Tauche ein in die magnetische Resonanz des neuesten Interviews von Metamyther, in dem Klang nicht nur verarbeitet, sondern zu atmenden, lebendigen Atmosphären geformt wird. Eventide-CTO Russell Wedelich enthüllt hier die geheime Kartografie hinter den Effekten, die unsere Pedalboards und DAWs heimsuchen – H90, H9000 und mehr. Durch Metamythers cineastische Linse treiben wir durch Geschichten von granularen Delays, algorithmischer Alchemie und dem feinen Tanz zwischen Mathematik und Musikalität. Dies ist nicht einfach ein Gespräch – es ist eine Reise durch Nebel und gebrochenes Licht audiophiler Innovation, in der jeder Filter und jedes Grain eine Geschichte erzählt, die darauf wartet, gehört zu werden.

13. Jänner 2026
LUMINA
Metamyther & Russell Wedelich: Klangnebel formen mit Eventide
Eventide H90, Eventide H9000, Eventide Space, Eventide Temperance
Ursprünge in Resonanz: Russells Weg zu Eventide
Russell Wedelichs Reise ist aus den Fasern von Musik und Mathematik gewoben – eine Dualität, die im Herzen von Eventides Vermächtnis pulsiert. Aufgewachsen in Texas, waren Russells frühe Tage als Bassist in Kirchen geprägt von einfachen Harmonien und dem stetigen Puls von Standards, doch unter der Oberfläche brodelte eine Sehnsucht nach Komplexität. Die Musik war zwar tröstlich, wurde aber zu einem sanften Nebel, und Russell sehnte sich nach der Herausforderung, komplexe Probleme zu lösen, nach dem Nervenkitzel, sich mit den unsichtbaren Architekturen des Klangs zu beschäftigen.
Diese Sehnsucht führte ihn an die University of Miami, wo er sich in Musiktechnik vertiefte – ein Studiengang, der sowohl technisches Können als auch kreative Vision verlangte. Hier begegnete Russell der tiefen Mathematik der Signalverarbeitung, den spektralen Geistern von Fourier und Shannon und dem eleganten Tanz imaginärer Zahlen. Es war eine Welt, in der Klang zerlegt, neu zusammengesetzt und transformiert werden konnte und in der die Samen zukünftiger Eventide-Effekte still keimten. Die Geschichte von Russells Ankunft bei Eventide ist eine Erzählung von Serendipität und Absicht, eine Verschmelzung von Intellekt und Intuition, die bald das Gewebe moderner Audioprozessierung prägen sollte.

"Wie um alles in der Welt schreibt man eine Software, für die Leute bereit sind, Geld zu bezahlen?"
("How in the world do you write a piece of software that does something that people want to give you money for?")© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)
H90: Grains, Geister und die taktile Zukunft der Pedale

