SequencerTalk trifft Nonlinear Labs C25: Digitale Klangarchitektur für die Bühne

13. Mai 2026

RAUMKLANG

SequencerTalk trifft Nonlinear Labs C25: Digitale Klangarchitektur für die Bühne

Der C25 von Nonlinear Labs ist kein Synthesizer für Preset-Touristen – vielmehr ein Instrument für Klangarchitekten, die das Unvorhersehbare lieben. SequencerTalk führt uns auf der Superbooth 2026 durch Stephan Schmitts neueste Schöpfung: ein kompakter, digitaler Performance-Synth, der sich kompromisslos auf Ausdruck, Spielgefühl und direkte Kontrolle konzentriert. Mit innovativer Sensorik, haptischem Feedback und einer offenen Plattform-Philosophie lädt der C25 dazu ein, Klangräume zu erforschen, statt sie nur zu konsumieren. Wer Geduld und ein feines Ohr für Maschinenethik mitbringt, wird hier mit einer neuen Dimension musikalischer Interaktion belohnt.

Vom C15 zum C25: Evolution statt Revolution

Mit dem C25 präsentiert Nonlinear Labs einen digitalen Synthesizer, der auf dem Fundament des C15 aufbaut und diesen konsequent weiterdenkt. Die Idee: ein kompakteres, bühnentaugliches Instrument, das dennoch die klangliche Tiefe und den experimentellen Geist des Vorgängers bewahrt. Statt eines klassischen Brot-und-Butter-Synths steht hier die Einladung zum Forschen und Spielen im Vordergrund – ein Gerät, das nicht einfach bedient, sondern wirklich erlebt werden will.

Die Entwickler setzen dabei auf eine evolutionäre Weiterentwicklung: Bewährte Konzepte wie die ausgereifte Soundengine bleiben erhalten, während das Gehäuse und die Bedienoberfläche neu gedacht wurden. Zugänglichkeit und Visualisierung rücken stärker in den Fokus, sodass auch Klangdesigner mit Hang zur Patch-Geometrie auf ihre Kosten kommen. Der C25 ist damit weniger ein Nachfolger als vielmehr ein organisches Wachstum des Nonlinear-Labs-Ökosystems.

Zugänglicher heißt, wir haben eine Edino-Urfläche, die mehr einlädt, irgendwie damit zu arbeiten und die mehr visualisiert und zeigt und…

© Screenshot/Zitat: Sequencertalk (YouTube)

Haptik, Sensorik und Makro-Architektur: Die neue Spieloberfläche

Das ist ein Gedanke, also zu sagen, okay, wir haben ein hochauflösende Endless-Potensiometer, wir haben eine hochauflösende Grafik, also…

© Screenshot/Zitat: Sequencertalk (YouTube)

Die Oberfläche des C25 ist ein Statement gegen sterile Menüwüsten: Sechs hochauflösende Endlos-Encoder mit haptischem Feedback und ein großes, klar strukturiertes Display bilden das Zentrum der Interaktion. Hier wird nicht nur gedreht, sondern gefühlt – Maschinenethik zum Anfassen. Die Encoder signalisieren mit spürbaren Markierungen, wo Parametergrenzen oder Center-Positionen liegen, was besonders im Live-Kontext für Orientierung sorgt.

Ergänzt wird das Setup durch eine Fatar TP/8S-Tastatur mit zusätzlicher Sensorik, die Anschlag, Druck und Bewegung in Modulationen verwandelt. Zwei Ribbon-Controller, ein bewährter Bender, der neue Lever und bis zu vier Pedale bieten eine Vielzahl an Modulationsquellen, die sich flexibel auf Makros legen lassen. So wird der C25 zum Instrument für expressive Performances, bei denen Finger, Füße und sogar das Spielgefühl selbst zu Klangarchitekten werden. Wer die volle Tiefe dieser Steuerung erleben will, sollte sich die Live-Demonstration im Video nicht entgehen lassen – Text allein kann die Dynamik kaum vermitteln.

Phase-22: Klangräume zwischen Modulation und Modellierung

Im Inneren des C25 arbeitet weiterhin das Phase-22-Konzept, das Phase Modulation, Waveshaping und Physical Modelling zu einer organisch reagierenden Klangarchitektur verschmilzt. Die Engine bietet bis zu 48 Stimmen Polyphonie und bleibt trotz kompakterer Hardware kompromisslos in ihrer Ausdrucksstärke. Layering, Feedback-Fades und flexible Filterstrukturen ermöglichen es, Klänge zu falten wie ein Origami aus Spannung und Rauschen.

Die Bedienung bleibt trotz Tiefe zugänglich: Direktzugriff auf Parameter, Seitenwechsel für selten genutzte Funktionen und eine visuelle Darstellung von Signalfluss und Filtermorphing machen das Erkunden der Klangräume intuitiv. Vintage-Emulationen sucht man hier vergeblich – der C25 klingt, wie er klingt: eigenständig, modern und voller Möglichkeiten für Chaosästheten. Wer wissen will, wie sich diese Synthese im Detail anhört, sollte sich die Soundbeispiele im Video nicht entgehen lassen.

Und wenn wir, ja, wenn wir den Signalfluss uns anschauen, dann haben wir die gleichen Komponenten da drin, also Oszillator 1 und 2 oder H…

© Screenshot/Zitat: Sequencertalk (YouTube)

Offene Plattform: Zukunftssicherheit durch Modularität

Der Plattform-Gedanke ist wichtig für uns, da wird es noch mal so weiter ausgebaut.

© Screenshot/Zitat: Sequencertalk (YouTube)

Der C25 versteht sich nicht als abgeschlossenes System, sondern als Plattform für zukünftige Entwicklungen. Über ein abnehmbares Panel mit NFC-Chip erkennt das Gerät verschiedene Overlays und kann so unterschiedliche Synthese- oder Effekt-Engines laden – auch von Drittanbietern. Dieser Plattform-Gedanke öffnet den Raum für langfristige Weiterentwicklung und macht den C25 zu einem Instrument, das mit seinen Nutzer:innen wachsen kann.

Die Offenheit für Third-Party-Engines ist mehr als ein Marketing-Gag: Sie erlaubt es, neue Klangkonzepte und Workflows zu integrieren, ohne das Grundgerät zu ersetzen. Damit wird der C25 zu einer Art modularer Zentrale für digitale Klangforschung – ein Ansatz, der besonders für experimentierfreudige Sounddesigner und Entwickler spannend ist. Die Details dieser Architektur bleiben im Video bewusst nur angerissen – hier lohnt sich ein genauer Blick für alle, die an der Schnittstelle von Hardware und Software forschen.

Geduld und Vorfreude: Der C25 bleibt noch Zukunftsmusik

Wer jetzt schon mit den Fingern auf dem Softcase trommelt, braucht noch etwas Geduld: Der C25 wird voraussichtlich erst 2027 erhältlich sein. Bis dahin bleibt Raum für weitere Optimierung, Feedback aus der Community und vielleicht die eine oder andere Überraschung in der finalen Version. Für Klangforscher mit Langzeitperspektive ist das ein Versprechen – kein Nachteil.


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