UDO Audio Super 8 Sequencer: Layer-Performance auf britische Art

16. Oktober 2024

MILES

UDO Audio Super 8 Sequencer: Layer-Performance auf britische Art

UDO Audio, die Synth-Schmiede aus Bristol, stellt in diesem praxisnahen Video den Sequencer ihres Super 8 ins Rampenlicht. Hazel Mills führt durch die Layer-Architektur, Step-Sequencing und die Möglichkeiten zur Echtzeit-Manipulation – und zeigt, wie der Super 8s Design-Philosophie sowohl strukturierte Komposition als auch spontanes Spiel unterstützt. Wer wissen will, wie dieser FPGA-basierte Polysynth Sequenzen über zwei Layer hinweg verschmelzen, verbiegen und live performen lässt, bekommt hier einen tiefen Einblick ins kreative Potenzial. Es gibt praktische Patch-Tipps, ausdrucksstarke Steuerungen und einen Vorgeschmack auf UDOs typische Direktheit.

Layer über Layer: Der Sequencer des Super 8 im Fokus

Der UDO Audio Super 8 wird als vielseitiger Synthesizer vorgestellt, wobei der integrierte Sequencer klar im Mittelpunkt steht. Das Video macht sofort deutlich, dass dieser Sequencer nicht nur ein Zusatz-Feature ist, sondern ein zentrales Element für Sounddesign und Performance. Hazel Mills zeigt, wie die Architektur des Super 8 dazu einlädt, in Layern zu denken – mit dem Sequencer als Fundament für komplexe, sich entwickelnde Texturen.

Der Workflow startet mit dem Aufnehmen einer Basis-Sequenz auf dem unteren Layer, wobei die Split-Funktion der Tastatur genutzt wird. Das eröffnet sofort ein Spielfeld für das Zusammenspiel der Layer, denn der obere Layer bleibt für Live-Performance oder weitere Sequenzen frei. UDOs Design-Philosophie – Direktheit und Spielfreude – zeigt sich in der Bedienung des Sequencers: Hier geht es um unmittelbares Ausprobieren, nicht um Menü-Wüsten oder Excel-Programmierung.

This is how you can get creative with sequence-based performance using the UDO Super 8.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Step by Step: Sequenzen aufnehmen und bearbeiten

Each chord or note as you play it will sequentially be assigned to each step.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Der Sequencer des Super 8 bietet vier Seiten mit je 16 Steps, insgesamt also 64 Schritte – genug Platz für Melodien oder Akkordfolgen. Jeder der 16 Taster auf dem Panel steht für einen Step, und das Aufnehmen ist so direkt wie das Drücken eines Tasters und das Spielen von Noten oder Akkorden. Die Länge der Sequenz ergibt sich daraus, wie viele Steps man belegt – von kurzen Riffs bis zu langen Patterns ist alles möglich.

Hazel zeigt, wie jeder Ton oder Akkord in Echtzeit einem Step zugewiesen wird, sodass sich eine Sequenz ganz intuitiv aufbauen lässt. Ist die Sequenz aktiv, bietet der Super 8 expressive Werkzeuge, um sie lebendig zu machen. Mit der Slide-Funktion werden Noten gebunden, für Legato-Effekte; mit Accent lassen sich Steps dynamisch hervorheben. Pausen (Rests) sorgen für rhythmische Abwechslung und mehr Raum – alles mit wenigen Handgriffen.

Wer es weniger linear mag, kann die Sequenz auch nicht-sequenziell programmieren: Erst die Länge festlegen, dann gezielt einzelne Steps anwählen und belegen – das öffnet die Tür für experimentelle oder unvorhersehbare Patterns. Diese Flexibilität erinnert an klassische Step-Sequencer, aber mit einem modernen, performance-orientierten Ansatz.

Kreative Workflows: Layering, Arpeggiator und Performance-Tools

Hazel bleibt nicht bei einfachen Sequenzen stehen, sondern zeigt, wie sich die Dual-Layer-Architektur des Super 8 für kreative Workflows nutzen lässt. Mit einer Sequenz auf dem unteren Layer und Live-Spiel auf dem oberen können Performer programmiertes Material mit spontaner Improvisation verschmelzen. Die Split-Funktion erlaubt dabei eine präzise Steuerung, welche Tasten welchen Layer ansprechen – so lassen sich die Klangrollen klar verteilen.

Der Arpeggiator kommt als weiteres Performance-Tool ins Spiel und läuft über einer Sequenz, um rhythmische Komplexität und Bewegung zu erzeugen. Das Video zeigt, wie arpeggierte Patterns und Sequenzen miteinander interagieren und so lebendige Texturen entstehen. Modulationsmöglichkeiten wie Mod-Wheel und Expression-Pedal werden ebenfalls hervorgehoben – ideal für alle, die Klangverläufe und Filterfahrten in Echtzeit gestalten wollen.


Transponieren und Verwandeln: Echtzeit-Flexibilität für Performances

Der Sequencer des Super 8 ist nicht nur zum Programmieren und Abspielen da – er ist für dynamische Live-Performance gebaut. Hazel zeigt, wie sich Sequenzen in Echtzeit transponieren lassen, indem man den Record-Modus verlässt – so kann man harmonische Inhalte verschieben, ohne den Flow zu unterbrechen. Gerade für Live-Sets oder Jams ist diese Flexibilität Gold wert.

Das Video geht auch auf die Möglichkeit ein, beide Layer gleichzeitig zu transponieren, was noch mehr Spielraum für harmonische Wechsel eröffnet. Mit dieser Dual-Transponierung lassen sich komplexe, geschichtete Sequenzen mitten im Set neu kontextualisieren. Ein praktisches Beispiel für UDO Audios Philosophie: Technik im Dienst des Spiels, mit dem Performer immer am Steuer.

You can transpose it in real time if you take it out of sequence record mode.

© Screenshot/Zitat: Udo Audio (YouTube)

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/udo-audios-super-8-sequencer-layered-performance-british-style/
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