Wenn MusicRadar Tech mit O’Flynn im Studio sitzt, gibt’s keine sterile Preset-Parade. Der Londoner Producer wirft sein Modular-Setup an und lässt Fehler und Zufälle den Sound formen. Der Arturia Beatstep spielt die Hauptrolle, aber die eigentliche Magie entsteht durch O’Flynns ständiges Herumprobieren – Vocals rippen, Arps verbiegen, Granular-Chaos draufklatschen, bis der Groove zurückschlägt. Wer glaubt, man braucht ein Raumschiff voller Gear, um Dance-Mucke zum Knallen zu bringen, wird hier eines Besseren belehrt. Hacks, Eigenheiten und die Erinnerung: Schlechte Ideen sind oft nur einen Klick vom Hit entfernt.

18. Juli 2026
SPARKY
O’Flynn’s Klang-Akrobatik: MusicRadar Tech macht’s dreckig mit Modular und Beatstep
Arturia Beatstep, Hologram Electronics Microcosm, Korg Kaoss Pad, Make Noise Morphagene, Mutable Instruments Plaits
Chaos ist Feature, kein Bug
O’Flynn verschwendet keine Zeit mit Lehrbuch-Tutorials – er wirft dich direkt ins kalte Wasser seines kreativen Workflows. Sein Ansatz ist angenehm chaotisch: Mit einer halbgaren Idee starten, ein geklautes Vocal reinwerfen und den Groove mutieren lassen. Hier dürfen die Kanten ruhig scharf bleiben, denn genau da lauert das Gold.
Experimentieren ist das A und O. Statt jede Note zu zerdenken, setzt O’Flynn auf glückliche Zufälle und lässt den Prozess die Musik steuern – nicht umgekehrt. Wer auf saubere, nach Zahlen gemalte Beats steht, ist hier falsch: Es geht um Energie, nicht Perfektion. Der Workflow ist schnell, flüssig und vor allem nie zimperlich. So entstehen Dancefloor-Waffen.
Beatstep: Dein günstiges Ticket ins Modular-Chaos
Der Arturia Beatstep bekommt eine fette, fettige Lobeshymne. O’Flynn nennt ihn ein Killer-Tool für alle – egal ob blutiger Anfänger oder Modular-Veteran. Einfach an Ableton stöpseln, Pads drücken und schon sequenzierst du Kicks und Hats wie ein Profi. Der Swing und die Direktheit machen den Beatstep eher zur Straßenwaffe als zum Sequencer. Laut O’Flynn fühlt er sich im Modular-Rig genauso wohl wie als MIDI-Schleuder in der DAW – das Schweizer Taschenmesser im Rave-Bunker.

"Wenn du mit Produktion anfängst, ist das so ein gutes Gerät, weil es so gut mit Ableton funktioniert."
© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)
Von langweiligen Loops zu granularer Eskalation

"Irgendwie schönes, granuläres Zeug."
© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)
O’Flynn gibt sich nicht mit leblosen Loops zufrieden. Er nimmt etwas Simples – Drumloop, Arp aufwärts – und jagt es durch eine Effekt-Hölle, bis es Charakter hat. Sobald das Make Noise Morphagene ins Spiel kommt, wird’s wild: Arps werden zerhackt, gestreckt, zu granularen Wolken verdreht – aus Durchschnitt wird Magie. Dann noch das Hologram Microcosm dazu, und plötzlich kollabiert der Raum: Fette Reverbs und glitchige Texturen machen aus Basic-Patterns etwas völlig Eigenes.
Hier glänzt das Video wirklich, Text kann das Chaos kaum einfangen. Man muss hören, wie Granularmodul und Pedale den Sound verdrehen – eben noch Techno, im nächsten Moment psychedelischer Nebel. O’Flynns Setup zeigt: Mit den richtigen FX-Pedalen und etwas Modular-Wahnsinn wird selbst der langweiligste Loop zum Brett.
Feiere die falschen Noten
Die wichtigste Lektion: Keine Angst vor Peinlichkeiten. O’Flynn sagt’s direkt – schlecht zu sein gehört dazu. Aus einer schrägen Idee kann mit ein paar Tweaks und Effekten schnell ein Banger werden. Hauptsache, du bleibst dran, klickst weiter und lässt die Zufälle zu. Genau da steckt die Magie – kein Scham, nur Experiment. In einer Welt voller Perfektionismus ist diese Haltung pures Gold.

"Eine Idee kann mit ein paar Klicks sehr schnell von schlecht zu richtig gut werden."
© Screenshot/Zitat: Musicradartech (YouTube)
Weniger Gear, mehr Dreck
O’Flynns Setup ist kompakt und fokussiert – du brauchst keine Wand aus blinkenden Lichtern, um Krach zu machen. Die Limitierung ist kein Nachteil, sondern eine Geheimwaffe. Wer weiß, was sein Gear kann, verliert sich nicht im Modular-Kaninchenbau, sondern hält die Energie in der Musik. Für alle Gear-Sammler: Manchmal ist Einschränkung der ultimative Kreativ-Hack. Schau das Video, wenn du sehen willst, wie die Maschinen wirklich zum Leben erwachen – Text kann das Grinsen nicht beschreiben, wenn das Chaos endlich groovt.
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