Frap Tools CGM Insert: Stereo-Effekte clever ins Eurorack-Mischpult integrieren

24. April 2024

MILES

Frap Tools CGM Insert: Stereo-Effekte clever ins Eurorack-Mischpult integrieren

Frap Tools, die italienischen Meister des modularen Mixings, präsentieren mit dem CGM Insert-Modul eine lang erwartete Erweiterung, die echte Stereo-Effektintegration in ihr renommiertes Eurorack-Mischpultsystem bringt. Im offiziellen Video führt uns Frap Tools durch die duale Routing-Philosophie: seriell und parallel, mit praxisnahen Beispielen, die die Flexibilität im echten Patch-Alltag zeigen. Wie immer steht bei Frap Tools Klangqualität, modularer Workflow und nutzerorientiertes Design im Fokus – das Insert-Modul dürfte für alle, die komplexe Klanglandschaften bauen oder Live-Rigs verschlanken wollen, zum unverzichtbaren Werkzeug werden. Wir schauen uns an, wie sich dieses neue Tool ins CGM-Ökosystem einfügt und was es dem modularen Mixer-Setup wirklich bringt.

Das fehlende Glied: Das CGM Insert ist da

Seit 2016 hat sich die CGM-Mixerfamilie von Frap Tools zu einer festen Größe im Eurorack-Bereich entwickelt. Doch trotz ihrer flexiblen Architektur wünschten sich viele Nutzer eine elegantere Möglichkeit, Stereo-Effekte einzubinden. Das neue Insert-Modul, liebevoll das ‚I‘ in der CGM-Reihe genannt, erfüllt diesen Wunsch und erlaubt sowohl serielle als auch parallele Integration von Stereo-Effekten ins CGM-Ökosystem.

Das Insert-Modul ist als Add-on konzipiert, das sich zwischen beliebigen Punkten im CGM-Summing-Bus patchen lässt. Egal ob man einen Kompressor ans Ende der Signalkette setzen oder einen Reverb parallel zum Mix fahren möchte – das Insert macht es möglich. Dieser Ansatz erweitert nicht nur das kreative Spektrum für modulare Mixer, sondern zeigt auch, dass Frap Tools auf seine Community hört: Die Entwicklung des Moduls basiert auf Vorschlägen aus dem eigenen Discord-Server.

The INSERT is a CGM add-on that allows you to connect stereo effects to your CGM setup, both in series and in parallel.

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Doppelter Signalweg und Gain-Kontrolle: Das Herz des Insert

These switches allow you to balance the level of your module system to many different circuits.

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Im Kern bietet das Insert-Modul zwei Paare von Stereo-Ein- und Ausgängen, jeweils mit eigenen Gain-Schaltern. Das erste Paar bildet den Insert-Weg, der den internen CGM-Signalfluss an der gewählten Stelle vollständig ersetzt, während das zweite Paar als Parallelweg arbeitet und externe Effekte wieder in den Mix summiert.

Die Gain-Schalter auf Ein- und Ausgangsseite bieten jeweils drei Stufen zur Dämpfung oder Verstärkung und erlauben so eine präzise Pegelkontrolle. Damit lassen sich Modularpegel auf Outboard-Niveau bringen oder fehlende Make-up-Gain-Regler kompensieren. Diese Flexibilität ist entscheidend, um entweder Unity Gain zu erhalten oder gezielt Signale zu boosten oder abzusenken – das Insert passt sich so unterschiedlichsten Effektgeräten und Patch-Szenarien an.

Flexibles Routing: Insert überall im Signalweg

Ein echtes Highlight des Insert-Moduls ist seine Routing-Freiheit. Es kann zwischen Gruppe und Master, zwischen Gruppen, zwischen Kanälen und Gruppen, zwischen Kanälen oder sogar direkt zwischen Kanal und Master – ganz ohne Gruppe – platziert werden. Dieser modulare Ansatz ermöglicht gezieltes Processing einzelner Mix-Sektionen oder das Erstellen von Subgruppen mit eigenen Effekten.

Im Video zeigt Frap Tools jede dieser Anschlussarten und demonstriert, wie das Insert als End-of-Chain-Effektpunkt, Subgruppenprozessor oder kreativer Parallel-Effektweg eingesetzt werden kann. Die Möglichkeit, das Insert an verschiedenen Stellen im Signalfluss zu platzieren, ist ein Segen für Patch-orientierte Nutzer, die mit dynamischen Signalwegen und individuellen Mixing-Architekturen experimentieren möchten.

The INSERT module can be used between a group and a master, between a group and a group, between a channel and a group, between a channel…

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Praxisbeispiele: Das Insert im Einsatz

Das Video führt durch eine Reihe von Patch-Beispielen, die die praktischen Einsatzmöglichkeiten des Insert-Moduls zeigen. Zunächst erlaubt das Insert zwischen Gruppe und Master klassisches End-of-Chain-Processing – etwa das Komprimieren des gesamten Mixes oder das Hinzufügen eines finalen Reverbs. Die Gain-Schalter zeigen hier ihre Stärke, indem sie heiße Signale zähmen oder Effekte ohne eigenen Output-Regler kompensieren. Der Parallelweg kommt ins Spiel, wenn ein Raumreverb dem Mix als Kleber hinzugefügt werden soll, ohne das trockene Signal zu verlieren.

Weiter vorne in der Kette demonstriert Frap Tools, wie man gezielt nur eine Subgruppe – zum Beispiel alle Percussion-Elemente – mit einem Stereo-Kompressor nach der ersten Gruppe bearbeitet. Melodische und harmonische Anteile bleiben dabei unberührt – selektives Processing im modularen Mix. Auch kreative Parallel-Routings, wie ein Shimmer-Reverb neben einem Mono-Delay, werden gezeigt. Das Insert kann sogar genutzt werden, um Kanalsubgruppen mit unabhängigen Solo- und PFL-Funktionen zu bilden.

Selbst in einfacheren Setups überzeugt das Insert: Zwischen Kanälen und Master (ohne Gruppe) eingesetzt, sind zwar manche CGM-Funktionen eingeschränkt, doch für kleinere Rigs mit Fokus auf serielle Inserts und Send/Return-Effekte ist diese Konfiguration praktisch. In allen Beispielen bleibt das Insert voll kompatibel mit Mute, Solo-in-Place und Pre-Fade-Listen – es fügt sich nahtlos in bestehende Workflows ein.


Universelle Kabel und CGM-Kompatibilität

The INSERT module literally opens up new mixing possibilities with the CGM.

© Screenshot/Zitat: Fraptools (YouTube)

Frap Tools sorgt dafür, dass das Insert-Modul mit allen CGM-Komponenten – auch älteren, nicht mehr produzierten – kompatibel ist. Im Lieferumfang sind zwei spezielle Insert-Kabel enthalten, die alle nötigen Verbindungen zwischen den Modulen ermöglichen, egal ob zwischen Kanälen, Gruppen oder Master gepatcht wird. Das Video liefert eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Installation, erklärt verschiedene Szenarien und betont die korrekte Orientierung der Kabel sowie das Powermanagement. Für komplexere Setups sind weitere Link-Kabel erhältlich, aber das mitgelieferte Paar deckt die meisten Fälle ab. Diese Liebe zum Detail und zur Modularität macht das Insert zum unverzichtbaren Werkzeug für alle, die ihr CGM-basiertes Sounddesign oder Live-Mixing erweitern wollen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/frap-tools-cgm-insert-expanding-eurorack-mixer-connectivity-with-stereo-fx/
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