In dieser Playbook-Folge stellt OXI Instruments modulare Sequencing-Tricks mit einer Technik von Pietro Coquinati in den Mittelpunkt. Im Fokus stehen die Mod-Lanes des OXI One Sequencers – insbesondere, wie das Manipulieren von Modulationsspur-Längen und Reset-Funktionen neue Phrasierungen und Grooves freilegt. Die Demonstration ist praxisnah, direkt und rhythmisch fundiert und zeigt, wie ein einfacher Akkord zum Pulsieren, Entwickeln und Überraschen gebracht werden kann. Für alle, die sich für die Feinheiten der Modulations-Sequenzierung interessieren, ist dies ein Paradebeispiel dafür, wie subtile Spannungs-Choreografie selbst den schlichtesten Patches Leben einhaucht.

23. Juli 2026
MILES
OXI Instruments: Mod-Lanes, Pattern Reset und die verborgenen Rhythmen darin
Vorhersehbares Chaos: Einführung in Mod-Lanes
Das Video startet mit einer Technik von Pietro Coquinati, einem Modular-Synth-Künstler, der dafür bekannt ist, einfache Sequenzen in lebendige, atmende Muster zu verwandeln. Das OXI-Team konzentriert sich auf die Modulationsspuren des OXI One und zeigt, wie sie statische MIDI-Sequenzen in sich entwickelndes rhythmisches Material verwandeln. Das Kernkonzept ist, Mod-Lanes nicht nur für Bewegung zu nutzen, sondern um organisch wirkende Veränderungen zu erzeugen, die dennoch musikalisch geerdet bleiben. Durch das Einflechten von Modulation in ein einfaches Akkordmuster und das Verankern mit einem Four-on-the-Floor-Kick wird die Bühne für clevere, patchbare Sequencing-Magie bereitet.

"Sein Trick dreht sich darum, Mod-Lanes als Werkzeuge zu nutzen, um Modulationen zu erzeugen, die vorhersehbar und doch organisch wirken, indem mit dem Verhältnis von Pattern-Länge und Pattern-Reset gespielt wird."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Mod-Lanes und Reset einstellen: Die Praxis

"Wenn ich die Länge dieser Modulationsspur anders als 16 Steps einstelle, zum Beispiel auf sieben, entkopple ich die Modulation im Grunde vom Pattern selbst."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Der erste Schritt ist das Zuordnen einer Modulationsspur zu einem Ziel – hier ist es MIDI CC 77, das die Hüllkurventiefe eines Filters auf einem Novation Peak steuert. Im OXI One kann die Modulation per Hand gezeichnet und anschließend mit dem ‚Smoothness‘-Regler weiter geformt werden – von ultraschnell bis sanft schwingend. Dieser Ansatz erinnert an klassische Spannungssteuerung, bietet aber die unmittelbare Haptik moderner Sequencer.
Der eigentliche Trick zeigt sich, wenn die Länge der Modulationsspur von der Hauptpattern-Länge (16 Steps) abweicht – zum Beispiel auf sieben Steps. Dadurch wird die Modulation vom Hauptpattern entkoppelt, sodass sie nicht einfach mit jedem Pattern-Durchlauf wiederholt, sondern driftet und sich entwickelt. Mit der Reset-Funktion (hier auf einen Takt gesetzt) wird die Modulation regelmäßig wieder synchronisiert, sodass sich das Verhältnis von Unvorhersehbarkeit und Vorhersehbarkeit im Groove fein justieren lässt.
Neue Rhythmen durch Mod-Längen und Reset: Phrasierung entfesselt
Durch weiteres Anpassen der Modulationsspur-Länge – etwa auf fünf Steps – entstehen unerwartete Phrasierungen und rhythmische Wechselwirkungen. Jedes Mal, wenn die Modulation zurückspringt, treten neue Akzente und Dynamiken hervor, während die Reset-Funktion dafür sorgt, dass der Groove stets zusammenbleibt, egal wie ungewöhnlich der Modulationszyklus ist. Dieses feine Gleichgewicht zwischen Experiment und Struktur macht den Ansatz im Praxisalltag attraktiv, da man experimentieren kann, ohne den Faden des Tracks zu verlieren.
Das Ändern des Reset-Intervalls, etwa auf zwei Takte, dehnt dieses Wechselspiel weiter aus. Die Demonstration zeigt, wie kleine Anpassungen neue rhythmische Ideen hervorbringen, wobei das Reset als Sicherheitsnetz dient, das die Modulation vor zu großem Drift bewahrt. Ein Paradebeispiel dafür, wie modulares Sequencing sowohl explorativ als auch musikalisch sinnvoll sein kann.

"Egal, was ich mache, ich bleibe immer geerdet, weil die Reset-Funktion alles nach jedem Takt neu starten lässt."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Mod-Lanes schichten: Komplexe Rhythmen aus einfachen Patches

"In diesem Fall habe ich zwei Modulationsspuren mit unterschiedlichen Längen und unterschiedlichen rhythmischen Loop-Werten."
© Screenshot/Zitat: Oxiinstruments (YouTube)
Die Technik entfaltet ihre volle Kraft, wenn mehrere Mod-Lanes kombiniert werden. Durch das Zuweisen einer weiteren Modulationsspur zu einem anderen Parameter (hier CC89 für Amp Release) und das Vergeben individueller Längen und Reset-Werte für jede Spur verwandelt der OXI One einen einzelnen Akkord in ein rhythmisch reiches, sich ständig veränderndes Pattern. Das Zusammenspiel der Spuren erzeugt pulsierende, groovige Texturen, die den statischen Charakter klassischer Step-Sequenzen weit hinter sich lassen.
Das Ein- und Ausschalten des Resets für jede Spur zeigt, wie eng die Modulation an den Groove gebunden ist – oder wie sie sich in freiere Gefilde bewegt, wenn sie ungebremst läuft. Das Ergebnis ist eine Palette rhythmischer Werkzeuge, gesteuert mit wenigen Encodern und einem Gespür für Modulation. Wer auf der Suche nach dubbigen, polyrhythmischen oder einfach interessanten Bewegungen im Modular- oder Hybrid-Setup ist, sollte sich diese Technik merken.
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