MAKEN0ISE Resynthesizer: Rauch, Erinnerung und modulare Kreuzfeuer

3. Juli 2025

MILES

MAKEN0ISE Resynthesizer: Rauch, Erinnerung und modulare Kreuzfeuer

In diesem Video von Make Noise erleben wir ein neu interpretiertes Patch auf dem Resynthesizer, das auf Techniken basiert, die in den Anfangsjahren der Firma entwickelt wurden. Das Patch, inspiriert von der nebligen Atmosphäre der Waldbrandsaison, erforscht Cross-Clocking und ineinandergreifende Modulation zwischen Modulen wie Morphagene und Mimeophone. Wie bei Make Noise üblich, steht der kreative Signalfluss und sich entwickelnde, atmosphärische Texturen im Vordergrund – nicht starre Sequenzen. Das Ergebnis ist eine Demonstration, wie Umweltinspiration und Patch-Experimentieren zu einzigartig eindrucksvollen Klanglandschaften führen können – perfekt für alle, die in Spannungen und Feedbackschleifen denken.

Vom Testlabor ins Patchfeld

Das Video beginnt mit einem Make Noise-Mitarbeiter, der auf seine lange Zeit im Unternehmen zurückblickt und sich an die Tage erinnert, als er Module für Systeme wie den Resynthesizer und das frühere Shared System testete und kalibrierte. Der Prozess bestand nicht nur aus strengen Funktionsprüfungen, sondern auch aus der Entwicklung eigener Routinen, um sicherzustellen, dass jede Buchse und jeder Regler wie erwartet funktionierte. Mit der Zeit entwickelten sich diese Routinen zu Patch-Strategien, die die Grenze zwischen Qualitätskontrolle und kreativer Erkundung verschwimmen ließen.

Damals wurden die DSP-Module – damals Phonogene und Echophon – oft zuletzt getestet und wurden zum Schauplatz experimenteller Kreuzverkabelungen. Indem sie sich gegenseitig mit Signalen und Clock-Impulsen versorgten, erzeugten diese Module unvorhersehbare, sich entwickelnde Texturen. Der Ansatz war systematisch genug für effiziente Tests, aber offen genug, um Wiederholungs-Müdigkeit zu vermeiden, sodass kein Patch zweimal gleich klang. Diese Mischung aus Methode und Improvisation bereitete den Boden für das im Video gezeigte Patch.

Ich würde ein Patch machen, bei dem sich diese beiden Module gegenseitig clockten und mit Sound versorgten, manchmal aufgenommen von meinem…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Cross-Clocking: Das Herzstück des Smoke Patch

Im Zentrum des Patches steht ein Netz aus Cross-Clocking zwischen den Modulen, nun aktualisiert für die moderne Resynthesizer-Konfiguration. Tempi liefert einen stabilen Puls, der verteilt wird, um beide Maths-Kanäle zu triggern und das Mimeophone zu takten. Diese miteinander verflochtene Timing-Struktur bildet das Rückgrat der sich entwickelnden Klanglandschaft und sorgt für rhythmische Kohärenz, ohne das Patch in Vorhersehbarkeit zu zwingen.

Morphagene und Mimeophone, die Nachfolger von Phonogene und Echophon, stehen im Mittelpunkt dieser Interaktion. Ihr Zusammenspiel – ermöglicht durch Clock-Signale und Feedback-Routing – erlaubt kontinuierliches Loopen, Echoing und Transformieren des Klangmaterials. Das Ergebnis ist ein Patch, das atmet und sich wandelt, wobei jeder Modulausgang subtil auf die anderen einwirkt – ein echtes Feedback-Ökosystem.


Modulation und Performance: Ineinandergreifende Rhythmen

Wir können uns stattdessen auf die ineinandergreifenden Rhythmen und vielleicht auf die atmosphärische Natur überlappender Echos…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Die Demonstration taucht ein in Modulationstechniken, die das Patch zum Leben erwecken. Getriggerte Maths-Kanäle modulieren Parameter wie Slide und Partials am Spectraphon und öffnen Kanäle am DXG. Diese Modulationen sind so gewählt, dass sie klanglich eher unbestimmt bleiben und das Ohr auf Rhythmus und Textur statt auf Melodie lenken.

Zufällige Modulation wird auf den Color-Parameter des Mimeophone angewendet, während das Morphagene so eingestellt ist, dass es nur bei Bedarf aufnimmt – so bleibt das aufgenommene Material stets frisch. Das Patch führt Signale außerdem durch QPAS für zusätzliche Filterung und nutzt Rene, um weitere Modulationsquellen zu takten. Das Ergebnis ist ein Geflecht ineinandergreifender Rhythmen und atmosphärischer Echos, wobei Performance-Gesten – etwa das Verschieben der Tempi-Kanäle – das gesamte Gefüge spontan aufmischen können.

Rauch in der Luft: Umwelt als Inspiration

Das emotionale Zentrum des Patches wurzelt in den Umweltbedingungen des Spätherbsts 2016, als Waldbrände einen rauchigen Schleier über das Make Noise-Hauptquartier legten. Diese Atmosphäre inspirierte eine Reihe melancholischer Patches, die jeweils während kurzer Nachmittags-Pausen am Demo-System im Eingangsbereich entstanden. Der Dunst und intensive Geruch jener Saison prägten das Sounddesign und verliehen den Patches eine nachdenkliche, fast wehmütige Qualität.

Über mehrere Wochen hinweg stellte sich der Patchende täglich der Herausforderung, eine neue Version des Patches zu bauen und die eindrucksvollsten Ergebnisse aufzunehmen. Diese Routine bot nicht nur einen kreativen Ausgleich in einer schwierigen Zeit, sondern zeigte auch, wie äußere Umstände die Stimmung und Richtung modularer Experimente prägen können. Die Nostalgie für diese Zeit ist im Video spürbar und verleiht der technischen Demonstration eine zusätzliche Bedeutungsschicht.

Die rauchige Saison, die wir durchmachten, als der Herbst in den Winter überging, gab mir eine besonders melancholische Stimmung, die mich…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Patch-Experiment: Der Resynthesizer in Aktion

Der letzte Teil des Videos widmet sich der praktischen Demonstration und zeigt, wie die ineinandergreifenden Modulationen und das Cross-Clocking eine sich ständig wandelnde Klanglandschaft erzeugen. Das Morphagene nimmt eingehende Signale auf und verarbeitet sie, während der Buffer des Mimeophone periodisch umgeschaltet und gehalten wird – das sorgt für zusätzliche Unvorhersehbarkeit. QPAS fügt Filtersweeps hinzu, und die DXG-Kanäle routen Signale in und aus der Feedbackschleife.

Performance-Tools wie das Verschieben der Tempi-Kanäle werden genutzt, um das Patch in Echtzeit zu verändern und zu formen – ein Beweis für die Reaktionsfähigkeit des Systems auf direkte Eingriffe. Das Ergebnis ist eine dichte, atmosphärische Textur, die nie in Wiederholung verfällt und stets zur weiteren Erkundung einlädt.

Mit dieser Demonstration zeigt Make Noise die Stärken des Resynthesizer als Plattform für offene Klangexperimente. Das Patch zielt weniger darauf ab, einen bestimmten Sound zu reproduzieren, sondern schafft vielmehr einen Rahmen, in dem unerwartete Wechselwirkungen und Umweltinspiration die Musik lenken können. Es bleibt die Erinnerung: Im Modularbereich ist der Weg oft genauso wichtig wie das Ziel.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/maken0ise-resynthesizer-smoke-memory-and-modular-crossfire/
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