Ganz im Sinne von Make Noise taucht dieses Video in die feine Kunst ein, VCAs nicht nur für Lautstärke, sondern zur Gestaltung von Stille und dynamischer Bewegung in Modular-Patches zu nutzen. Pete, diesmal vom Make Noise Instagram-Kanal, führt durch drei unterschiedliche Ansätze: ein von der Binary Zone inspiriertes Maths + TEMPI-Patch, ein Minimal-Kabel-Setup mit 0-Coast + 0-CTRL und einen Crossfading- und Balanced-Modulation-Trick mit X-PAN und Ch.Svr. Das Ergebnis? Eine Meisterklasse darin, wie Spannungssteuerung und clevere Signalführung Leben – und Pausen – ins System bringen. Wer denkt, VCAs seien nur für Lautstärke, bekommt hier einen sanften Denkanstoß.

Stille einführen: Der VCA als Pausenmaschine
Pete eröffnet das Video mit einer kleinen Meditation über Ruhe – im Leben wie im Modularsystem. Er zieht eine Parallele zwischen erholsamer Auszeit und klanglichen Pausen und leitet damit drei Patches ein, die VCAs nutzen, um Raum im Patch zu schaffen. Die Kernfrage: Wie lässt sich Stille in ein Modularsystem einweben, und welche Module eignen sich dafür?
Er bekräftigt das oft zitierte Modular-Mantra, dass man nie genug VCAs haben kann – ein Satz, der jedem bekannt vorkommen dürfte, der schon einmal mitten im Patchen ohne VCA dastand. Die drei vorgestellten Patches nutzen jeweils ein anderes Make Noise-Modul als VCA-Herzstück: Maths, 0-CTRL und X-PAN. Die ersten beiden konzentrieren sich darauf, Pausen und dynamische Lücken einzubauen, während der dritte Modulation ohne explizite Stille erforscht. So wird praxisnah gezeigt, dass VCAs weit mehr als bloße Lautstärkeregler sind – sie sind Werkzeuge für musikalische Interpunktion.

"Manche Leute sagen, man kann nie genug VCAs haben, und diese Leute haben recht."
("Some people say you can never have enough VCA's, and these people are correct.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Binary Zone Redux: Maths + TEMPI als Hommage

"Experimentiert mit verschiedenen Multiplikations- und Teilungseinstellungen an Tempy sowie unterschiedlichen Mix-Einstellungen bei Maths, um eine riesige Vielfalt an Ergebnissen zu erzielen."
("Experiment with different multiplication and division settings on Tempy, as well as different mix settings in Maths to achieve a huge variety of results.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Das erste Patch ist eine Hommage an die Blacet Binary Zone, ein seltenes und inzwischen nicht mehr produziertes Modul, das für seine Kombination aus Clock Divider und polarisierendem Mixer bekannt war. Pete rekonstruiert dessen Geist mit TEMPI als Divider und Maths als Mixer und zeigt, wie diese beiden Module zusammenspielen, um gestufte Steuerspannungen und dynamische Modulation zu erzeugen.
Er patched einen Spectraphon-Oszillator in einen DXG-Kanal und lässt ihn zunächst unmoduliert erklingen. Dann triggert er Maths mit TEMPI und leitet die variablen Ausgänge zum CV-Eingang des DXG, wodurch Bewegung ins Spiel kommt. Das Patch wächst, indem weitere TEMPI-Ausgänge auf verschiedene Maths-Kanäle geschickt werden, jeweils mit positiver oder negativer Gewichtung, um die Fallzeit und damit die Hüllkurvenform zu beeinflussen.
Experimentieren ist ausdrücklich erwünscht: Wer an TEMPIs Multiplikations-/Divisionsrädchen und den Mix-Einstellungen von Maths dreht, bekommt eine große Bandbreite an Ergebnissen. Die wichtigste Erkenntnis: Dieser Ansatz haucht einem Patch Leben ein, besonders wenn die Modulation an einen VCA oder Low Pass Gate weitergegeben wird. Am Ende steht das Patch im Kontext eines größeren Setups und zeigt, wie diese Technik ein ganzes System animieren kann.
Minimalismus pur: Das Ein-Kabel-0-Coast + 0-CTRL-Patch
Weiter geht’s mit einem reduzierten Patch aus 0-Coast und 0-CTRL, das die Hüllkurvendynamik mit nur einem entscheidenden Kabel steuert. Pete gibt zu, dass es im Modular nie wirklich nur ein Kabel gibt – aber hier liegt der Clou darin, den Pressure CV-Ausgang von 0-CTRL mit dem Strength CV-Eingang von 0-Coast zu verbinden.
Mit ausgeschaltetem Interrupt-Control ermöglicht dieses Setup ununterbrochene Sequenzen, während die Pads weiterhin per Touch gesteuert werden können. Durch das Einstellen des Strength-Reglers und das Experimentieren mit Echo-Effekten zeigt Pete, wie subtile CV-Variationen zu nuancierten Dynamikverläufen führen. Das Ergebnis ist ein Patch, das trotz minimaler Verkabelung ausdrucksstarke Modulationen liefert.

