gefühl von unermüdlichem Herumprobieren, mit dem Versprechen auf noch mehr Chaos, sobald die nächste Ladung Lötzinn verraucht ist. Wer eine saubere, klinische Analyse erwartet, ist hier im falschen Pub.
Stattdessen gibt’s einen echten Blick ins Innere des Tonrads – einer dieser Momente, in denen man merkt, wie viel Blut, Schweiß und fragwürdige Verkabelung in diese Maschinen geflossen ist. Eine Liebeserklärung an britische Ingenieurskunst in ihrer exzentrischsten Form, und LMNCs Hands-on-Ansatz ist so roh wie eh und je.
Von Pfeifenträumen zu elektrostatichen Albträumen: Die verdrehte Geschichte des Compton-Organs
Das Video biegt scharf ab in die düstere Vergangenheit des Compton-Organs – eine Geschichte so verheddert wie eine Kiste voller Patchkabel. Die 1902 gegründete John Compton Organ Company baute zunächst Pfeifenorgeln, bevor sie in den 1930ern Lust auf elektronische Hexerei bekam. Dann wurde es richtig schräg: Comptons Truppe experimentierte mit dem Melaton, einem monströsen Scheiben-Apparat, der versuchte, alle Töne auf eine einzige rotierende Platte zu quetschen. Ursprünglich sollte das Ding die Pfeifenorgel begleiten, doch bald rückten die elektrostatichen Tonräder ins Rampenlicht.
LOOK MUM NO COMPUTER liest nicht einfach Jahreszahlen vor – er gräbt sich in ein Dokument von Hugh Banton, einem Typen, der nicht nur bei Van der Graaf Generator spielte, sondern auch als Ingenieur für die Firma arbeitete. Das ist keine trockene Geschichtsstunde; es wimmelt von schrägen Details, etwa dem Wandel von riesigen, unhandlichen Maschinen zu kleineren, handlicheren Tonrädern. Die Entwicklung wird als eine Kette verrückter Experimente dargestellt, bei denen jede neue Version nur ein bisschen weniger dazu geeignet war, dich zu grillen (aber eben nur ein bisschen).
Auch die Köpfe hinter dem Wahnsinn bekommen ein Gesicht – Ingenieure, besessen von Logikschaltungen und diskreten Bauteilen, immer auf der Jagd nach dem nächsten Durchbruch. Eine Geschichte unermüdlicher britischer Innovation, genährt von Tee, Sturheit und der Bereitschaft, alles mindestens einmal auszuprobieren. Der Weg des Compton-Organs vom pfeifengesteuerten Koloss zum elektrostatichen Kuriosum ist so punkig wie nur irgendwas, und LMNCs Erzählweise hält das Ganze ordentlich unter Strom.

"Um einen winzigen Audio-Output zu erhalten, nur ein paar Millivolt, und dieser Pegel fällt bei tiefen Frequenzen erschreckend ab."
("To receive a tiny audio output, just a few millivolts, and this level falls off alarmingly at lower frequencies.")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Radiowellen und waghalsige Experimente: DC raus, AC rein
Jetzt wird’s richtig wild. Statt wie üblich 400–500 Volt Gleichstrom durchzujagen – was jedem Sicherheitsbeauftragten die Tränen in die Augen treiben würde – pumpt LMNC ein hochfrequentes Wechselstromsignal (etwa 150 Kilohertz) in den elektrostatichen Generator. Warum? Weil mal jemand wissen wollte, ob’s besser läuft – und das reicht als Ausrede in dieser Werkstatt völlig.
Die Logik dahinter: Das ursprüngliche Setup ist ein kapazitives Albtraumgerät, bei dem viel Spannung reingeht und kaum ein Mucks rauskommt. Aber mit einem Radiofrequenz-Sinus plötzlich ein Output, der nicht zum Heulen ist. Wie wenn dein ramponierter alter Amp plötzlich besser klingt, wenn du ihn durch einen Toaster jagst.
Das Experiment ist herrlich improvisiert – Krokodilklemmen überall, verdrillte Drähte, und ein Funktionsgenerator, der sich wie ein Piratensender aufführt. Das Ergebnis? Eine Wellenform, die tatsächlich auf das rotierende Tonrad reagiert, und ein Setup, das deutlich weniger dazu neigt, dir die Finger zu rösten. DIY-Wissenschaft im reinsten Chaos – und ich feiere jede Sekunde davon.
