AudioPilz öffnet das Archiv und entstaubt die Novation Drumstation, ein 90er-Rackmonster, das schamlos die TR-808/909 kopiert. Memes, Real Talk und genug Rauschen für jede Kellerparty. Wer Nostalgie mit Augenzwinkern und Sarkasmus mag, bekommt in dieser Bad Gear-Folge Punch, Cringe und überraschend fette Kicks. Kein TR-Liebesbrief – das ist purer AudioPilz, mit allen Macken.

8. August 2026
SPARKY
AudioPilz gräbt die Novation Drumstation aus – Lost Bad Gear, wieder groovig
Vintage-Vibes, Plastik-Verbrechen
AudioPilz zieht die Novation Drumstation aus der 90er-Versenkung und stellt klar: Das Teil ist ein Rackmount-Liebesbrief (oder eher Lösegeldforderung) an die Roland TR-808 und 909. Lass dich vom 19-Zoll-Oldschool-Look nicht täuschen – damals war das die einzige Möglichkeit für klamme Producer, an die legendären Drumsounds zu kommen, ohne gleich eine Niere für eine echte 808 zu verkaufen.
Er bringt es auf den Punkt: Während heutige Clones als Deko bei Influencern verstauben, ging’s bei der Drumstation um Hands-on-Action und „einfachere Zeiten“. Das Teil gibt offen zu, ein Ripoff zu sein – aber eins mit Sinn: Legendäre Sounds für alle, die ein Rack und einen Traum hatten.

"Diese Drum Machine von 1996 und schamlose Roland TR-808- und 909-Kopie war mehr oder weniger die einzige bezahlbare Möglichkeit, die ikonischen Drumsounds wirklich zu tweaken."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Tweak City – Digital, aber gefährlich?

"Die Drum Station ist komplett digital und abgesehen von 90er-Marketing-Buzzwords gibt es viele Hinweise, dass wir tief im Rompler-Territorium sind."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Analoge Magie suchst du hier vergeblich – das ist purer 90er-Digital-Charme mit ordentlich Rompler-Aroma. Aber AudioPilz zeigt: Die Drumstation ist mehr als eine starre Samplekiste; hier gibt’s ein Buffet an Reglern, um Drums zu attackieren, decayen, tunen und für den Rave zu verunstalten.
Extra-Parameter wie Snare-Pitch und Velocity-Modulation bringen Flexibilität, von der die Original-TRs nur träumen konnten. Trotzdem fühlt sich manches wie ein Toaster-Fight an: seltsame geteilte Regler, fragwürdige Polyphonie und Menüs, die Existenzangst auslösen. Aber wenn du den Sweet Spot triffst, zaubern die 808- und 909-Sounds immer noch ein Grinsen.
Menü-Labyrinthe und der Rauschkrieg
Kein Schönreden: Das Drumstation-Interface ist so einladend wie ein BPM-Zähler auf einer Beerdigung. AudioPilz stöhnt über das Vintage-Menü-Ödland, das winzige Display und den Programmiervorgang, der dich öfter ins Handbuch zwingt, als dir lieb ist. Utility-Menüs? Da verlierst du Stunden deines Lebens.
Doch der wahre Endgegner ist das Rauschen. Die Kiste brummt wie eine kaputte Straßenlaterne, und andere Netzteile oder Preamps helfen auch nicht. Aber es gibt Lichtblicke: Mehrfachausgänge, Auto-Trigger und freche Sync-Optionen sorgen für genug Street-Cred, zumindest für alle, die ihr Gear gern mit einer Portion Hiss mögen.

"Drum Stations sind notorisch rauschig."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Jams im Dschungel – Punch vs. Klonk
AudioPilz wirft die Drumstation ins Feuer: Techhouse, Trance und Footwork/Juke – drei Jams, die zeigen, was geht. Fazit? Sie ist laut und zickig, aber im Mix haut das Ding richtig rein. Gain-Staging fühlt sich an wie Seiltanz über einer Schlangengrube, aber mit etwas Mut stechen Kicks und Snares durch wie ein besoffenes Pferd.
Auch die Distortion bekommt ihren Auftritt – sorgt für Dreck, ohne alles zu vermatschen. Klar, das UI bringt dich ständig zum falschen Regler, aber der Sound hält mit, besonders wenn du sie nicht solo blamierst. Für das volle Chaos musst du schauen und hören – die Jams im Video sagen mehr als jedes Datenblatt.
Fazit: Noch einen Platz im Rack wert?

"Trotz all ihrer Macken muss ich zugeben, dass ich sie ziemlich mag."
© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)
Was bleibt hängen? AudioPilz beschönigt nichts: Digitales Herz, Rauschen wie am Busbahnhof und optisch so sexy wie ein alter Atari. Insta-Glanz? Vergiss es. Aber die Überraschung: Er mag das Teil tatsächlich. Breite Sweetspots, musikalische Töne und ein Sound, der sich besser einfügt als so manche Boutique-Kiste.
Moderne Drum-Maschinen hauen sie in Sachen Features locker aus dem Rave-Bunker, aber die Drumstation hat ihren eigenen, charmant-klobigen Vibe. Social-Media-Cred gibt’s nicht, aber wer ein Stück 90er-Groove-Geschichte will, das noch immer knallt (und zischt), sollte nostalgisch zuschlagen. Vielleicht steckt sie ja in Tracks, die du heimlich immer noch feierst.
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