Yamaha Synths Official zeigt: Analoge Klangkunst mit dem Montage M8X

8. Mai 2026

MILES

Yamaha Synths Official zeigt: Analoge Klangkunst mit dem Montage M8X

Yamaha Synths Official liefert einen tiefen Einblick in den Montage M8X, ein Flaggschiff-Keyboard, das den Geist der analogen Synthese mit virtueller Analogtechnik einfangen will. In diesem Video führt Sounddesigner Michael Feiner durch seinen Prozess, um reichhaltige, geschichtete Analogklänge zu formen, und hebt dabei die Flexibilität der Oszillatoren, Filteroptionen und ausdrucksstarke Performance-Features hervor. Für alle, die mit echten Schaltungen aufgewachsen sind, ist es ein aufschlussreicher Blick darauf, wie Yamahas digitale Engine klassische analoge Workflows nachbilden möchte – inklusive polyphonem Aftertouch, Stereo-Breite und sogar einer Prise FM. Wer wissen will, wie sich der Montage M8X für praktisches Sounddesign schlägt, sollte sich diese Hersteller-Präsentation genau anhören.

Erster Eindruck: Virtuelle Analog-Ambitionen

Das Video beginnt mit Michael Feiner, der den Yamaha Montage M8X als virtuelles Analog-Kraftpaket vorstellt. Von Anfang an liegt der Fokus auf der Fähigkeit des Instruments, überzeugende analoge Klänge zu erzeugen – trotz digitalem Kern. Feiners Ansatz ist methodisch: Er startet immer mit einem Initial-Patch, einer klanglichen Blankoseite, die absichtlich so uninspiriert wie möglich klingt. Das bildet die Grundlage für eine Reise von einfachen Wellenformen zu komplexen, sich entwickelnden Texturen.

Der Präsentationsstil von Yamaha Synths Official bleibt wie gewohnt praxisorientiert und verzichtet auf Marketing-Floskeln. Der Montage M8X wird als Werkzeug für Klangbastler inszeniert, die lieber selbst Sounds bauen, statt nur Presets zu durchsuchen. Das Video verspricht eine praktische Erkundung dessen, was der Engine im klassischen Analog-Bereich zu entlocken ist – mit Feiner als sachkundigem Guide und Klangarchitekten.

It's got a very, very powerful engine.

© Screenshot/Zitat: Yamahasynthsofficial (YouTube)

Oszillator-Spielplatz: Layering, PWM und Subbass

It's got three oscillators.

© Screenshot/Zitat: Yamahasynthsofficial (YouTube)

Feiner taucht direkt in die Oszillator-Sektion ein und demonstriert, wie der Montage M8X drei Oszillatoren pro Stimme bietet. Er beginnt damit, einen zweiten Oszillator zu layern und detuned ihn für einen satteren Sound – ein klassischer Trick, um Bewegung und Breite zu erzeugen. Die Bedienoberfläche erlaubt das einfache Stummschalten und Mischen der Oszillatoren per Fader – ein willkommenes Detail für alle, die analoge Workflows schätzen.

Pulse-Width-Modulation (PWM) kommt beim zweiten Oszillator ins Spiel, wobei Feiner die Geschwindigkeit für subtile oder drastische Effekte anpasst. Anschließend führt er einen Suboszillator ein, eine Oktave tiefer und als Pulswelle eingestellt, um das Bassfundament zu stärken. Das Ergebnis ist ein reicher, harmonisch komplexer Klang, der sofort an klassische analoge Layer erinnert. Der Workflow ist direkt und haptisch – eine gelungene Mischung aus digitalem Komfort und analoger Tradition.

Filter mit Biss: Klang formen und Polyphonie antreiben

Mit gestapelten Oszillatoren geht Feiner zur Filtersektion über und hebt die große Auswahl an Filtertypen des Montage M8X hervor. Er entscheidet sich für einen 12 dB-Tiefpassfilter und formt den Sound mit einer fein abgestimmten Hüllkurve. Die Filtersektion ist dabei nicht nur statischer Klangregler – sie reagiert auch auf Velocity, sodass das Spielverhalten direkt den Klangcharakter beeinflusst.

