Make Noise, die modularen Tüftler aus Asheville, melden sich mit einem Firmware-Update für ihren Spectraphon-Resynthesizer zurück – und diesmal geht es nicht nur um Bugfixes. Das Update bringt lineare Array-Modulation in den Spectral Array Oscillation (SAO) Modus und eröffnet Patchern neue Wege, spektrale Arrays zu durchqueren und zu manipulieren. Dazu gesellen sich eine Rampen-LFO-Form für die Sub-CV-Ausgänge sowie ein erweiterter Minimalwert für die LFO-Geschwindigkeit, was langsamere, sich entwickelnde Modulationen ermöglicht. Auch der Focus-Regler erhält eine neue Funktion: Er formt nun spektrale Kompression und Expansion für noch nuancierteres Timbre-Shaping. Ganz im experimentellen Geist von Make Noise lädt dieses Update dazu ein, die Interaktion mit spektralen Daten im Rack neu zu denken.

7. November 2024
MILES
Make Noise Spectraphon Firmware-Update: Lineare Arrays und spektrale Abenteuer
Lineare Array-Modulation: Durchs Spektrum schrubben
Das Herzstück dieses Spectraphon-Firmware-Updates ist die Einführung der linearen Array-Modulation für den Spectral Array Oscillation (SAO) Modus. Bisher erlaubten Slide und Focus, zwischen verschiedenen Spektren des Arrays zweidimensional zu morphen – quasi eine grobe und feine Auswahl quer durchs Spektrum. Im neuen linearen Modus fährt Slide nun durch alle Spektren des Arrays in ihrer Originalreihenfolge und ermöglicht es, von Anfang bis Ende und zurück zu „schrubben“ – fast wie das Durchspulen eines Bandes voller spektraler Schnappschüsse.
Diese Herangehensweise verändert grundlegend, wie Nutzer mit gespeicherten Arrays interagieren. Im Video wird gezeigt, wie man im SAM-Modus ein Array mit Audiosignal erstellt und dann im SAO-Modus mit dem Slide-Regler das Array durchfährt. Moduliert man Slide mit einer aufsteigenden Rampe, entsteht ein vorwärtsgerichteter Wiedergabeeffekt; eine abfallende Sägezahnform wirkt wie Rückwärtslauf. Das eröffnet neue Möglichkeiten für dynamische Klangbewegungen im Patch und macht die Arbeit mit spektralen Inhalten performativer.

"Now we can use slide to select from all the spectra in the array arranged in their original order."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Ramp-LFOs am Sub-CV: Schräge für alle Fälle

"It is, in fact, a ramp wave, very useful for linear array modulation."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Eine weitere Neuerung ist die Rampen-LFO-Form, die nun an den Sub-CV-Ausgängen verfügbar ist. Hält man Shift gedrückt und drückt CV, kann man zwischen den verfügbaren LFO-Wellenformen wechseln – die Rampe eignet sich besonders für die lineare Array-Modulation. Sie liefert einen stetigen, vorhersagbaren Anstieg und ist ideal, um den Slide-Parameter anzusteuern und sanfte, bandähnliche Spektral-Scans zu erzielen. Damit lassen sich interne Modulationsquellen noch besser mit dem neuen linearen Slide-Verhalten kombinieren – perfekt für sich entwickelnde Texturen oder rhythmische Spektralverschiebungen.
Langsamere LFOs: Acht-Sekunden-Zyklen für tiefe Modulationen
Das Update erweitert zudem die minimale Clock-Rate der CV-Ausgangs-LFOs: Nun sind Zyklen von bis zu acht Sekunden möglich. Das lässt sich per Tap-Tempo über die Shift-Taste oder durch eine externe Clock einstellen. Für alle, die auf langsame Modulationen und schleichende Klangveränderungen stehen, eröffnet sich damit eine neue Welt der Zeitdehnung. Egal ob subtile Schwingungen oder Modulationen, die sich über ganze Phrasen ziehen – der Spectraphon macht jetzt auch bei ultralangsamen Bewegungen mit.

"It's now possible to create sub-CV LFO outputs that go as slow as one cycle per eight seconds."
© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Focus-Regler: Kompression und Expansion im Spektralbereich
Vielleicht die spannendste Änderung: Im linearen Modus übernimmt der Focus-Regler eine neue Rolle und steuert nun die spektrale Kompression und Expansion – eine zusätzliche klangliche Achse für den Oszillator. Dreht man Focus nach oben, werden laute und leise Obertöne im Spektrum näher zusammengebracht. Das macht den Klang meist heller und gleicht die Lautstärke über das Array hinweg aus – praktisch, wenn man SAO als klassischen VCO nutzen will.
Dreht man Focus nach unten, werden die Unterschiede verstärkt: Laute Obertöne werden noch lauter, leise noch leiser. Das dunkelt den Klang ab und hebt Unterschiede bei Slide-Modulationen hervor, wodurch Transienten besser zur Geltung kommen. Im Video werden diese Effekte direkt demonstriert – wie Focus das Klangbild des Spectraphon drastisch formen kann und so Patchern eine weitere expressive Kontrolle an die Hand gibt.
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