LOOK MUM NO COMPUTER stürzt sich kopfüber in den Schober Tunesmith – ein DIY-Kit-Orgel-Synth, der genauso eigenwillig wie störrisch ist. Das ist kein gewöhnlicher Synth-Teardown: Hier gibt’s gebrochene Platinen, wackelige Netzteile und jede Menge Löt-Abenteuer. Wie immer bringt LMNC seine typische Mischung aus Chaos und Charme mit und verwandelt einen potenziellen Schrottplatz-Fund in ein spielbares Museumsstück. Wer Synths mit Charakter und Geschichte mag, ist hier richtig. Erwartet kein Hochglanz-Demo – hier gibt’s echte Probleme, echte Lösungen und einen Synth, der mehr Persönlichkeit als Perfektion hat.

13. Dezember 2025
SPARKY
LOOK MUM NO COMPUTER vs. Der Schober Tunesmith: Vintage-Kuriosität oder geheime Waffe?
Der Tunesmith: DIY-Relikt mit Macken
Der Schober Tunesmith ist nicht einfach nur ein Synth – es ist eine DIY-Kit-Orgel aus einer Zeit, in der Löten noch Initiationsritus war und kein YouTube-Trend. LOOK MUM NO COMPUTER hat sich dieses Kuriosum für hundert Pfund bei einer Vemia-Auktion geschnappt, direkt aus Japan. Niemand sonst hat überhaupt geboten – das sagt schon einiges über seinen Ruf (oder das Fehlen davon) aus.
Von Anfang an versprüht der Tunesmith Charme und Rätselhaftigkeit. Ist es eine Orgel? Ein monophoner Synth? Beides? LMNC gibt offen zu, dass er selbst keine Ahnung hatte, bis er das Ding aufgeschraubt hat. Was er fand, war ein einzigartig simples Design – aber auch ein Haufen Probleme. Der Synth kam tot an, und die Herausforderung war klar: Kann man diesen Museums-Außenseiter wiederbeleben, oder landet er doch im Ersatzteillager?

"Ja, ihr könnt selbst entscheiden, ob es das wert ist oder nicht."
("Yeah you can decide whether it's worth it or not.")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Gebrochene Platinen & Löt-Abenteuer

"Oh, schaut mal, die verdammte Platine ist gebrochen, die Platine ist durch – das war’s dann wohl."
("oh look look look the blooming circuit board's cracked look the circuit board's snapped that'll do it")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Die Reparatur beginnt im klassischen LMNC-Stil: reinschauen, nicht gegrillt werden und mal sehen, was wirklich drinsteckt. Das Innenleben des Tunesmith ist simpel – ein paar Drähte, ein Trafo und ein Netzteil, das schon bessere Tage gesehen hat. Der wahre Übeltäter? Eine gebrochene Platine, die an einer entscheidenden Stelle komplett durchgeschnappt ist. Genau so ein Designfehler lässt einen an der eigenen Vintage-Leidenschaft zweifeln.
Die Lösung: Die gebrochenen Leiterbahnen mit Draht überbrücken und Epoxidharz drauf – denn warum das richtige Klebemittel nehmen, wenn das einzige, das rumliegt, auch reicht? LMNCs Reparaturstil ist purer Punk: rohe Gewalt, etwas Glück und viel Draht. Schön ist anders, aber es funktioniert. Nach etwas Lötarbeit und kreativer Verstärkung war der Tunesmith bereit für den ersten Testlauf.
Natürlich läuft nie alles glatt. Das Vibrato wollte nicht so recht, und die Stimmung war eine Katastrophe. Aber mit methodischem Drehknopf-Gefummel und einem Tuner brachte LMNC das Teil wieder auf Kurs. Das Ganze ist eine Lehrstunde im Improvisieren – und eine Erinnerung daran, dass Vintage-DIY-Synths nichts für schwache Nerven sind.
Monophone Eskapaden & Vibrato-Vibes
Nach der Reparatur zeigt der Tunesmith sein wahres Gesicht: ein monophoner Synth mit Widerstandsleiter-Tastatur und einem Vibrato, das launischer ist als ein britischer Sommer. Die Tastatur funktioniert als riesiger Spannungsteiler, und jede Note zu stimmen ist echte Handarbeit – Widerstandsleiter trifft Geduldsspiel. Polyphonie? Fehlanzeige. Hier gibt’s rohe Einzelnote, direkt auf die Zwölf.
Das Vibrato ist eigenwillig, mit großem Regelbereich, aber verschwindet nach ein paar Sekunden gern mal. Trotzdem: Die Stimmenauswahl – von A bis F, maximal verwirrend – bietet überraschend viele Klangfarben. Mit etwas Delay oder Reverb wird aus dem Museumsstück plötzlich eine echte Straßenwaffe. Es geht nicht um Präzision, sondern um Charakter – und davon hat der Tunesmith mehr als genug.

"Wie ihr innen gesehen habt, ist es offensichtlich ein monophoner Synthesizer – so eine Art Solo-Symphonie, und er macht das ziemlich gut."
("so as you saw in the inside it is obviously a monophonic synthesizer it's like a solo kind of symphony it's quite good at what it does")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Simpel, direkt, spaßig: Die Seele des Tunesmith

"Da gibt’s keinen Schnickschnack, kein Gedöns – einfach ein bisschen Effekte drauf und eine gute Leadline basteln, so entstehen spaßige Melodien."
("there's no frills there's no faff it's just about plopping it for a bit of effects and just getting a good lead line and you make fun melodies like that")© Screenshot/Zitat: Lookmumnocomputer (YouTube)
Was den Tunesmith besonders macht, ist nicht seine Komplexität – sondern deren völliges Fehlen. Kein Menü-Gewühle, kein Patch-Speicher, keine endlosen Modulationsmatrizen. Nur ein paar Regler, ein paar Stimmen und eine Tastatur, die mehr Widerstandsleiter als Steinway ist. Das Instrument will, dass du aufhörst zu fummeln und einfach loslegst.
LOOK MUM NO COMPUTER bringt es auf den Punkt: Das ist ein Synth für Leute, die gern mit den Händen arbeiten und ein paar Macken nicht nur tolerieren, sondern feiern. Es geht um Entdeckerfreude, um das Glück, Musik aus etwas herauszukitzeln, das eigentlich gar nicht funktionieren sollte. Wer ein makelloses, modernes Erlebnis sucht, ist hier falsch. Wer einen Synth mit Seele will, ist goldrichtig.
Download für alle: Tunesmith-Samples zum Anfassen
Wer den Tunesmith-Charme erleben will, ohne ins Museum zu pilgern oder auf Auktionen zu lauern, wird bei LMNC fündig. Er hat die verschiedenen Stimmen gesampelt und auf Patreon zum Download bereitgestellt. So holt ihr euch das leicht defekte Vintage-Feeling direkt in eure DAW – ganz ohne Lötkolben. Für das volle Erlebnis (und das volle Chaos) lohnt sich aber definitiv ein Blick ins Video – dort hört ihr den Tunesmith in all seiner unberechenbaren Pracht.
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https://www.youtube.com/LOOKMUMNOCOMPUTER
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