Die Pedalzauberer von Chase Bliss aus Minnesota melden sich mit dem Billy Strings Wombtone zurück – einer Signature-Neuauflage, bei der Envelope Control im Mittelpunkt steht. Im technischen Demo führt Gründer Joel Korte durch die neuen dynamischen Features des Pedals und zeigt, wie die Spielintensität Phasing, Depth und mehr in Echtzeit formen kann. Das Video verzichtet auf Marketing-Glamour und setzt stattdessen auf praxisnahes Patchen, wobei der Fokus darauf liegt, wie der Envelope Generator mehreren Parametern für ausdrucksstarke, sich entwickelnde Texturen zugewiesen werden kann. Wer Modulation reaktiv und Pedalboards experimentell mag, bekommt hier einen tiefen Einblick, was passiert, wenn das eigene Signal den Verlauf bestimmt.

28. August 2024
MILES
Chase Bliss Billy Strings Wombtone: Envelope Control im Labor
Ein Signature-Pedal mit dynamischem Dreh
Chase Bliss präsentiert das Billy Strings Wombtone als ihre erste Signature-Kollaboration – ein bemerkenswerter Moment für die Marke und Fans von Billy Strings gleichermaßen. Das Pedal wird als Neuauflage des ursprünglichen Wombtone vorgestellt, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Envelope Control, ein Feature, das speziell von Billy gewünscht wurde. Diese Ergänzung soll das Pedal direkt auf die Dynamik des eigenen Spiels reagieren lassen und hebt die Modulation aus der Statik in den Bereich der Echtzeit-Interaktion.
Von Anfang an liegt der Fokus des Videos klar auf dieser neuen Envelope-Funktionalität, die eine praxisnahe Erkundung verspricht statt eines generischen Überblicks. Der Ansatz ist angenehm direkt – Joel Korte verzichtet auf übliche Produkthymnen und geht direkt auf das ein, was diese Version einzigartig macht. Für alle, die mit dem klassischen Phasing des Wombtone vertraut sind, wird Envelope Control als Hauptattraktion positioniert und bietet eine neue Ebene an Ausdruck für Gitarristen und alle, die dynamische Signale ins Pedal schicken.
Envelope-Switch: Das Herzstück der Dynamiksteuerung
Im Zentrum des Billy Strings Wombtone steht der Envelope-Switch, beschriftet mit ‚ENV‘, der das Pedal zwischen traditioneller LFO-gesteuerter Modulation und envelope-reaktivem Verhalten umschaltet. Ist der Schalter aus, arbeitet das Pedal im Standardmodus und nutzt einen internen LFO für Phasing-Effekte. Wird der Schalter aktiviert, deaktiviert sich der LFO und die Envelope-Schaltung übernimmt, sodass das Pedal auf die Stärke des Eingangssignals reagiert.
Im Video wird detailliert gezeigt, wie sich die Empfindlichkeit des Envelopes über einen Dreiweg-Toggle – High, Medium oder Low – an Instrument und Spielweise anpassen lässt. Auch die Release-Zeit ist einstellbar, von knackig bis ausgedehnt, sodass man bestimmen kann, wie schnell der Effekt nach jedem Ton oder Akkord abklingt. Diese Setup-Phase dient dazu, das Verhalten des Pedals an das eigene Setup anzupassen, damit der Envelope den eigenen Dynamiken folgt und nicht umgekehrt.

"Wir betreten einen einzigartigen Modus, den es in Chase Bliss Land noch nie gab."
("We're entering a unique mode that's never had a mode before in Chase Bliss Land.")© Screenshot/Zitat: Chaseblissaudio (YouTube)
Envelope-Zuweisung: Patchbare Modulation im Pedalformat