Effizienz auf Anschlag: Mehr Saft aus den Tonrädern pressen

"Man bekommt nahezu hundert Prozent Effizienz bis ganz runter zu sehr tiefen Frequenzen."
("You get near a hundred percent efficiency all the way down to very low frequencies.")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Jetzt zeigt LOOK MUM NO COMPUTER, dass dieser AC-Trick nicht nur eine Schnapsidee ist – sondern tatsächlich funktioniert. Indem er das Hochfrequenz-Trägersignal durch das Tonrad jagt und dann mit einer selbstgebauten Radioempfängerschaltung demoduliert, holt er ein viel stärkeres Signal aus der antiken Hardware. Das Ganze ist wie ein fragwürdiger Döner: chaotisch, etwas suspekt, aber überraschend befriedigend, wenn man reinbeißt.
Er erklärt die Radioprinzipien dahinter – Amplitudenmodulation, Trägerfrequenzen und die Vorzüge von Germaniumdioden (weniger Spannungsabfall, mehr Punkpunkte). Das Setup ist höllisch laut, aber sobald alles zusammengesteckt ist, hört man das Tonrad klar und deutlich. Es wird viel an Abstimmkondensatoren, Spulen und Testoszillatoren herumgeschraubt, immer auf der Jagd nach dem schwer fassbaren sauberen Signal.
Das Ergebnis ist eindeutig: Der Output ist kräftiger, die Effizienz geht durch die Decke, und der ganze Prozess fühlt sich wie ein echter Hack an. LMNC mischt sogar Oktaven und baut Lautstärkeregler ein – der Beweis, dass das kein einmaliger Stunt ist. Klar, es gibt noch Hintergrundrauschen und viel zu verbessern, aber die Grundidee steht. Ein echtes Punk-Upgrade für ein Stück britischer Orgelgeschichte, das einen fragen lässt, warum das nicht schon früher jemand probiert hat.
Schaltungschaos: Bauen, Brutzeln, Basteln
Wer dachte, jetzt wird’s ordentlich, hat sich geschnitten. Das Video taucht tief ein ins Basteln und Troubleshooten neuer Schaltungen – und es ist ein herrliches Durcheinander. LMNCs Werkbank ist ein Schlachtfeld: überall Drähte, die Heißklebepistole läuft heiß, und jederzeit droht ein Arduino zu schmoren – einfach so zum Spaß. Es herrscht echtes Trial-and-Error-Feeling, jede neue Änderung bringt frisches Chaos und gelegentlich kleine Siege.
Er baut Lautstärkeregler, Ground-Busse und spannt sogar einen Arduino ein, um einen zufälligen Motor zu steuern – alles, um das Setup kontrollierbarer und weniger tödlich zu machen. Der Prozess ist alles andere als glatt: Motoren laufen schief, der Tisch versinkt im Kabelsalat, und das eine oder andere Fluchwort liegt in der Luft. Aber genau das ist das Schöne: Hier ist DIY so ehrlich wie selten, mit allen Rückschlägen und Notlösungen zum Mitlachen.
Trotz des Chaos geht’s voran. Die Schaltungen werden ordentlicher, das Rauschen wird (ein bisschen) gezähmt, und der Traum von einer voll funktionsfähigen, spannungsgesteuerten Compton-Orgel rückt näher. Eine Erinnerung daran, dass echte Innovation chaotisch, laut und manchmal nur durch Hoffnung und Heißkleber zusammengehalten wird.
Dranbleiben: Die Saga geht weiter
Am Ende macht LOOK MUM NO COMPUTER klar: Das ist erst der Anfang. Es gibt eine lange Liste an Verbesserungen – bessere Oszillatoren, stärkere Trägersignale, bessere Demodulatoren und eine Motorsteuerung, die einen nicht zum Schreien bringt. Das ganze Organ wird nicht umgebaut (das wäre Frevel), aber die Experimente gehen weiter, mit vielen Updates für Patreon-Supporter.
Wer Lust auf mehr Schaltungs-Chaos und Vintage-Synth-Wahnsinn hat, sollte die nächsten Folgen nicht verpassen. LMNCs Mischung aus Chaos, Neugier und sturem britischem Dickkopf ist das perfekte Gegenmittel zu langweiligen Gear-Demos. Das Compton-Organ ist noch lange nicht obsolet – nicht mit diesem Typen am Steuer.
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