Tides entfesselt: The Unperson macht Mutable’s Modulator zur Klangwaffe

19. Jänner 2026

SPARKY

Tides entfesselt: The Unperson macht Mutable’s Modulator zur Klangwaffe

Mutable Instruments Tides v2: Normalerweise als Modulations-Arbeitstier bekannt, aber The Unperson hat keine Lust auf brave Hüllkurven. In diesem Video wird Tides aus dem LFO-Knast befreit und direkt als VCO missbraucht – und zwar bis zum letzten Tropfen Oszillator-Saft. Erwartet eine handfeste, schnörkellose Tour durch die Output-Modi, das Pitch-Tracking und ein paar Patches, die euer Rack ins Schwitzen bringen. Wer denkt, Tides sei nur für wackelige Modulationen da, wird hier eines Besseren belehrt. The Unperson steht für direkte Action – kein endloses Menü-Gescrolle, sondern rohe, musikalische Experimente.

Tides: Mehr als nur ein Modulator

Klartext: Mutable Instruments Tides v2 landet meist in der Modulations-Schublade, aber The Unperson sieht das anders. Gleich zu Beginn wird klargemacht, dass Tides mehr kann als Hüllkurven und LFOs – als VCO taugt das Ding richtig, wenn man weiß, wo man drehen muss. Das Video kommt ohne Umschweife zum Punkt: Tides in den Cycle-Modus bringen, auf Audiogeschwindigkeit pushen und eine Sequenz patchen. Kein Händchenhalten, sondern direkt zur Sache.

Erfrischend ist der fehlende Respekt vor Konventionen. The Unperson verzichtet auf Ehrfurcht und geht direkt an die Regler: Shape-Morphing, Slope für Pulse-Width-Vibes und ein Smoothness-Knopf, der von Tiefpass zu Wavefolding wechselt. Es ist ein schneller, dreckiger Überblick über die Basics – aber hier geht’s nicht ums Abhaken von Features, sondern darum, ob Tides wirklich als Hauptoszillator taugt und nicht nur als Hintergrund-Modulationsquelle.

Es hat ein paar Tricks auf Lager, eines davon ist, dass es ein ziemlich umfassender VCO ist.

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Output-Modi: Viermal Chaos zum Mitnehmen

Für sich genommen ist das kein besonders interessanter Modus, aber ich habe hier jeden Ausgang durch einen komplett anderen Effekt…

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Jetzt kommt das eigentliche Futter: die vier Output-Modi von Tides. The Unperson springt in den Different-Amplitudes-Modus, wo alle vier Ausgänge die gleiche Wellenform liefern, aber man per Shift steuert, welcher aktiv ist. Für sich genommen etwas fad, aber wenn jeder Ausgang durch einen anderen Effekt gejagt wird, wird aus dem Patch ein echtes Chaos-Monster.

Sample-and-Hold-Modulation auf dem Shift-Control macht aus dem Modus einen echten Unruhestifter. Jeder Ausgang bekommt seinen eigenen Geschmack – Bitcrusher, Reverb, was das Rack eben hergibt. Das Ergebnis? Eine Sequenz, die deutlich dynamischer ist als jeder brave VCO. The Unperson gibt zu, dass das Setup etwas Zeit kostet, aber die Mühe lohnt sich: Das Patch ist unberechenbar, lebendig und voller Attitüde. Wer einen langweiligen Standard-Oszillator sucht, ist hier falsch.

Pitch-Tracking und Audio-Rate-Action

Weiter geht’s mit dem Different-Times-Modus. Hier teilen sich alle vier Ausgänge Wellenform und Frequenz, aber die Phasen lassen sich gegeneinander verschieben. The Unperson dreht an den Harmonischen, shiftet für Sync-ähnliche Töne und überraschende Texturen. Da steckt viel mehr Soundpotenzial drin, als man von einem angeblichen LFO-Modul erwarten würde.

Envelope-Modulation auf dem Shift-Control hält alles in Bewegung, und die Erkundung bleibt musikalisch – nie reine Laborarbeit. The Unperson setzt auf Gefühl statt Technik-Protzerei. Das Pitch-Tracking ist präzise, das Modul reagiert so, wie man es von einem Hauptoszillator erwartet. Wer sterile, klinische Wellenformen sucht, wird enttäuscht – Tides steht für Bewegung und Dreck.

Jeder der vier Ausgänge hat die gleiche Wellenform und die gleiche Frequenz, aber wir können die Phase jedes Ausgangs gegeneinander…

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Patch-Chaos: Akkorde, Progressionen und Textur

Jeder der vier Ausgänge gibt eine andere Frequenz aus und das erzeugt Akkorde.

© Screenshot/Zitat: Theunperson (YouTube)

Der letzte Modus – Different Frequencies – liefert vier Ausgänge mit vier verschiedenen Tonhöhen, und plötzlich wird Tides zur Akkordmaschine. The Unperson betont, dass die Akkordstrukturen hier einzigartig sind und nicht einfach von Rings oder Plaits kopiert wurden. Das ist kein Standard-Dreiklang-Generator, sondern hat seine eigene, schräge Logik.

Mit einer Melodie obendrauf wird aus dem Patch eine komplette Progression. The Unperson bleibt musikalisch und zeigt, wie Tides das Rückgrat eines Tracks sein kann oder einfach seltsame harmonische Würze liefert. Das Modul ist nicht nur was für Modulations-Nerds – wer sich traut, bekommt hier das Fundament für einen echten Track.

Hören ist Glauben

Worte reichen nur bis zu einem gewissen Punkt – wer den vollen Impact von Tides v2 als VCO erleben will, sollte das Video schauen und hören. Die Jams von The Unperson machen klar: Das Ding ist keine reine Utility, sondern eine echte Klangwaffe. Nicht verpassen!


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