Der Leveling EQ Amplifier (LEQA) von 4ms Company vereint Kompression, EQ und Stereo-Breite in einem End-of-Chain-Modul für Eurorack. Im offiziellen Tutorial führt 4ms durch den gesamten Signalweg, zeigt Features mit Studio-Referenzen und demonstriert praxisnahe Patch-Anwendungen. Dieser Video-Artikel beleuchtet, wie der LEQA Klang formt, sich ins Modularsystem einfügt und was er einem Stereo-Rack tatsächlich bringt – ohne Marketing-Übertreibungen.

8. Juli 2026
MILES
4ms Company Leveling EQ Amplifier: End-of-Chain-Politur für Eurorack
LEQA vorgestellt: Politur am Ende der Signalkette
4ms Company präsentiert den Leveling EQ Amplifier – kurz LEQA – als dediziertes End-of-Chain-Modul für Eurorack-Systeme. Das erklärte Ziel: Dem Modular-Patch vor dem Ausgang den letzten Schliff und Zusammenhalt verleihen. Das Modul versteht sich nicht nur als weiteres Utility, sondern als vollständiger Stereo-Prozessor, der das Mixing direkt im Rack abschließt. Das Tutorial verspricht einen vollständigen Rundgang durch alle Parameter, mit klaren Audiobeispielen und Patch-Demonstrationen, die seine Rolle am Ende des modularen Signalflusses zeigen.

"LECWA ist ein End-of-Chain-Modul, das deinem Patch Politur und Zusammenhalt verleiht."
© Screenshot/Zitat: 4Mscompany (YouTube)
Stereo-Breite: Von Mono zu Super-Stereo

"Wenn ein Monosignal in den LECWA gepatcht wird, wird der Stereo-Breiten-Prozessor zu einem Mono-zu-Stereo-Konverter, der eine Kombination aus Haas-Effekt und Mid-Side-Bearbeitung verwendet."
© Screenshot/Zitat: 4Mscompany (YouTube)
Der erste Teil der LEQA-Signalkette ist der Stereo-Breiten-Prozessor, der clevere Tricks für Mono- und Stereoquellen bietet. Bei Monosignalen wird das Signal per Haas-Effekt und Mid-Side-Bearbeitung in Stereo umgewandelt. Der Width-Regler erlaubt einen stufenlosen Übergang von Mono zu ‚Super-Stereo‘: Bei null ist der Effekt aus, auf halber Strecke ist das Signal voll stereo mit harter Panorama- und Delay-Verteilung, darüber hinaus geht es in den ‚Super-Stereo‘-Modus mit fortgeschrittener Mid-Side-Bearbeitung. Ein CV-Eingang für die Breite ermöglicht Modulation durch LFOs oder Hüllkurven – ideal für bewegte Texturen oder rhythmische Effekte.
Bei echtem Stereo-Eingang reagiert der LEQA anders: Hier kann das Signal auf Mono reduziert, das ursprüngliche Stereobild stufenlos zurückgeblendet und schließlich in eine extrem breite Mid-Side-Darstellung überführt werden. Es wird kein Delay auf Stereoquellen angewendet, was die Präzision für komplexe Mixe erhält. Der Breiten-Prozessor eignet sich damit hervorragend, um Synth-Stimmen, Drum-Busse oder Monosignale im Mix breiter zu platzieren.
EQ-Sektion: Selektive Bänder und Gain-Modi
Die EQ-Sektion des LEQA ist von klassischen Designs inspiriert und bietet Hochpass, Low Shelf, Mittenband und High Shelf Filter sowie einen eigenen Ausgangsabschwächer. Jede Filterband hat per Taster wählbare Frequenzen – ähnlich wie beim Neve 1073, also keine vollparametrische Steuerung, sondern musikalisch sinnvolle Frequenzstufen für schnelles Sound-Shaping. Hochpass und Low Shelf konzentrieren sich auf die Kontrolle des Bassbereichs, mit Optionen zum Entfernen und gezielten Wiedereinführen von Subbässen für einen straffen Mix. Das Mittenband deckt 360 Hz bis 7,2 kHz ab und ermöglicht das gezielte Anheben von Präsenz oder das Beseitigen von Matsch, während das High Shelf bei 10 kHz für ‚Air‘ und Brillanz sorgt.
Ein besonderes Feature ist der Dual-Gain-Modus: Durch Halten des Low Shelf-Tasters wechselt man zwischen +/-5 dB für feine Mastering-Eingriffe und +/-15 dB für drastische Klangformung. Auch die Filtersteilheit ändert sich – sanfte 6 dB/Oktave im Low-Gain-Modus, steilere 18 dB/Oktave im High-Gain-Modus. So bietet der LEQA sowohl Feingefühl für subtile Bearbeitung als auch Werkzeuge für radikale Eingriffe. Die EQ-Ausgangsstufe besitzt eine Clip-Anzeige, die das Headroom-Management vor Kompressor oder Ausgang erleichtert.