"Wir bringen kontinuierlich Mehrwert in diese Plattform."
("We continually pump value into this platform.")© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)
Das H90-Pedal steht als Gefäß für granulare Träume – ein Ort, an dem Grains nicht einfach zerhackt und verstreut, sondern kuratiert und zu neuen Konstellationen geformt werden. Russell beschreibt die Geburt neuer Algorithmen wie Grain Mod, Stutter, Glitch und Cosmic Web, jede ein eigenes Nebelgebilde aus Delay, Pitch und dynamischer Umkehrung. Dies sind keine bloßen Effekte; es sind Klanglandschaften, jeder Parameter ein Pinselstrich auf einer sich wandelnden Leinwand. Die Firmware des H90 wird zu einem lebendigen Organismus, der sich mit jedem Update weiterentwickelt und den Nutzern neue Welten schenkt, ohne dass sie ihr Pedalboard verlassen müssen.
Was das H90 besonders macht, ist seine taktile Einladung an den Künstler. Unter seiner Aluminiumhaut vereint das Pedal C++-Code, modulare Systeme und Eventides eigene visuelle Patch-Umgebung VSIG. Russells Ansatz ist dabei sowohl technisch als auch poetisch – er spricht davon, Grains für jeden Algorithmus anders zu formen, Geschmacksrichtungen zu entwerfen, die Neugier wecken. Das H90 wird nicht einfach getreten; es wird bewohnt, ein Spielplatz für alle, die im granularen Nebel neue Ausdrucksformen entdecken wollen.
Das H9000: Die Erweiterung des Eventide-Kosmos
Eventides DSP-Erbe findet im H9000 seine Apotheose – ein Rackmount-Kathedrale des Klangs, in der Algorithmen wie fraktale Gärten erblühen. Russell berichtet vom monumentalen Wechsel von Fixed-Point-DSPs zu ARM-basierten Prozessoren, eine Migration, die es erforderte, Eventides intellektuelle DNA in C++ neu zu schreiben. Das war kein einfacher Port – es war eine Wiederauferstehung, ein sorgfältiger Prozess, um sicherzustellen, dass jeder Filter, jede Modulation ihre spektrale Seele über neue Architekturen hinweg bewahrt.
Die Modularität des H9000 ist zugleich Stärke und Herausforderung. Hier können Künstler und Ingenieure Effektketten formen, die vor Komplexität schimmern und die Grenzen audiophiler Manipulation neu definieren. UI, Hardware und Algorithmen greifen ineinander und verlangen Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Für Russell ist das H9000 ein Zeugnis für Eventides Bereitschaft, neue Technologien zu umarmen, ohne die Geister der Vergangenheit zu vergessen. Doch wie bei allen tiefgründigen Maschinen lässt sich die wahre Magie des H9000 nur mit offenen Ohren erleben – seine volle Resonanz entfaltet sich erst im lebendigen Raum des Klangs.
Maschinelles Lernen und die Form von Morgen
Das Gespräch driftet in die Zukunft, wo maschinelles Lernen und neuronale Netze wie ferne Polarlichter am Horizont schimmern. Russell reflektiert die jahrzehntelange Entwicklung von KI, von den Anfängen der Mustererkennung bis zu den Durchbrüchen im Deep Learning, die neue Freiheitsgrade für die Audiobearbeitung eröffneten. Eventides neueste Erkundungen, wie die Modal-Reverb-Technologie im Temperance-Plugin, nutzen maschinelles Lernen, um die akustische DNA realer und synthetischer Räume zu analysieren und neu zu denken.
Doch Russell sieht Technologie klar als Werkzeug, nicht als Ersatz für die Intuition des Künstlers. Algorithmen können lernen, sich anpassen und vorschlagen – aber es ist die menschliche Hand (und das Ohr), die letztlich die Erzählung formt. Der Dialog zwischen Code und Kreativität, zwischen Maschine und Musiker, ist ein Tanz der Möglichkeiten. Während neue Werkzeuge entstehen, ist es die Gemeinschaft der Künstler, die Klangforscher, die die nächsten Grenzen abstecken und neue Wege finden, Emotion und Bedeutung aus dem digitalen Äther zu locken.

"Lass mich die finden, die den Noten der westlichen Skala entsprechen. Und lass uns diese entweder betonen oder abschwächen."
("Let me find the ones that correspond to notes on the Western scale. And let's just either emphasize or deemphasize based on that.")© Screenshot/Zitat: Metamyther (YouTube)
Der Kompass des Künstlers: Kreativität, Angst und das lebendige Erleben
In den abschließenden Momenten bietet Russell eine Meditation über das Gleichgewicht zwischen Technologie und Kunstfertigkeit. Er spricht von der Bedeutung des verkörperten Erlebens – der taktilen Freude, Knöpfe zu drehen, Kabel zu stecken und sich im kreativen Fluss zu verlieren. Für ihn liegt die wahre Magie nicht im Code oder in der Schaltung, sondern im Moment, in dem die Zeit vergeht und Musik zur lebendigen Präsenz wird.
Kreativität, so schlägt er vor, gedeiht in Abwesenheit von Angst. Der Mythos des gequälten Künstlers wird sanft entzaubert; stattdessen betont Russell den Wert positiver Reibung, von Beschränkungen, die inspirieren statt einengen. In diesem Raum steht der Künstler nicht im Krieg mit der Maschine, sondern im Dialog mit ihr – beide beeinflussen sich gegenseitig. Die Reise durch Eventides Welt ist nicht nur eine über Effekte oder Algorithmen – es geht um die Geschichten, die wir mit Klang erzählen, und um den Mut, diese Geschichten entstehen zu lassen.
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