"Wenn man ihn ausschaltet, kann man die Pads berühren und die Sequenz läuft ununterbrochen weiter."
("Turning it off allows us to touch the pads and have the sequence continue uninterrupted.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Crossfading-Komplexität: X-PAN und Ch.Svr als Balanced Modulator

"Wenn ich die Crossfade-Position erhöhe, hören wir Balanced Modulation."
("As I increase the crossfade position, we'll hear balanced modulation.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Das letzte Patch ist eine Verbeugung vor Grant Richters X-Mix und nutzt X-PAN und Ch.Svr, um über Crossfading eine Balanced Modulation zu erzielen. Pete zeigt zwei Varianten: Die erste imitiert den Phaseninvertierungstrick des X-Mix, indem ein Malt ein Sinus-Signal vom Spectraphon splittet, eine Kopie durch Ch.Svr invertiert und beide in die Crossfade-Eingänge von X-PAN schickt. Durch das Justieren des Crossfades löschen sich die beiden Signale aus – die Bühne für Modulation ist bereitet.
Eine zweite Sinuswelle, durch einen Abschwächer geschickt, moduliert die Crossfade-Position. Pete achtet darauf, Verzerrungen zu vermeiden, und demonstriert, wie der Pan-Regler von X-PAN als VCA fungiert, wenn nur ein Ausgang genutzt wird. Frequenzänderungen an den Oszillatoren erzeugen sich wandelnde Obertöne, und das Patch wird sowohl solo als auch im komplexeren Kontext gezeigt.
Die alternative Methode nutzt Audio-Rate-Modulation des Pan-Controls: Beide X-PAN-Ausgänge gehen zum Monitor, und die Crossfade-Position übernimmt die VCA-Funktion. Auch hier ist dynamische Lautstärkesteuerung möglich. Beide Varianten zeigen, wie flexibel X-PAN und Ch.Svr für kreative Modulationen eingesetzt werden können.
Philosophie der Stille: VCAs und Klangtextur
Im gesamten Video kehrt Pete immer wieder zur Idee zurück, dass Stille und Dynamik mindestens so wichtig sind wie Klang selbst. Durch den kreativen Einsatz von VCAs – nicht nur für Lautstärke, sondern auch für Pausen und feine Modulation – werden Patches organischer und lebendiger.
Das Fazit unterstreicht, dass ein kreativer Umgang mit VCAs grundlegend für ausdrucksstarke, texturierte Patches ist. Ob Stille gestaltet, Hüllkurven animiert oder komplexe Modulationen crossgefadet werden: Der unscheinbare VCA steht im Zentrum – eine Erkenntnis, die Make Noises experimenteller Ansatz immer wieder verdeutlicht.
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