Sam Gutman auf der Superbooth 2026: Synth-Kuriositäten und Klangchaos

12. Mai 2026

TAS

Sam Gutman auf der Superbooth 2026: Synth-Kuriositäten und Klangchaos

Die Superbooth 2026 war eine wilde Reise durch die schräge und wunderbare Welt der Synths – und Sam Gutman war unser verlässlicher Guide durch diesen Sound-Dschungel. Von tastbaren Baumstämmen bis zu DJ-Decks, die sogar Oma zum Scratchen bringen, sind Sams Favoriten so unberechenbar wie ein Opossum beim Picknick. Wer auf Gear steht, das experimenteller ist als ein missglücktes BBQ im Hinterhof, kommt hier voll auf seine Kosten. Hier gibt’s einen Vorgeschmack auf die verrücktesten, hands-on und inspirierendsten Geräte der Synth-Welt – aber Vorsicht: Nach dem Lesen willst du vielleicht gleich das Haus für eine neue Krachkiste beleihen.

Synth-Safari: Die wildesten Funde der Superbooth

Die Superbooth 2026 war kein gewöhnlicher Gear-Expo – eher ein Hippie-Camping-Festival für Synth-Nerds, mit den Berliner Wäldern als perfekte Kulisse für eine Parade seltsamer und wunderbarer Maschinen. Sam Gutman, stets Lehrer und Entdecker, stürzte sich kopfüber in dieses Klangwunderland, um die schrägsten und innovativsten Geräte aufzuspüren. Vergiss steife Fachmessen; hier war ein Spielplatz für alle, die ihre Synths gerne ein bisschen abseits der Norm mögen. Wer schon immer wissen wollte, was passiert, wenn Kreativität völlig aus dem Ruder läuft und die einzige Regel „Mach Krach!“ heißt, war hier goldrichtig.

Ich bin auf der Superbooth, der coolsten Sammlung von abgefahrenem Musik-Nerd-Gear weltweit.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Terra von SOMA: Baum umarmen, Synth spielen

Und es wird sehr, sehr schnell sehr persönlich, weil es nichts Vergleichbares gibt.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Das Terra von SOMA Laboratory ist ein Synth, bei dem man am liebsten barfuß spielen möchte. Mit seiner hölzernen Oberfläche und den sogenannten goldenen Blasen (Sensoren) dreht sich alles um Individualität und intime Interaktion – kein Setup gleicht dem anderen. Man kann jede Tonhöhe einstellen, mikrotonal werden und sich im Prinzip seine eigenen Regeln schaffen. So persönlich wie der eigene Name auf dem Schultisch, nur viel musikalischer.

Sams Eindruck? Selbst wenn man kein Drummer ist, lädt das Terra mit seiner perkussiven Anmutung sofort zum Tappen, Klopfen und Experimentieren ein. Es entsteht schnell ein Gefühl von Entdeckung, das Instrument wird zur Verlängerung der eigenen Hände. Hier geht’s nicht um Skalen oder Regeln, sondern um den eigenen Groove im Holz. Wer sein Synth-Erlebnis so organisch wie eine Jam-Session im Outback mag, wird mit dem Terra glücklich.

Korg Handytraxx: Scratch dich frei!

Das Handytraxx von Korg ist so ein Gerät, das einem ein Grinsen ins Gesicht zaubert wie ein Kind beim Würstchengrillen. Sam gibt zu, kein Turntable-Profi zu sein, aber die DJ-Scratch-Features des Handytraxx haben ihn sofort zum Ausprobieren animiert. Es ist portabel, macht Spaß und ist perfekt für alle, die ein bisschen Vinyl-Chaos ins Live-Setup bringen wollen – ganz ohne DJ-Erfahrung.

Dieses kleine Deck ist ganz auf Experiment und Performance ausgelegt. Egal ob als Würze im Set oder einfach zum Herumspielen zu Hause: Das Handytraxx ist ein Einstieg in kreatives Chaos. Genau das, was man für ein Bush-Doof in den Rucksack wirft – robust genug für ein paar Stöße und immer für Stimmung gut. Wer schon immer mal scratchen wollte, ohne gleich eingeschüchtert zu sein, ist hier richtig.


Buchla Ziggy: Komplexe Synthese für alle

Der Buchla Ziggy ist das Ergebnis, wenn man den legendären Buchla-Sound so zugänglich macht wie eine Bratwurst beim Fußballspiel. Ziggy startet mit einem komplexen Oszillator und einem Modulationsoszillator, bietet Waveshaping, FM und all die knusprigen, charaktervollen Sounds, die man erwartet. Der Clou: Das Ganze ist benutzerfreundlich, man braucht kein Modular-Studium, um abgefahrene Ergebnisse zu erzielen.

Sam hebt hervor, dass Ziggy bis zu den digitalen Stereo-Effekten komplett analog bleibt – selbst das Dry/Wet wird analog geregelt. Ein cleveres Stück Technik, das den Signalweg rein hält. Egal ob man auf der Suche nach schrägem FM oder fetten Arpeggios ist, Ziggy liefert ohne das Gefühl, mit einem Krokodil zu ringen. Für Synth-Fans, die Buchla-Magie ohne steile Lernkurve wollen, ist das Teil ein Volltreffer.

Die Idee beim Ziggy ist, dass es eine Art 'Buchla für jedermann' ist.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Atrium & Relic: Taktile Träume und analoge Biester

Ich finde, das ist einer der interessantesten Filter, die es derzeit bei analogen Polys gibt.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Zum Abschluss von Sams Highlights gibt’s zwei echte Kracher: das Atrium von Whimsical Raps und das Relic von Shear Electronics. Atrium ist ein polyphoner Synth, der ganz auf Gesten und Berührung setzt – quasi Fingerfarben für die Ohren. Mit analogen und digitalen Oszillatoren deckt er alles ab, von Juno-artigen Flächen bis zu kratzigem, formantigem Wahnsinn. Die taktile Oberfläche sorgt dafür, dass man nicht einfach Noten spielt, sondern Klang in Echtzeit formt – perfekt für alle, die ihre Synths so hands-on mögen wie ein BBQ im Garten.

Und dann ist da noch das Relic, ein diskret aufgebauter analoger Polysynth, der als Oberheim OBX-Klon begann, aber schnell eine eigene Stimme fand. Acht Stimmen, je zwei VCOs pro Stimme und ein Filter, der von Lowpass bis Highpass alles abdeckt – ein Biest für ernsthafte Klangforschung. Der Filter ist ein echtes Highlight und bietet Sounds, die man bei normalen Polys nicht findet. Beide Geräte zeigen: Innovation heißt nicht nur neue Technik, sondern auch, wie wir mit Klang interagieren. Wer das volle Feeling dieser taktilen Wunder erleben will, sollte Sams Video anschauen – manches muss man einfach hören und sehen.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/sam-gutmans-superbooth-2026-synth-oddities-and-sonic-mayhem/
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