Ein besonderes Highlight ist der Pre-Filter-Drive, den Feiner als besonders bemerkenswert hervorhebt. Damit lässt sich das Signal vor dem Filter sanft in die Sättigung fahren, was harmonischen Reichtum bringt, ohne das wilde Kratzen eines Gitarrenpedals. Wichtig: Der Drive ist polyphon, sodass Akkorde ihre Klarheit behalten, auch wenn sie mehr Biss bekommen. Das Video macht deutlich, dass Yamaha hier auf musikalisch nuancierte Verzerrung statt auf rohe Gewalt setzt.

You have filter drive, pre-filter drive, which I think is amazing because we can sort of drive the sound a little bit harder.

© Screenshot/Zitat: Yamahasynthsofficial (YouTube)

Performance-Power: Aftertouch und Stereo-Breite

I can do this individually on any notes, bring in the modulation of the key of that note of vibrato, but the other ones are untouched.

© Screenshot/Zitat: Yamahasynthsofficial (YouTube)

Feiner richtet den Fokus auf die Performance-Features des Montage M8X, angefangen bei den 88 gewichteten Tasten und polyphonem Aftertouch. Diese ausdrucksstarke Steuerung erlaubt es, Parameter wie Pitch oder Vibrato pro Taste individuell zu modulieren – ganz im Stil der legendären CS-80 und mit enormem Potenzial für dynamisches Spiel. Die Demonstration zeigt, wie Vibrato gezielt auf einzelne Noten gelegt werden kann, während andere unberührt bleiben – für wirklich nuancierte Spielweise.

Auch Stereo-Breite und Unisono-Modi werden beleuchtet. Mit zweistimmiger Polyphonie im Unisono-Modus nutzt Feiner effektiv sechs Oszillatoren gleichzeitig, detuned und verteilt sie im Stereofeld für einen massiven, breiten Klang. Rauschen kann für zusätzliche Textur beigemischt werden – und all das geschieht, bevor überhaupt Effekte ins Spiel kommen. Der Montage M8X präsentiert sich als Performance-Instrument und Sounddesigner-Werkzeug zugleich, mit Features, die sowohl Feingefühl als auch Übertreibung belohnen.

Mehr als Analog: Effekte und FM für Klangforschung

Nachdem der analoge Grundsound steht, widmet sich Feiner der Effektsektion des Montage M8X. Er demonstriert das Hinzufügen von Reverb und Chorus und betont die Qualität und Flexibilität der internen Effekte. Die Architektur erlaubt Effekte pro Part, sodass mit wenigen Handgriffen üppige Pads oder perkussive Texturen entstehen. Auch Flanger steht zur Verfügung und erweitert die klangliche Palette.

Besonders spannend ist die Integration von FM-Fähigkeiten in die virtuelle Analog-Engine. Feiner setzt auf einen einfachen Sinus und nutzt Oszillator 3, um Oszillator 1 frequenzmäßig zu modulieren – klassische FM-Klänge und experimentelle Texturen inklusive. Dieser hybride Ansatz bedeutet, dass der Montage M8X nicht auf subtraktive Synthese beschränkt ist, sondern auch metallische, glockenartige oder skurrile Sounds erzeugen kann – alles im selben Workflow.

Das Video endet mit dem Hinweis auf die Vielseitigkeit des Instruments: Von üppigen, sich entwickelnden Pads bis zu scharf modulierten Effekten wird der Montage M8X als echtes Chamäleon präsentiert. Die Präsentation von Yamaha Synths Official ist gründlich, lässt aber bewusst Raum für eigene Entdeckungen – besonders für jene, die Freude daran haben, digitale Engines wie analoge Vorfahren zu verbiegen.


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