AudioPilz spielt mit dem MPC Sample: Teenage Engineering-Vibes, Akai-Schmutz

6. Juni 2026

SPARKY

AudioPilz spielt mit dem MPC Sample: Teenage Engineering-Vibes, Akai-Schmutz

AudioPilz ist zurück im Bad Gear-Bunker und diesmal hat er den Akai MPC Sample in der Hand – eine Groovebox im Taschenformat, die mehr mit einem schwedischen Designkatalog gemein hat als mit Papas MPC 2000XL. Wer dachte, Akai könnte nicht noch niedlicher oder minimalistischer werden, irrt: Dieses kleine Biest will Beats auf deinem Couchtisch, deinem Flugzeugklapptisch und deinen letzten Nerven machen. Mit einer augenzwinkernden Review kratzt AudioPilz an der Spielzeug-Optik und fragt, ob das Ding wirklich Biss hat oder nur ein Plastik-Poser ist. Spoiler: Es ist ein bisschen von beidem. Lies weiter für Rant, Lob und hochgezogene Augenbrauen.

Kleine Kiste, große Nostalgie

AudioPilz stellt den MPC Sample als Akais Antwort auf den Hipster-Groovebox-Krieg vor – eine Maschine, so niedlich, sie könnte als Liebeskind von Teenage Engineering durchgehen. Das Design ist reiner Taschenrechner-Chic, und man bekommt das Gefühl, dass bald jedes Synth-Teil so aussehen wird. Aber lass dich vom Plastik nicht täuschen: Das ist nicht nur ein Mode-Accessoire, sondern Akais Versuch, den legendären Beatmaking-Workflow ins Spielzeugregal zu bringen – und damit die Szene von Stadtwohnungen bis zu engen Flugzeugsitzen aufzumischen.

Vergiss Touchscreens und DAW-in-a-Box-Arroganz. Der MPC Sample ist bis aufs Skelett reduziert und konzentriert sich auf klassische Akai-Moves: knusprige Pads, Boom-Bap-Sample-Gekloppe und Effekte mit dem Charme einer Mikrowelle von 1994. Das Design hat einen Hauch von Parodie, aber unter der Oberfläche merkt man: Die Kiste meint es ernst – zumindest, wenn dein Business darin besteht, Beats an seltsamen Orten zu basteln.

Diese brandneue Spielzeugregal-Version der ikonischen Beatmaking-Kasse kann als Akais Rückkehr zu den minimalistischen Workflows und der…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Limitierungen: Sequencer-Sünden & MIDI-Chaos

Richtig gehört: Die bis zu 128 Samples eines Projekts müssen sich eine Sequencer-Spur teilen, ohne echtes Step-Sequencing und mit einem…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Jetzt zum herrlichen Zugunglück: Der Sequencer ist so primitiv wie nur möglich. Ein Track für alle Samples? Das ist, als würde man mit einem Fisher-Price-Kassettenrekorder auflegen. Wer Step-Edit-Modi liebt, die sich wie Tabellenkalkulationen anfühlen, ist hier zu Hause. Alle anderen dürfen sich auf kreatives Fluchen einstellen.

MIDI? Eher „Mal sehen, ob’s klappt“. AudioPilz kritisiert das fehlende Routing, was es zum Albtraum macht, mehr als einen externen Synth zu steuern. Auch das FX-Routing ist kein Zuckerschlecken – keine echten Sends oder Inserts, nur ein seltsamer Pad-Performance-Hack. Da fragt man sich, ob Akai-Ingenieure uns trollen oder einfach nostalgisch nach der Zeit vor MIDI sind.

Oldschool-Flavour, neue Spielzeuge

Trotz der holprigen Seiten steckt hier echter MPC-Zauber drin. Es gibt Note Repeat, 16 Levels, Quantisierung, Time Correction – all das, was Akai berühmt gemacht hat. Und ja, Time Stretch und Resampling sind dabei, damit du deine Beats wie 1988 in Detroit zerlegen kannst. Chop-Funktionalität gibt’s auch, was mancher teureren Box fehlt.

Klar, die schicken Plugins der großen MPCs fehlen, aber mit den rudimentären Envelopes und Pad-Filtern kann man den Sound immerhin etwas formen. Das interne Mikro, der Oldschool-Fader und der überraschend brauchbare Lautsprecher sorgen für Charme. Es ist eine Nostalgiefahrt für alle, die das goldene Zeitalter der Hardware-Sampler erlebt haben – erwarte aber nicht, dein nächstes Meisterwerk ohne ein paar kreative Workarounds zu produzieren.

Es gibt jedoch viele der Workflow-Klassiker, die MPC-Fans seit den 80ern lieben, wie Note Repeat, 16 Levels (auch für andere Parameter wie…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Einsteigerköder und Reisebegleiter

Trotz allem: Das Teil klingt super und ist sowohl für erfahrene Akai-Veteranen als auch totale Anfänger extrem zugänglich – ein idealer…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

AudioPilz bringt’s auf den Punkt: Das ist kein Profi-Studiozentrum, aber für Einsteiger oder Vielreisende ein super Weg, MPC-Flavour ins Setup zu bringen. Der Workflow ist so simpel, dass es schon wieder erfrischend ist, und wer Ideen im Zug oder Hotelzimmer jammen will, ist hier richtig. Alte Akai-Hasen werden meckern, aber selbst die finden einen weichen Punkt für diesen Taschen-Sidekick.

Sehen, hören, lieben (oder hassen)

Ehrlich: Man kann darüber lesen, aber nichts geht über das Hören des MPC Sample in Aktion. AudioPilz haut im Video mehrere Jams raus – House, Downtempo, Synthwave – und zeigt damit Stärken und Macken der Kiste. Ob die Limitierungen Dealbreaker sind oder einfach Teil des Spaßes, merkt man erst, wenn man selbst zuschaut (und zuhört). Kein Magazin-Rant fängt den Vibe dieses knusprigen, lo-fi Grooves komplett ein.


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