"Anstatt ein vollparametrischer EQ zu sein, orientiert sich Lequa am Neve 1073 EQ, bei dem für jedes Band bestimmte Frequenzen über einen Drehschalter auswählbar sind."
© Screenshot/Zitat: 4Mscompany (YouTube)
Kompressor: LA-2A-inspirierte Dynamik mit Parallelregelung

"Die physikalischen Eigenschaften dieses Phänomens machen den LA-2A so begehrt, da das langsame Laden und Entladen der Lampe ihm seinen charakteristischen, klebrigen, analogen und warmen, langsamen Attack und Release verleiht."
© Screenshot/Zitat: 4Mscompany (YouTube)
Der Kompressor im LEQA basiert auf dem LA-2A-Optokompressor – ein Studioklassiker, bekannt für seine musikalische, weiche Ansprache. Im Inneren steuert eine Glühlampe, angesteuert vom Audiosignal, die Kompression: Je heller sie leuchtet, desto stärker wird das Signal abgesenkt. Das sorgt für einen langsamen, ‚klebrigen‘ Attack und Release und verleiht dem Mix analoge Wärme. Der Amount-Regler bestimmt die Kompressionsstärke, ein Gain-Reduction-Meter gibt visuelles Feedback. Es gibt Sweetspots für kreative ‚Pump‘-Effekte, besonders bei perkussivem Material.
Das Kompressionsverhältnis ist zwischen sanften 3:1 und harten 10:1 Limiting umschaltbar, das Makeup-Gain bietet bis zu 40 dB, um das Signal nach der Kompression wieder anzuheben oder gezielt in Soft-Clipping zu fahren. Ein Dry/Wet-Regler ermöglicht Parallelkompression, sodass Transienten erhalten bleiben und dennoch Druck und Dichte hinzukommen. Im Tutorial wird gezeigt, wie die EQ-Positionierung das Kompressorverhalten beeinflusst: EQ vor dem Kompressor bestimmt, welche Frequenzen die Kompression auslösen, EQ danach dient der abschließenden Klangpolitur. Diese Flexibilität entspricht realen Mixing-Techniken – jetzt direkt im Eurorack verfügbar.
Polierter Abschluss: LEQA im Modular-Workflow
Zum Abschluss positioniert 4ms den LEQA als vielseitige End-of-Chain-Lösung für Eurorack-Nutzer, die einen integrierten Ansatz fürs Mixing suchen. Egal ob für dezente Masterbus-Bearbeitung, kreative Klangformung oder das Zähmen wilder Modularsignale – das Modul vereint Stereo-Breite, musikalischen EQ und flexible Kompression in einem Gerät. Der eigentliche Mehrwert liegt in der Fähigkeit, sowohl feine Mastering-Korrekturen als auch drastische Klangveränderungen direkt im Rack zu erledigen – ohne zusätzliches Outboard. Die Patch-Beispiele zeigen, wie der LEQA Modular-Mixe aufwertet und das Ausgangssignal kohärenter, definierter und bereit für die Außenwelt macht.
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