Robin Vincent von Molten Music Technology schnappt sich das Sequential Fourm, einen vierstimmigen Analogsynth, der zwar klein aussieht, aber ordentlich austeilt. Schnickschnack? Fehlanzeige – hier geht’s um rohen, klassischen Subtraktiv-Sound, verpackt in ein Gehäuse, das auch einen Sturz im Rave-Bunker überleben würde. Keine eingebauten Effekte? Gut so. Das zwingt dich, kreativ zu werden und dich nicht hinter Reverb zu verstecken. Im Review nimmt Robin das Klangspektrum, die Macken und die berüchtigte polyphone Aftertouch-Tastatur unter die Lupe – wie immer ehrlich, direkt und mit britischem Humor. Ob das Teil knallt oder schlappmacht? Lies weiter – aber manche Sounds musst du einfach selbst hören.

27. Feber 2026
SPARKY
Molten Music Technology testet das Fourm: Sequential’s kleine analoge Dreckschleuder
Kleiner Klotz, große Klappe: Vier Stimmen mit Wumms
Kommen wir gleich zur Sache: Das Sequential Fourm ist ein kompakter, vierstimmiger Analogsynth, der mehr Power hat, als man ihm ansieht. Robin von Molten Music Technology stellt sofort klar, dass das hier der günstigste Sequential seit Ewigkeiten ist – irgendwo zwischen Pro 1 und Prophet 5 angesiedelt. Das Gehäuse? Schwer, massiv, mit Knöpfen wie aus dem Panzerbau – kein billiges Plastik-Gewackel. Das Teil hat Präsenz – auf dem Tisch und im Mix.
Physisch ist das Fourm ein echtes Brett. Der silberne Zierstreifen ist ein nettes Detail, und das Gesamtgefühl ist angenehm robust. Robin nimmt kein Blatt vor den Mund: Die Buttons sind etwas seltsam, die Potis haben ordentlich Widerstand – aber das alles ergibt ein Gerät, das auch ein paar Studio-Exzesse locker wegsteckt. Billig ist hier nichts, und so tut es auch nicht. Wer einen Synth sucht, der ernst macht, ist beim Fourm goldrichtig.
Keine Effekte, keine Ausreden
Jetzt wird’s spannend: Das Fourm kommt komplett ohne eingebaute Effekte. Null. Nicht mal ein Hauch Chorus oder Reverb. Robins Meinung? Das ist kein Mangel, sondern Absicht. Wer will, dass der Synth alles von alleine erledigt, muss hier selbst ran – und das ist gut so. Du wirst gezwungen, deine Sounds wirklich zu bauen, statt sie hinter Effektwänden zu verstecken.
Klar, manche werden meckern, aber Robin hat recht: Die meisten von uns jagen ihre Synths sowieso durch Plugins oder Outboard. Keine Effekte heißt: Preis bleibt unten, Signalweg bleibt pur. Wie das Fourm mit Effekten klingt? Sieh dir das Video an – der Unterschied ist brutal. Aber der rohe, unbearbeitete Sound ist genau das, was das Fourm ausmacht.
Klangpalette: Von Vintage bis Wahnsinn
Lass dich von der einfachen Architektur nicht täuschen – das Fourm hat klanglich ordentlich was auf dem Kasten. Robin haut eine Menge Presets raus, auch aus der neuen User-Bank, und die Vielfalt überrascht. Von breiten Pads über knallige Bässe bis zu schrägen, sich entwickelnden Sounds: Für so ein simples Subtraktiv-Konzept ist hier viel drin. Respekt an die Sounddesigner, die aus wenig so viel rausgeholt haben.
Richtig spannend wird’s, wenn man eigene Sounds baut. Zwei Oszillatoren, klassischer Filter, clevere Modulationswege – damit geht’s von Prophet-Vibes bis zu modernen, dreckigen Sounds, ohne dass man sich in Menüs verliert. Hier zählt direkter Zugriff statt Parameter-Overkill. Wie wild es wirklich wird, hörst du am besten im Video – Text kann das nicht transportieren.

"It is remarkably diverse, really, and that's immensely satisfying."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Aftertouch-Action und Firmware-Frust

"The keyboard is immediately kind of slightly disappointing and irksome. But as you play with it, it all comes alive."
© Screenshot/Zitat: Moltenmusictech (YouTube)
Kommen wir zu den Macken. Die Tastatur ist nicht vollformatig und fühlt sich beim ersten Anspielen eher enttäuschend an. Aber gib ihr Zeit – mit der polyphonen Aftertouch kommt Leben ins Spiel. Robin nennt sie zwar einen „Pain in the arse“, gibt aber zu: Für Sounddesigner ein Traum. In den Presets ist Aftertouch fast überall drin, manchmal zu viel, aber das lässt sich leicht zähmen, wenn’s dezenter sein soll.
Andererseits: Firmware-Updates sind ein echter Krampf. Sequential setzt immer noch auf SysEx-Transfers – fühlt sich an wie 1985. Robins Frust ist spürbar: Warum kann ein moderner Synth nicht einfach per USB updaten wie alles andere? Dazu kommt: Kein kostenloser offizieller Software-Editor. Außen Muskelprotz, digital etwas steinzeitlich. Aber wenn man das hinter sich hat, ist das Fourm ein echtes Hands-on-Erlebnis.
Back to Basics: Subtraktiv, wie es sein soll
Das Fourm ist eine Liebeserklärung an klassischen Subtraktiv-Sound. Kein FM, kein Wavefolding, keine wilden Cross-Mods – einfach zwei Oszillatoren, ein Tiefpassfilter, Hüllkurven und ein LFO. Robin feiert die Einfachheit: Keine endlosen Optionen, sondern einfach Musik machen. Wer gerne schraubt und experimentiert statt Menüs zu wälzen, wird hier glücklich.
Wer Vintage-Vibes sucht und einen Synth will, der sich überall einfügt, ohne den Mix zu überfahren, ist beim Fourm richtig. Er will das Rad nicht neu erfinden – und genau das macht ihn stark. Für den vollen Eindruck, vor allem wie er auf externe Effekte reagiert, solltest du das Video sehen. Manche Sounds muss man fühlen, nicht lesen. In einer Welt voller überladener Synths punktet das Fourm mit Ehrlichkeit.
Zum YouTube Video:
Latest articles
Zum YouTube Video:
https://www.youtube.com/MoltenMusicTech
Links von MoltenMusicTech:
Werbung – Partnerlinks:
Bei einem Kauf über die folgenden Links erhalten wir ggf. eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Der Link führt zu einer Amazon-Stichwortsuche. Je nach Verfügbarkeit können andere Treffer angezeigt werden.
🔗 Preis auf Amazon prüfen


