MAKEN0ISEs MultiLevel Gate Delay: Rhythmus-Replikation quer durch die Zeit

20. März 2025

MILES

MAKEN0ISEs MultiLevel Gate Delay: Rhythmus-Replikation quer durch die Zeit

Make Noise, die experimentierfreudigen Eurorack-Tüftler aus Asheville, melden sich mit einem Deep-Dive zum MultiLevel Gate Delay zurück – einem Werkzeug, das Gate-Sequenzen in komplexe, zeitversetzte Muster zerlegt. Im Video zeigt das Make Noise-Team, wie Gate-Replikation aus einer einfachen Rhythmussequenz ein weit verzweigtes Netz aus sich entwickelnden Triggern machen kann – und das alles mit wenigen Handgriffen. Erwartet eine patch-orientierte Erkundung, bei der es weniger um Marketing als vielmehr um das geht, was passiert, wenn Gates sich über mehrere Kanäle ergießen und überlagern. Wer nach neuen Wegen sucht, seinem Modularsystem Leben einzuhauchen, bekommt hier eine Meisterklasse in rhythmischer Mutation und modularer Spielerei.

Vom Clock-Replicator zum Gate-Delay

Das Video beginnt mit einem Rückblick auf eine frühere Erkundung der Sequenz-Replikation auf Clock-Ebene, bei der der Multimod verwendet wurde, um ein Master-Clock-Signal zu vervielfältigen und zu verteilen. Diesmal jedoch liegt der Fokus auf dem, was Make Noise als „Level 1“ bezeichnet: die Replikation ganzer Gate-Sequenzen statt nur der Clock-Impulse, die sie antreiben. Das MultiLevel Gate Delay wird als das Werkzeug der Wahl vorgestellt, das einen einzelnen Gate-Strom auf mehrere Ausgänge mit jeweils eigenen zeitlichen Eigenheiten verteilt.

Anstatt einfach einen Puls zu vervielfachen, ermöglicht das MultiLevel Gate Delay das Erzeugen überlappender, zeitversetzter Kopien einer Gate-Sequenz. Änderungen am Eingang propagieren sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten durch die Ausgänge, was zu einem komplexen, sich entwickelnden Netz aus Triggern führt. Dieser Ansatz ist zutiefst modular – ermutigt dazu, über lineare Sequenzen hinauszudenken und die unvorhersehbare Schönheit asynchroner rhythmischer Schichten zu nutzen.

This time let's move from what we call level 0 to what we might call level 1, the gate sequence.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Clock-Division, Spread und zeitliche Modulation

Eight times through this 16 step sequence is how much it's copying.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Eine Schlüssel-Funktion des MultiLevel Gate Delay ist seine Fähigkeit als Clock-Divider: Mit dem Time-Regler bestimmt man, wie die eingehende Gate-Sequenz aufgeteilt und verteilt wird. Durch verschiedene Einstellungen lassen sich etwa Teilungen wie durch 8 realisieren, sodass eine 16-Schritt-Sequenz auf einen viel längeren Zeitraum gestreckt wird. Das wird demonstriert, indem Rene’s X-Clock mit Tempi getaktet und dann ein langsamerer Clock in den Multimod gespeist wird – so wird die Gate-Sequenz über längere Zyklen hinweg kopiert.

Der Spread-Parameter bringt zusätzliche Komplexität ins Spiel, denn jeder Ausgangskanal kann auf Eingangssignale mit eigenem Tempo reagieren. Manche Kanäle geben noch ältere Inhalte wieder, während andere schon neue Gates einbeziehen. Das Ergebnis ist ein lebendiges, atmendes Trigger-Netz, in dem jeder Ausgang eine eigene Beziehung zur Master-Sequenz entwickelt. Die Modulation von Spread – manuell oder per CV – fügt eine weitere Ebene rhythmischer Unvorhersehbarkeit hinzu.

Ein zusätzlicher Clock-Reset bringt den Multimod periodisch wieder in Phase, was Momente quasi-wiederholbarer Ordnung ins ansonsten fließende Patch bringt. Dieses Spiel zwischen Struktur und Chaos steht im Mittelpunkt des Moduls, und das Video zeigt, wie durch Modulation von Spread und Clock-Division endlos variierende Muster entstehen.

Gestapelte Noten und sich entwickelnde Modulation

Die im Video gezeigten kreativen Workflows drehen sich darum, das MultiLevel Gate Delay zu nutzen, um mehrere Stimmen zu triggern und Parameter in Echtzeit zu modulieren. Kanäle des Multimod takten Maths-Kanäle, die wiederum Noten für die XPO- und STO-Oszillatoren erzeugen. Die variablen Ausgänge von Maths modulieren dann klangliche Parameter der jeweiligen Stimmen, sodass jede Ebene des Patches sich unabhängig weiterentwickelt.

Durch das Einbinden zusätzlicher Clocks und Modulationsquellen – wie dem Wogglebug und weiteren Maths-Kanälen – wird das Patch zu einem Spielfeld aus sich verschiebenden Hüllkurven und Klangfarben. Das Video zeigt, wie diese Elemente zusammenspielen: Langsamere Kanäle erzeugen längere Hüllkurven, invertierte Signale formen die Fallzeiten der getriggerten Funktionen. Das Ergebnis ist eine vielschichtige Klanglandschaft, in der jede Änderung der Gate-Sequenz wellenförmig das gesamte Patch beeinflusst.


Rhythmus-Variationen und Klangtexturen

Eine der faszinierendsten Eigenschaften des MultiLevel Gate Delay ist seine Fähigkeit, durch kleine Änderungen an Timing und Spread-Parametern große rhythmische Variationen zu erzeugen. Wie das Video zeigt, können Änderungen an der Geschwindigkeit der Tempi-Kanäle oder den Reset-Intervallen das Ausgangssignal dramatisch umformen – Gate-Cluster entstehen an verschiedenen Stellen und mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Diese Cluster erzeugen einzigartige Texturen, mit überlappenden Triggern, die polyrhythmische Effekte und unerwartete Akzente setzen.

Der Prozess ist hochgradig interaktiv: Durch manuelle Änderungen der Gate-Sequenz oder Modulation des Spread per CV kann man das Patch in neue rhythmische Gefilde lenken. Das Video demonstriert, wie schon kleine Anpassungen große klangliche Veränderungen bewirken, da die verzögerten Ausgänge nach und nach neues Material aufnehmen. Diese langsame Evolution ist ein Markenzeichen des Moduls und lädt zum Experimentieren und genauen Hinhören ein.

Letztlich wird das MultiLevel Gate Delay als Werkzeug zur Gestaltung komplexer rhythmischer Gitter präsentiert, nicht bloß zur Wiederholung von Mustern. Das Video deutet zukünftige Erkundungen an – etwa die Replikation melodischer Inhalte oder gar von Audio selbst – doch im Fokus stehen hier das rhythmische Zusammenspiel und die endlosen Möglichkeiten, Gates durch die Zeit wandern zu lassen.

This sequence replication is more about utilizing the overall shape of a gate sequence to generate identical overlapping rhythmic lattices…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/maken0ises-multilevel-gate-delay-replicating-rhythms-across-time/
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