Verbos Electronics treibt mit dem Haas Zone Processor die Möglichkeiten weiter voran – ein Modul, das weit mehr als nur Delays bietet. In diesem Demo-Video taucht Mark Smith in die Eigenheiten von Audio-Rate-Modulation, bandpassgefiltertem Feedback und die überraschenden Klangwelten ein, die entstehen, wenn Rauschen als Signalquelle dient. Wie bei vielen Modulen von Verbos steht das experimentelle Arbeiten und eine gewisse Westküsten-Unberechenbarkeit im Vordergrund. Dieses Video zeigt weniger klassische Delays, sondern vielmehr, wie sich aus dem Signalweg unerwartete Stimmen herauskitzeln lassen.

29. September 2026
MILES
Verbos Electronics Haas Zone Processor: Audio-Rate-Chaos und Bandpass-Feedback
Haas Zone Processor: Kein gewöhnliches Delay
Der Haas Zone Processor ist weit mehr als ein einfaches Delay-Modul; hier wird er als Werkzeug für abenteuerliche Klanggestaltung präsentiert. Verbos Electronics bleibt seinem Ruf für „Outside-In“-Design treu und liefert mit dem Haas Zone Processor eine Plattform für Signalexperimente jenseits des Gewöhnlichen. Das Video steigt direkt in unkonventionelle Anwendungen ein und überspringt die Grundlagen zugunsten tieferer Patch-Gebiete.
Im zweiten Teil der Videoreihe liegt der Fokus nicht mehr auf simplen Echos, sondern auf komplexen Modulationstechniken. Mark Smith nutzt weißes Rauschen als Quelle und entfernt vorherige Modulationen, um eine neutrale Ausgangsbasis zu schaffen – ideal, um zu erforschen, was passiert, wenn das Modul beginnt, „wie eine eigene Stimme“ zu agieren. Die Botschaft ist klar: Wir befinden uns nicht mehr im klassischen Delay-Bereich.

"Der Haas Zone Processor beginnt quasi, wie eine eigene Stimme zu agieren."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Audio-Rate-Modulation: Delay-Zeiten am Limit

"Das ist die Nutzung des eingebauten Oszillators auf Audio-Rate, um die Delay-Zeiten der Taps zu modulieren."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Einer der zentralen Tricks in diesem Demo ist, den eingebauten Oszillator auf Audio-Rate laufen zu lassen, um die Delay-Zeiten der Taps im Haas Zone Processor zu modulieren. Das ist kein subtiler Chorus oder langsames LFO-Gewobbel – hier geht es um schnelle, hochfrequente Modulation, die den Charakter des bearbeiteten Sounds grundlegend verändert. Je kürzer die Delay-Zeiten und je höher die Modulationsrate, desto mehr nähert sich das Ergebnis Kammfilter-Effekten, metallischen Resonanzen und sogar eigenständiger Synthese anstelle eines einfachen Delays.
Es gibt einen Moment der Unsicherheit, als der Patch ein Eigenleben entwickelt und scheinbar sogar die Decay-Zeit moduliert wird. Smith gibt zu, seine Signalführung doppelt überprüft zu haben, aber gerade diese unvorhersehbaren Ergebnisse sind ein Markenzeichen des kreativen Potenzials des Moduls. Genau dieses emergente Verhalten spricht Patch-Enthusiasten an, die Inspiration aus ihrer Hardware suchen – nicht nur präzise Kontrolle.
Oszillator-Wellenformen erkunden: Dreieck, Rechteck und Sägezahn
Der eingebaute Oszillator des Haas Zone Processor bietet mehr als nur eine Dreieckswelle für Modulationszwecke. Im Video wird gezeigt, wie sich der Wechsel zu Rechteck- und Sägezahnwellen auf das modulierte Signal auswirkt – jede bringt eigene rhythmische und klangliche Qualitäten mit. Die Rechteckwellen-Modulation auf Audio-Rate sorgt für hektischere, abruptere und glitchige Texturen. Die Sägezahnwelle liegt klanglich irgendwo dazwischen und eröffnet eine weitere Spielart für experimentierfreudige Patch-Künstler.
Bemerkenswert ist hier die Offenheit des Moduls: Jede beliebige Wellenform kann genutzt werden, und das Ergebnis hängt vom Zusammenspiel aus Delay-Zeit, Modulationstiefe und Feedback ab. Die Erkundung endet nicht beim Wechsel der Wellenform – Smith experimentiert auch mit Delay-Zeit-Bereichen und invertiert die Hüllkurve, um das Klangspektrum weiter zu erweitern. Dieser Abschnitt lädt klar dazu ein, selbst zu experimentieren und eigene Sweetspots zu entdecken.
Bandpass-Filter: Das Feedback formen
Ein zentrales Element in diesem Demo ist der Einsatz des Bandpass-Filters des Haas Zone Processor, insbesondere im Feedback-Loop des dritten Taps. Durch das Verengen der Bandbreite und das Sweepen der Filterfrequenz verwandelt sich das Feedback von perkussiven, fast plektrumartigen Tönen zu wilden, unkontrollierten Resonanzen. Der Filter ist hier nicht nur Klangfärber, sondern wird zum integralen Bestandteil des dynamischen Patch-Verhaltens.
Modulationsquellen bringen Bewegung in die Filterparameter – quantisierte Zufallsspannungen für die Frequenz und weitere Zufallssignale für die Attack-Zeit des Slews. Das Zusammenspiel zwischen Oszillator- und Filterfrequenz erzeugt überlagernde Verhaltensweisen, die sowohl komplex als auch musikalisch spannend sind. Wie das Video zeigt, können schon kleine Veränderungen der Filtereinstellungen das gesamte Patch radikal umgestalten.

"Hier wird der Filter wirklich wichtig – man hört fast einen Plektrum-artigen Klang wie bei einer Bassgitarre."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Kreatives Potenzial: Für abenteuerlustige Patch-Maker

"Ich habe mich sehr gefreut, das in diesem Modul zu hören – vielleicht gefällt es ja auch einigen von euch."
© Screenshot/Zitat: Verboselectronicsgmbh (YouTube)
Das Video endet mit einem offenen Fazit: Dieser Effekt ist sicher nicht für jeden, aber wer sein Modularsystem jenseits des Erwartbaren ausreizen will, findet im Haas Zone Processor einzigartige Möglichkeiten. Die Klänge, die aus den kurzen Delays und der aggressiven Modulation entstehen, sind alles andere als Standard – genau das macht sie für bestimmte Genres und experimentelle Ansätze so reizvoll. Ein Modul, das Neugier und die Bereitschaft zum Erkunden unbekannter Klanggebiete belohnt.
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