Metamythers Klangschatten: Horror mit Synthesizern gestalten

29. Mai 2025

LUMINA

Metamythers Klangschatten: Horror mit Synthesizern gestalten

Tauchen Sie ein in die eindringlichen Klanglandschaften, die Metamyther erschafft, während er die Schichten seiner unheimlichen Filmmusikproduktion enthüllt. In seinem neuesten Video erkunden wir die surreale auditive Welt, in der Nord Drum 3P und Sequential Trigon-6 Schattenklänge und verstörende Texturen zum Leben erwecken. Diese Erkundung verspricht, Komponisten, Synth-Enthusiasten und Horror-Fans gleichermaßen zu fesseln.

Die Kunst der Klangschatten: Eine Einführung

Metamyther lädt uns ein auf eine Reise durch die klangliche Unterwelt und enthüllt die Alchemie hinter der Musik für den surrealen Kurzfilm ‚You’re Not Sorry‘. Dieses fünfminütige Werk ist mehr als nur ein Film – es ist eine Leinwand für Metamythers akustische Pinselstriche, wo Klang die Stille verschlingt und sie in ein körperliches Erlebnis verwandelt. Jede Note und jeder Drone wird sorgfältig entworfen, um das psychologische Chaos einer Frau in den Wahnsinn zu versetzen. Diese Erkundung, wie er beschreibt, soll andere Komponisten inspirieren, die verstörende Macht der Musik im Film zu nutzen. Durch eine Vielzahl von Cues und granulierten Texturen malt Metamyther die weitläufige emotionale Landschaft, die das Markenzeichen seines Schaffens ist.


Vor den Albträumen: Die Bühne bereiten

Noch bevor ein einzelnes Bild zum Leben erweckt wird, erschafft Metamyther ein auditives Reich geleitet von der Vision der Filmemacher. Er spricht vom Prozess des Sammelns von Klanglandschaften, ähnlich wie das Sammeln von Dämmerungsschattierungen für eine noch zu bemalende Leinwand. Mit einer Fülle von unheimlichen Drones und dunklen Texturen aus seinem Archiv beginnt die klangliche Erzählung Gestalt anzunehmen – jedes Element ein Charakter, der darauf wartet, aus den Schatten zu treten. Metamyther, in einem nahtlosen Tanz zwischen Vergangenheit und Gegenwart, schafft Musik für Szenen, die noch ungefilmt sind – flexible Fäden, die der Regisseur in die physische Realität des Drehs einweben kann. Metamythers Prozess ist ebenso sehr Vorahnung wie Kreation; während diese Klänge im Gewebe des sich entwickelnden Films pulsieren, stimmen sie mit den Wünschen der Filmemacher für klangliches Unbehagen überein.

Vor dem Dreh sprachen die Filmemacher und ich über die allgemeine Stimmung, die sie für die Filmmusik wollten.

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Rauhe Kanten und glückliche Unfälle: Komponieren zum Bild

Ableton kann tatsächlich mit Videodateien arbeiten, es ist nicht die beste Benutzeroberfläche, aber auf jeden Fall brauchbar.

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Beim Erhalt des Rohschnitts beginnt Metamyther den zarten Tanz des Abstimmens von Klang auf das bewegte Bild. In Ableton Live, einem digitalen Reich, wo visuelles und auditives kollidieren, formt er jeden Klang, um mit dem unheimlichen Puls des Films in Resonanz zu treten. Der Prozess ist nicht ohne seine Herausforderungen – Tempi schweifen wie Geister gegen das Raster, und manchmal führt ein glücklicher Zufall zu einer unbeabsichtigten aber wunderschön gruseligen Form. Diese Momente sind der Punkt, an dem wahre Kunstfertigkeit zum Vorschein kommt, indem sie Unstimmigkeit in Kohärenz verwandelt und die Kluft zwischen dem, was gesehen und was gefühlt wird, überbrückt. Durch sorgfältiges Schichten und Anpassungen erschafft Metamyther eine auditive Landschaft, die nicht nur unterstützt, sondern die unheimliche Erzählung des Films verstärkt.

Unheimliche Drones und resonante Räume: Das klangliche Umfeld aufbauen

Bei der Gestaltung des klanglichen Umfelds von ‚You’re Not Sorry‘ spielen Drones eine entscheidende Rolle – sie werden zu Wächtern des Unbehagens, die über das sich entfaltende Drama wachen. Metamyther verwendet die Nord Drum 3P und Onoroi-Module, um Drones zu schaffen, die Nebel und zerbrochenes Licht ausatmen, jede Note ein Fingerabdruck filmischer Spannung. Währenddessen verleiht das PSP PianoVerb einen metallischen Klang, der das Geräusch von Echos durch Übergangsräume heraufbeschwört. Es geht nicht einfach darum, Stille zu füllen, sondern darum, einen resonierenden Raum zu schaffen, in dem die emotionalen Untertöne des Films tanzen und sich verzerren können. Die Schichten, die Metamyther eine über die andere legt, sind ein Beweis für seine Fähigkeit, den nuancierten Dialog zwischen Klang und Bild vorauszusehen und zu artikulieren. Mit der greifbaren Präsenz der Hardware flüstern die klanglichen Geister der Vergangenheit an der Oberfläche des Films.


Vom Club zum Kataklysmus: Synths und Texturen in Bewegung

Während die Erzählung ins Chaos übergeht, setzt Metamyther Synthesizer ein, um die Klanglandschaft des Films von einem wummernden Club-Beat zu einem alptraumhaften Crescendo zu wandeln. Mit dem Sequential Trigon-6 und Arturia Prophet VST baut er eine mehrschichtige Basis, wo tiefes Bassgebrüll unter ätherischen Synths liegt. Seine Kreation ist fließend und dennoch strukturiert, ein Sturm aus Klang, der den Abstieg der Protagonistin in den Wahnsinn widerspiegelt. Im Herzen dieses klanglichen Mahlstroms pflanzt das Generate-Plugin Samen des Chaos, die in filmische Texturen erblühen – klangliche Nebel, die mit dem sich auflösenden Geist der Protagonistin resonieren. Metamythers unverwechselbares klangliches Erzählen kommt dabei zum Vorschein, denn jedes Element wird nicht gespielt, sondern wir driften in es hinein – eingetaucht in eine dunkel fesselnde Erzählung.

Es verleiht dem Track ein aggressives Low-Pass-Filter, wodurch es sich anfühlt, als käme die Musik aus der Ferne.

© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/metamythers-sonic-shadows-crafting-horror-with-synthesizers/
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