"Wir spielen dem Pedal quasi einen Streich: Wenn wir den Envelope-Schalter einschalten, erzeugt diese Envelope-Generator-Schaltung eine Steuerspannung, die wir hier durchleiten."
("We're kind of playing a joke on it where when we turn this envelope switch on we have this envelope generator circuit that makes a control voltage and we're routing it through here.")© Screenshot/Zitat: Chaseblissaudio (YouTube)
Ist der Envelope einmal eingestellt, erlaubt das Wombtone, dessen Steuerspannung per Dip-Schalter auf verschiedene Parameter zu routen – ein Gruß an die Modularwelt, aber im Pedalformat. Joel demonstriert, wie sich der Envelope dem Rate-Parameter zuweisen lässt, sodass die Spielintensität die Geschwindigkeit des Phasers bestimmt. Mit Top- und Bottom-Sweep lässt sich festlegen, welcher Teil des Regelbereichs moduliert wird, was zusätzliche Anpassungen ermöglicht.
Die Logik erinnert an die Nutzung eines Expression-Pedals, nur dass hier die eigene Dynamik zur Modulationsquelle wird. Sogar eine Invertierung des Envelope-Effekts ist möglich, sodass stärkeres Spielen je nach Wunsch den Parameter erhöht oder senkt. Diese Flexibilität erlaubt alles von subtiler Bewegung bis zu dramatischen Sweeps – und das alles direkt unter Kontrolle der Anschlaghand.
Die Demonstration macht deutlich, dass es sich nicht nur um klassisches Envelope-Following handelt, sondern um ein System, das dynamische Steuerung auf nahezu jeden Parameter routen kann. Das Ergebnis ist ein Pedal, das sich so patchbar anfühlt wie ein kleines Modularsystem, mit der Direktheit der Live-Performance.
Parameter-Stacking: Vielseitigkeit auf Labor-Niveau
Der Envelope-Generator des Wombtone ist nicht auf ein Ziel beschränkt. Im Video wird gezeigt, wie mehrere Parameter – etwa Depth, Rate und sogar Volume – gleichzeitig gesteuert werden können, was eine Welt organisch sich entwickelnder Effekte eröffnet. Durch das Stapeln der Zuweisungen entstehen Sounds, die sich mit dem eigenen Spiel verändern – von subtiler Bewegung bis hin zu voller Modulations-Ekstase.
Dieser Ansatz lädt zum Experimentieren ein, wobei Joel anregt, mit zufälligen Dip-Schalter-Kombinationen und Reglerstellungen neue Texturen zu entdecken. Die Philosophie des Pedals ist klar: Es soll als klangliches Labor dienen, in dem unerwartete Ergebnisse ausdrücklich erwünscht sind. Für modular-affine Nutzer ist diese Flexibilität im Pedalformat eine Seltenheit und verwischt die Grenze zwischen Bodentreter und Patch-Prozessor.

"Das ist ein Beispiel dafür, dass wir drei Parameter mit unserem Envelope steuern, und ich finde wirklich, bei diesem Pedal kann man einfach zufällige Konfigurationen und Reglerstellungen ausprobieren – da gibt es garantiert Klänge, die noch niemand gehört hat."
("This is an example of we're controlling three parameters with our envelope and I really think this pedal more than anything else you can just like try random configurations in different knob positions and like you might there might be sounds in here that well no there is sounds in here that like no one's ever heard.")© Screenshot/Zitat: Chaseblissaudio (YouTube)
Slow Mode: Zeitdehnung für mehr Textur

"Was der Slow Mode macht, ist, dass er einfach alles viermal langsamer macht."
("What slow mode does is it just makes everything four times slower.")© Screenshot/Zitat: Chaseblissaudio (YouTube)
Im letzten Abschnitt rückt der ‚Slow Mode‘ in den Fokus – ein Feature, das die Modulationsgeschwindigkeit um den Faktor vier reduziert. So sind ultraslowe Phasing- und Bewegungsabläufe möglich, ideal für Spieler, die Effekte langsam atmen und sich entwickeln lassen wollen. Joel zeigt, wie sich Slow Mode mit Envelope Control kombinieren lässt, sodass Texturen entstehen, die in Zeitlupe schweben und anschwellen.
Die Ergänzung des Slow Mode wird als Antwort auf die Praxis präsentiert, in der viele Nutzer die langsamsten Raten für Ambient- oder Texturarbeit bevorzugen. Es ist eine durchdachte Erweiterung, die das Pedal abrundet und sicherstellt, dass das Wombtone alles abdeckt – von knackigem Funk bis zu tiefen, sich entfaltenden Klanglandschaften – alles unter Kontrolle der eigenen Finger.
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