AudioPilz vs. Massive X: Großer Flop oder geheime Waffe?

4. Juli 2026

JET

AudioPilz vs. Massive X: Großer Flop oder geheime Waffe?

AudioPilz, der König des Synth-Sarkasmus, nimmt Native Instruments’ Massive X in Bad Gear auseinander. Gehört das Plugin in dein Setup oder direkt in den digitalen Müll? Wir schauen uns die fragwürdigsten Entscheidungen, halbgaren Features und versehentlichen Glanzmomente an. Hier gibt’s keine höfliche Produktdemo, sondern einen Synth-Roast mit echtem Mehrwert.

Massive X – Ein Flop mit Ansage

AudioPilz legt direkt los und behandelt Native Instruments’ Massive X wie ein abschreckendes Beispiel für jede Marke, die den Faden verloren hat. Mit seiner typischen Mischung aus Sarkasmus und technischem Biss bezeichnet er es als Plugin, das man nur anfasst, wenn man muss – wie das Putzen der Kneipentoilette am Sonntagmorgen. Das Original-Massive wird als bahnbrechend beschrieben, während Massive X im digitalen Schatten schmort, verflucht durch fehlende Abwärtskompatibilität und das Gefühl, ein Downgrade zum großen Bruder zu sein.

Schon zu Beginn ist klar: Beliebtheitspreise gewinnt dieses Plugin nicht. AudioPilz teilt ordentlich aus für die Reduzierung der Unisono-Stimmen, die geschrumpfte Filtersektion und das generelle Verhunzen dessen, was Massive einst so massiv gemacht hat. Das ist, als würde eine Band ein neues Album mit der Hälfte der Instrumente und einem Haufen gebrochener Versprechen veröffentlichen. Die Warnung ist klar: Aufpassen, sonst landet das einstige Flaggschiff als weiteres Staubfänger-Trophäe im inMusic-Friedhof.

Dieses Plugin von 2019 ist ein abschreckendes Beispiel für Musiktechnologie-Marken, wie man es nicht machen sollte, wenn man nicht als…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Oszillator-Kuriositäten und Filter-Fehltritte

Wenn AudioPilz die Oszillator-Sektion auseinander nimmt, ist das wie das Wühlen in einer Kiste mit fragwürdigen Kassetten auf dem Flohmarkt. Klar, man kann bis zu drei zusätzliche Oszillatoren stapeln und so eine Wand aus Sound bauen, aber Wavetable-Import? Fehlanzeige. Native Instruments versucht das mit einer Menge Presets zu kaschieren, aber das ist wie ein Pflaster auf einem gerissenen Lautsprecher.

Die Noise-Generatoren sind immerhin offen für eigenes Material, und die analogen Filter (inklusive Moog-Imitat) klingen gar nicht schlecht. Insgesamt wirkt Massive X aber wie ein Sammelsurium an Features, die irgendwie zusammengeworfen wurden, ohne je die Magie oder Bedienbarkeit des Originals zu erreichen. AudioPilz mag den Comb-Filter, aber selbst das reicht nicht, um das Synth-Gefühl von Flickwerk zu vertreiben.


Glitches, Gimmicks und versehentliches Gold

Macht das übliche Ringmod- und Wavefolding-Ding und fügt die besagten Oszillatoren hinzu.

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Massive X bietet tatsächlich ein paar unerwartete Highlights in den Noise- und FX-Sektionen – vorausgesetzt, man kämpft sich durch das Chaos. AudioPilz hebt die Möglichkeiten zur totalen Klangzerstörung hervor: Insert-FX, Feedback-Loops, alles dabei. Es ist, als würde man einer Punkband ein Modularsystem geben und sagen: Macht kaputt, was euch kaputt macht – und manchmal funktioniert dieses Chaos sogar.

Trotzdem ist der Workflow sperrig, und das fehlende visuelle Feedback fühlt sich an, als würde man im Dunkeln mixen. Die Animations- und Modulations-Tools sind futuristisch, aber irgendwas damit zu machen, ist mehr Mutprobe als Vergnügen. Wie das klingt? Das muss man im Video erleben – Worte können das herrliche Durcheinander kaum beschreiben, das entsteht, wenn man das Plugin an seine Grenzen bringt.

Fazit: Geheimtipp oder Gag?

Am Ende zieht AudioPilz sein Fazit mit gewohnt trockenem Humor. Massive X kam Jahre zu spät und hat den Anschluss verpasst, während Konkurrenten wie Serum und Pigments längst neue Maßstäbe gesetzt haben. Klanglich hebt sich Massive X ab – AudioPilz gibt sogar zu, ihn manchen teuren Digital-Hardware-Synths vorzuziehen – aber Funktionsumfang und Bedienbarkeit hinken hinterher.

Irgendwie hat Massive X einen seltsamen Charme, wie ein vergessenes Bier am Ende einer langen Nacht. Vielleicht ein Geheimtipp, vielleicht nur eine Fußnote der Synth-Geschichte – langweilig ist es jedenfalls nicht. Und wenn man ehrlich ist: Die größten Flops machen oft am meisten Spaß. Wer das volle Bild will, sollte sich das Video und das Klangchaos selbst geben.

Der Nachfolger kam etwa fünf Jahre zu spät und kann bis heute nicht mit anderen Top-Synths wie Serum oder Pigments mithalten – zumindest…

© Screenshot/Zitat: Audiopilz (YouTube)

Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/audiopilz-vs-massive-x-a-proper-flop-or-secret-weapon/
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