Make Noise, die experimentierfreudigen Modularpioniere aus Asheville, präsentieren ihr neues Universal Synthesizer System mit einem Patch, der eher Sprungbrett als Regelwerk ist. Im offiziellen Walkthrough demonstriert das Make Noise-Team, wie Multi-Wave, Polymaths und QXG-Module für sofortige Klangergebnisse verkettet werden können. Im Mittelpunkt steht die Patch-Philosophie: Es gibt keinen ‚richtigen‘ Weg, aber dieses Setup bietet einen praktischen Ausgangspunkt, um die Verbindungen und Modulationstricks des Systems zu erkunden. Wer in Spannungen denkt und nach patchbarer Komplexität sucht, bekommt hier einen aufschlussreichen Einblick, wie diese Module zusammenspielen wollen.

13. November 2025
MILES
MAKEN0ISEs Universal Synthesizer System: Ein modularer Startpatch unter der Lupe
Ein modulares System ohne Landkarte
Das New Universal Synthesizer System von Make Noise wird als modularer Spielplatz präsentiert, auf dem das Patchen völlig offen ist. Das Video stellt gleich zu Beginn klar, dass es keinen einzigen ‚richtigen‘ Weg gibt, diese Module zu verbinden – jeder Nutzer ist eingeladen, seinen eigenen Pfad zu finden. Dieser Ansatz ist typisch Make Noise: Werkzeuge anbieten, die zum Experimentieren einladen, statt Arbeitsabläufe vorzuschreiben.
Von Anfang an wird das System als Suite miteinander verbundener Module – Multi-Wave, Polymaths und ein Paar QXGs – beschrieben, die mit den mitgelieferten Kabeln verkettet werden. Diese Normalisierung stellt einen sofortigen Signalweg bereit, doch das Credo bleibt: Der beste Patch ist der, den man selbst erstellt. Das folgende Patch wird als Ausgangspunkt und nicht als Vorlage positioniert und lädt dazu ein, es nach Belieben anzupassen und zu verändern.

"Es ist keineswegs ein Standard-Patch, noch ist es der 'richtige' Patch."
("It is by no means a default patch, nor is it the 'correct' patch.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Der Startpatch: Module verketten

"Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie diese beiden Module verbunden werden können."
("This is just one example of the ways in which these two modules can be connected.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Die Demonstration beginnt damit, die Ausgänge des linken QXG mit den Aux-Eingängen des rechten QXG zu verbinden und so die interne Audio- und Modulationskette zu vervollständigen. Diese einfache Verbindung nutzt die interne Normalisierung des Systems, bei der Multi-Wave das Audio liefert, Polymaths für Amplitudenmodulation sorgt und die QXGs das finale Output-Routing übernehmen.
Nachdem die Ausgänge des rechten QXG abgehört werden, verbindet der Patchende Multi-Wave und Polymaths so, dass beide synchron aktiviert werden. So reagieren beide Module auf die gleichen Kanalaktivierungen und schaffen die Grundlage für eng verzahnte Modulation und Sequenzierung. Das Video betont, dass dies nur ein Beispiel von vielen möglichen Konfigurationen ist und unterstreicht damit die Flexibilität des Systems.
Sequenzierung und Modulation: Multi-Wave trifft Polymaths
Die Schlüsselfunktionen des Systems treten hervor, als Polymaths in den Channel-Index-Modus versetzt wird, damit es die Spannungen von Multi-Wave präzise verfolgen kann. Mit dem Span-Panelregler auf 12 Uhr und dem Span-CV-Attenuverter ganz im Uhrzeigersinn ist Polymaths bereit für exaktes Channel-Following. Der Channel-Index-Ausgang von Multi-Wave wird auf den Span-CV-Eingang von Polymaths gepatcht, und beide Module werden auf ihre bevorzugten Aktivierungsmodi gestellt – Round-Mode für Multi-Wave, angezeigt durch die gelbe Anzeige.
Die Sequenzierung wird eingeführt, indem Multi-Wave über Tempy getaktet und das Clock-Signal sowohl an Multi-Wave als auch an René verteilt wird. So durchläuft Multi-Wave seine acht Kanäle nacheinander, während Polymaths jeden Schritt mitverfolgt. Die Pitch-Sequenzierung erfolgt, indem der X-CV-Ausgang von René auf den Volt-per-Octave-Eingang von Multi-Wave geführt wird, sodass sich die Tonhöhe jedes Kanals bei jeder Aktivierung aktualisiert. Das Ergebnis ist ein eng verzahntes System, in dem Modulation und Pitch-Sequencing tief miteinander verwoben sind.

"Polymaths schreitet im Gleichschritt voran."
("Polymaths advances in tandem.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Überlappende Noten und Modulationsverteilung: Kreatives Patchpotenzial

"Hoffentlich bietet dir dieser Patch genug Ausgangspunkt, um weiter zu erkunden."
("Hopefully this patch provides you with enough of a starting point from which you can explore further.")© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)
Die kreativen Möglichkeiten des Systems werden deutlich, wenn die Fall-Zeit bei Polymaths erhöht wird, sodass sich Noten überlappen und ineinander verschmelzen. So entstehen sich entwickelnde Texturen, da aufeinanderfolgende Noten ineinander übergehen – eine Technik, die besonders für dichte, polyphone Klanglandschaften geeignet ist. Das Video zeigt, wie schon kleine Veränderungen der Hüllkurvenzeiten das musikalische Ergebnis stark beeinflussen können.
Im weiteren Verlauf wird das Konzept der Modulationsverteilung eingeführt: Jeder Kanal hält beim Aktivieren einen Modulationswert und aktualisiert ihn erst beim nächsten Trigger. Durch das Patchen eines Gates von Press Point auf den Fall-CV-Eingang von Polymaths und das Drehen des Attenuverters zeigt der Patchende, wie dynamische, kanalweise Modulation möglich wird. Das eröffnet den Weg zu komplexen, sich ständig verändernden Modulationen im System.
Abschließend wird der Spread-Parameter an Polymaths genutzt, um die Oszillation ungleichmäßig auf die Kanäle zu verteilen. Je nach Richtung des Spread-Reglers erhalten entweder die linken oder rechten Kanäle mehr Modulation, was eine weitere Bewegungsebene und Komplexität hinzufügt. Das Video schließt mit der Aufforderung, diesen Startpatch als Ausgangsbasis zu nehmen und nach eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln – ein passendes Ende für ein System, das auf Offenheit und Experiment basiert.
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