Make Noise MultiMod: CV-Replikation und Phasenverschiebung im Modular-Setup

3. April 2025

MILES

Make Noise MultiMod: CV-Replikation und Phasenverschiebung im Modular-Setup

Im neuesten Video von Make Noise tauchen die Modular-Pioniere aus Asheville tief in die Fähigkeiten des MultiMod-Moduls ein, quantisierte Pitch-CVs über mehrere Oszillatoren zu replizieren und zu verschieben. Ganz im experimentellen Geist von Make Noise ist die Demonstration nicht nur technisch, sondern eine praxisnahe Reise durch phasenverschobene Melodien, gestische Kontrolle und kreative Spannungsführung. Wer wissen will, wie MultiMod Melodiesequenzen verwandeln kann oder wie Time Base und Phasenverzögerungen sich auf Klanglandschaften auswirken, bekommt hier einen patch-orientierten Einblick mit vielen praktischen Beispielen. Erwartet Arpeggios, rhythmische Wechselspiele und natürlich klassische Maths-Cycling-Tricks.

CV-Replikation: MultiMod im Fokus

Das Video beginnt mit einem klaren Fokus auf das MultiMod-Modul, das als vielseitiges Werkzeug zur Replikation und Verschiebung quantisierter Pitch-CVs über mehrere Oszillatoren präsentiert wird. Ohne Umschweife wird der XCV-Ausgang des René-Sequenzers direkt ins MultiMod gepatcht und verteilt die Pitch-CVs sofort auf drei verschiedene VCOs. Damit ist die Bühne bereitet, um zu zeigen, wie das Modul als zentrales Steuerungselement für Melodien im Modularsystem dienen kann.

Durch das Verteilen derselben quantisierten Pitch-Informationen auf mehrere Oszillatoren ermöglicht MultiMod eng abgestimmte Melodielinien oder – mit einer Drehung am Regler – komplexere Phasenbeziehungen. Die Demonstration zeigt den unmittelbaren Effekt der Positionskontrolle: Anfangs bewegen sich alle VCOs synchron. Dieses Vorgehen ist ideal für alle, die harmonische Einheit wollen, aber auch die Option auf subtile oder drastische zeitliche Verschiebungen zwischen den Stimmen schätzen.


Phasenverschiebung und direkte CV-Steuerung

Nachdem die Grundlagen gelegt sind, widmet sich das Video der Phasenverschiebung – einer klassischen Kompositionstechnik, hier modular umgesetzt. Durch gezieltes „Out-of-Phase“-Schalten erhält jeder Kanal sein Pitch-CV mit einer eigenen Verzögerung, was zu kaskadierenden Melodien führt. Das ist mehr als nur ein Gimmick: Es bringt Bewegung und Variation in ansonsten statische Sequenzen.

Anschließend wechselt der Präsentierende zu gestischer und momentaner Kontrolle. Mit der Add-Funktion auf der Funktionsseite des MultiMod und einer neuen CV-Quelle werden eingehende Spannungen gemäß benutzerdefinierten Skalen und Oktaven quantisiert. So wird eine expressive, manuelle Steuerung der Tonhöhe möglich – jenseits von getakteter Wiederholung, hin zu Echtzeit-Melodieführung. Ein Gewinn für Live-Improvisation und dynamische Studio-Patches.

Let's knock them out of phase, meaning that each of the channels will be delayed to a differing amount.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Time Base, Phasenverzögerungen und kreative Klanglandschaften

Ein zentrales Ergebnis der Demonstration ist das Zusammenspiel von Time Base und Phasentiefe. Die Einstellung der Zeitkontrolle am MultiMod beeinflusst direkt, wie weit die phasenverschobenen CVs auf die einzelnen Oszillatoren verteilt werden. Dieser Parameter wird zum mächtigen Werkzeug für die zeitliche Strukturierung von Melodien – von eng verzahnten, perkussiven Mustern bis zu schwebenden Gegenstimmen.

Das Video zeigt, wie gehaltene Gesten im MultiMod diese Phasenbeziehungen in Loops verwandeln und so sich entwickelnde Muster erzeugen, die sich um die interne Logik des Moduls wickeln. Das Zusammenspiel von Zeit, Phase und Geste gibt Nutzer:innen eine feine Kontrolle über Dichte und Bewegung ihres Melodiematerials – MultiMod wird so zum starken Partner für komplexe, sich wandelnde Klanglandschaften.


Quantisierung, Cycling-Funktionen und rhythmische Erkundung

Quantize it according to the settings on the quantize page, the enabled notes and octave setting, and then send it out to multimod.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Die zweite Hälfte des Walkthroughs ist ein Spielplatz für rhythmische und melodische Experimente. Über die Quantize-Seite lassen sich verschiedene Skalen und Bereiche in die Sequenzen einstreuen, was das melodische Ergebnis sofort neu kontextualisiert. Die Präsentation zeigt, wie Cycling-Funktionen aus Maths-Kanälen als formbare, wiederholende Spannungsquellen dienen und die Kontur und Rhythmik der durch MultiMod laufenden Arpeggios prägen.

Durch das Kombinieren mehrerer Cycling-Funktionen, das Takten des MultiMod und das Routen von Summenausgängen auf Amplituden- und Frequenzparameter entsteht ein dichtes Geflecht aus ineinandergreifenden Rhythmen und Melodien. Da die Cycling-Funktionen unabhängig sind, fallen Tonhöhen- und Amplitudenänderungen nicht immer zusammen – das Ergebnis sind lebendige, unvorhersehbare Muster. Ein überzeugendes Beispiel dafür, wie MultiMod im Zusammenspiel mit anderen Make Noise-Modulen modulare Sequenzen in neue Gefilde führt.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/make-noise-multimod-replicating-and-shifting-cv-in-modular-melodies/
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