MAKEN0ISE MultiMod: Der Schleier hebt sich über Tape & Microsound-Alchemie

6. März 2025

MILES

MAKEN0ISE MultiMod: Der Schleier hebt sich über Tape & Microsound-Alchemie

Make Noise meldet sich mit einer tiefgehenden Patch-Session zurück und stellt das MultiMod als entscheidendes Upgrade für die Tape & Microsound Music Machine vor. In klassischer Make Noise-Manier wird gezeigt, wie die Signalverarbeitung und Modulationskraft des MultiMod ein vertrautes System in ein vielseitigeres, ausdrucksstärkeres Instrument verwandeln können. Inspiriert von Tony Rolandos stimmungsvollen Kompositionen verbindet das Video technisches Patchen mit kreativem Sounddesign und lädt dazu ein, zu überdenken, wie neue Module etablierten Setups neues Leben einhauchen. Es erwartet euch ein Nebel aus morphenden Spannungen, geschichteten Texturen und ein paar Anspielungen auf die Unvorhersehbarkeit modularer Workflows.

Neues Kapitel: MultiMod betritt die Bühne

Das Video beginnt mit einem Rückblick auf die Tape & Microsound Music Machine, einen Make Noise-Klassiker mit notorischer 10HP-Lücke, die schon lange nach Erweiterung verlangt. Früher war Tempi die Empfehlung für getaktete Modulation, doch inzwischen hat sich das Feld verändert. Mit der Einführung von MultiMod und Zero Control ist das Potenzial des Systems erheblich gewachsen und bietet neue Modulationsquellen und Sequencing-Optionen.

Der Presenter stellt das MultiMod als entscheidende Ergänzung vor – nicht nur, um Platz zu füllen, sondern um die Vielseitigkeit der Maschine wirklich zu erweitern. Es geht hier nicht bloß um weitere LFOs oder Zufallsspannungen, sondern darum, neue Dimensionen der Kontrolle und Interaktion zu eröffnen. Der Rahmen ist von Tony Rolandos jüngsten musikalischen Werken inspiriert und deutet an, dass es bei dieser Patch-Session ebenso sehr um kreativen Prozess wie um Hardware geht.

Damals habe ich Tempi als zusätzliche getaktete Modulationsquelle empfohlen, aber wissen Sie was, das ist über fünf Jahre her und damals…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

MultiMod im Einsatz: Signalverarbeitung entfesselt

Das gibt uns ein Signal, das anzeigt, welcher der acht Kanäle jeweils am höchsten ist.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Direkt im Patch wird das MultiMod genutzt, um Steuerspannungen aus dem Pressure-Ausgang von Zero Control zu verarbeiten. Die rote Ramp-Form dient als Ausgangspunkt, und die Ausgänge des MultiMod werden an verschiedene Ziele im System geschickt. Der Channel Index-Ausgang wird verwendet, um zwischen acht verschiedenen Splices in einer Morphagene-Reel zu navigieren, wobei Maths für feinfühlige Abschwächung sorgt.

Weitere Patchings zeigen die pinke Staircase-Form, die Eingangssignale in gestufte Spannungen mit variablen Raten verwandelt. Ausgänge des MultiMod werden auf Parameter wie Gene Size, Morph, Slide und Radiate bei Morphagene und QPAS sowie Micro Rate und Frequency beim Mimeophon geroutet. Das End-of-Splice-Gate wird clever an den linken Gate-Eingang des QPAS gepatcht und zeigt die Flexibilität des MultiMod als Modulationszentrale.

Geschichtete Klanglandschaften: Kreative Workflows mit MultiMod

Der Workflow dreht sich hier ganz um das Schichten und Entwickeln von Texturen. Durch das Sequenzieren des MultiMod mit CV-Reihen aus Zero Control entstehen dynamische Veränderungen auf mehreren Achsen gleichzeitig. Der Einsatz dynamischer Hüllkurven als CV-Quellen sorgt dafür, dass die Modulation oft langsam und entwickelnd ist – überlappende Veränderungen, die wie der neblige Ursprung der Komposition ein- und ausblenden.

Dann zeigt der Presenter, wie das interne LFO des MultiMod – auf eine violette Sinusform gestellt – für zyklische Modulation genutzt werden kann. Durch Anpassung der Modulationstiefe kann der Patch entweder weit über die Splices hinwegfegen oder in einer bestimmten Region verweilen. Das unterstreicht die Fähigkeit des Moduls zu subtilen wie dramatischen Eingriffen ins Sounddesign.

Mit unterschiedlichen Kanälen, die sich mit unterschiedlichen Raten ändern, entsteht manchmal der Effekt, dass sich mehrere Veränderungen…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Technik, Inspiration und die Tony Rolando-Verbindung

Ein Schwarm von Modulation verschleiert bestimmte Dinge, während andere hervortreten – vielleicht sogar zu etwas Neuem kombiniert.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Die Diskussion wird nachdenklicher und zieht eine direkte Linie von Tony Rolandos Musik zu den gezeigten Patch-Techniken. Die Originalmelodien aus „Moonlit Through A Veil of Smoke“ werden als schwer fassbar beschrieben, oft von Modulationsschichten verschleiert – ein Effekt, den das Patch nachzuahmen sucht. Der Presenter betont, wie Modulation musikalische Elemente sowohl verbergen als auch hervorheben kann, manchmal sogar zu völlig Neuem kombiniert.

Im Mittelpunkt steht der einzigartige Syntheseansatz: überlappende Sequenzen, nach Gehör gestimmte Tonhöhen und die Bereitschaft, Unvorhersehbarkeit zuzulassen. Das Video ermutigt dazu, Werkzeuge wie Morphagene zur Neuinterpretation bestehender Musik zu nutzen und lädt zum Experimentieren und persönlichen Ausdruck ein.

Ganz im Geiste von Make Noise endet das Segment mit einer offenen Frage ans Publikum und unterstreicht, dass modulare Synthese ebenso sehr Erkundung und Neuinterpretation wie technische Meisterschaft ist.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/maken0ise-multimod-lifting-the-veil-on-tape-microsound-alchemy/
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