Matt Johnson’s Keyspace vs. DSI Tempest: Analoge Wucht oder Menü-Wahnsinn?

9. Feber 2026

SPARKY

Matt Johnson’s Keyspace vs. DSI Tempest: Analoge Wucht oder Menü-Wahnsinn?

Matt Johnson’s Keyspace stürzt sich kopfüber in den DSI Tempest – eine Drum Machine, die halb analoges Biest, halb digitales Rätsel und komplett eigenwillig ist. Wer auf klinisch saubere Samples und Sofort-Befriedigung steht, kann gleich weiterklicken. Aber wer seine Beats dreckig, seine Menüs tief und seine Synths mit einer Prise Chaos mag, ist hier goldrichtig. Matts Ansatz ist hands-on, ehrlich und manchmal gnadenlos – genau das, was wir wollen, wenn jemand eine Maschine zähmt, die so sehr Puzzle wie Instrument ist. Macht euch bereit für Sounddesign-Abgründe, brutale Kompressoren und hybride Grooves, die eure DAW neidisch machen.

Hybrid-Herz: Analog und Digital im Boxring

Matt Johnson’s Keyspace verliert keine Zeit mit Höflichkeiten – direkt in den Ring mit dem DSI Tempest, einer Maschine, die analoge und digitale Synthese wie eine Rave-Party auf dem Schrottplatz vereint. Zwei analoge Oszillatoren, zwei digitale und ein Filter-Setup, das selbst Modular-Fans neidisch macht. Sägezahn, Dreieck, Puls und ein Sub – alles bereit zum Verbiegen.

Die digitale Seite wirft einen Haufen Drum- und Keyboard-Samples ins Rennen, aber erwartet keine Hi-Fi-Luxusklasse – das sind raue, speicherarme Sounds voller Charakter. Klar, eigene Samples laden geht nicht (meh), aber die Mischung aus analoger Wärme und digitalem Dreck sorgt für ständige Überraschungen. Ein Spielplatz für alle, die ihre Beats gerne mutiert mögen.

It's a bit of an enigma. You know, it can sound really glorious. It's a bit of a rabbit hole, you can spend hours and kind of enjoy messing…

© Screenshot/Zitat: Mattjohnsonskeyspace (YouTube)

Menü-Tauchen und Sample-Dreck: Die doppelte Klinge des Tempest

They're kind of grungy because they were so stingy on the memory on this thing that they're just tiny, tiny amounts of memory.

© Screenshot/Zitat: Mattjohnsonskeyspace (YouTube)

Hier zeigt der Tempest seine Zähne. Die Sample-Qualität? Sagen wir’s so: eher Straßenimbiss als Sterneküche – lo-fi, kratzig und kompromisslos roh. Wer die digitalen Oszillatoren hochfährt, bekommt Artefakte, die einen Toaster-Krieg auslösen könnten. Aber genau das macht den Reiz aus – wenn man drauf steht.

Bedienung? Hoffentlich liebt ihr Menüs. Es gibt Tiefe, aber man klickt und scrollt mehr als einem lieb ist. Modulationsmöglichkeiten sind solide – zwei LFOs, vier Hüllkurven, eine Mod Matrix – aber der Weg dahin ist mühsam. Der Tempest belohnt Geduldige und bestraft Faule. Wer sofortige Ergebnisse will, sollte weiterziehen.

Studio-Laborratte oder Bühnenwaffe?

Matt bleibt nicht bei der Theorie – er zeigt, wie der Tempest sowohl live als auch im Studio eingesetzt werden kann. Drum-Programmierung ist flexibel: Analoge und digitale Layer lassen sich stapeln, sodass hybride Kicks entstehen, die durch jeden Mix brechen. Analoge Claps, 808-Samples und Synth-Linien bekommen ihre Bühne, mit Panning, Tuning und Modulation zum Austoben.

Performance-Features wie 16 Tunings, zuweisbare Slider und Echtzeit-Event-Editing erlauben es, Beats live zu verbiegen. Klar, manches ist total abgefahren und nicht für jeden Track, aber das kreative Potenzial ist riesig. Das ist kein reines Studio-Spielzeug – sondern eine echte Straßenwaffe für alle, die Zeit investieren.


Sounddesign-Spielplatz: Hören ist Pflicht

Im ganzen Video feuert Matt eine Salve von Sound-Demos ab – von warmen Analog-Grooves bis zu glitchigen, experimentellen Texturen. Der Tempest glänzt, wenn er an seine Grenzen getrieben wird: winzige Klicks, verzerrte Rolls und hybride Töne, die keine andere Drum Machine hinbekommt. Ehrlich, Worte reichen nicht – das muss man selbst hören.

I think where this thing does really excel is making experimental kind of sounds.

© Screenshot/Zitat: Mattjohnsonskeyspace (YouTube)

Lohnt es sich? Das Urteil aus dem Bunker

Behält der Tempest seinen Platz oder landet er im Gear-Friedhof? Matt ist zwiegespalten – die analogen Sounds sind fett, die Hybrid-Tricks einzigartig, aber der Workflow kann nerven. Sechs Stimmen bedeuten echtes Notenklauen, und fehlender Sample-Import ist eine verpasste Chance. Trotzdem gibt’s hier eine Wärme und Unberechenbarkeit, die moderne Drum Machines einfach nicht nachmachen können.

Wer klinische, saubere Beats will, ist hier falsch. Wer aber Charakter, Chaos und ein bisschen Kampfgeist sucht, könnte mit dem Tempest seinen neuen besten Freund finden. Nur: Einfach macht er’s einem nicht – und schmutzige Hände sind garantiert.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/matt-johnsons-keyspace-vs-the-dsi-tempest-analog-mayhem-or-menu-madness/
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