Sam Gutman vs. Yamaha Montage: Der Workstation-Roast, den wir gebraucht haben

2. April 2026

SPARKY

Sam Gutman vs. Yamaha Montage: Der Workstation-Roast, den wir gebraucht haben

Sam Gutman, der Pädagoge mit Tour-Erfahrung und scharfer Zunge, nimmt die Yamaha Montage in einem Video auseinander, das genauso viel Synth-Therapie wie Stand-up-Roast ist. Wenn du je auf eine Flaggschiff-Workstation geschaut und gedacht hast: „Warum klingt das, als hätte ein Drucker aus 2004 ein Kind mit GarageBand gezeugt?“, bist du hier genau richtig. Sams Mischung aus schonungsloser Ehrlichkeit und frechen Redesigns lässt dich hinterfragen, warum dein eigenes Setup nicht längst im Tiger-Look daherkommt und mit Spitfire-Chören geladen ist. Wer eine gnadenlose, urkomische Kritik an Montages Design-Sünden, Workflow-Fehlern und Sound-Patzern sucht, sollte sich anschnallen.

Office-Printer-Chic und Mittelmaß en masse

Sam Gutman startet direkt mit einem langen, kritischen Blick auf die Yamaha Montage – und das ist kein verliebter Blick. Die Montage sieht laut Sam aus wie ein Drucker aus dem Jahr 2004, was ungefähr so inspirierend ist wie ein graues Großraumbüro. Sam hat darauf keine Lust und wirft mit wilden Vorschlägen wie Tiger-Look und Game-Boy-Color-Gehäuse um sich – ein klarer Seitenhieb auf Yamahas Design-Team. Ein Flaggschiff-Synth, der aussieht, als gehöre er in die Buchhaltung und nicht in den Rave-Bunker.

Aber das eigentliche Problem ist nicht nur das Aussehen. Sam nimmt sich das Sound-Set vor, das eher auf Quantität als auf Qualität setzt. Klar, es gibt tausend Sounds, aber wenn die meisten davon „höchstens GarageBand-Niveau“ sind, was soll das bringen? Die Montage glänzt mit komplexen digitalen Synth-Patches, aber der Rest? Laut Sam nur Füllmaterial, kein Killer-Stuff. Er träumt von einer Welt, in der jeder Patch knallt – nicht nur ein paar wenige. Wer wissen will, welche Sounds seine radikale Auslese überleben, sollte das Video schauen – allein der Jazz-Scat ist es wert.

Was bringt alles, wenn das meiste mittelmäßig ist?

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Pianos und Rhodes: Die große Enttäuschung

Wenn zwei Sounds in einem Keyboard gut sein müssen, dann diese beiden.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Bei Workstation-Keyboards sollten Piano- und Rhodes-Sounds das Highlight sein, nicht der peinliche Opener auf einer Schulparty. Sams Urteil? Die Montage versagt hier auf ganzer Linie. Er gibt zu, dass er früher sich selbst die Schuld für die schwachen Sounds gab, aber nachdem er einen Profi daran scheitern sah, wurde ihm klar: Es liegt nicht an ihm – es sind die Samples. Wenn Yamaha diese beiden Grundsounds nicht hinkriegt, wie soll dann der Rest überzeugen? Sams Lösung: Alles rauswerfen und die Top-Sounds aus Kontakt reinholen. Hart, aber gerecht – und alle Key-Fans werden zustimmen.

Upgrades, Arpeggiatoren und Klangträume

Sam will nicht nur meckern – er hat auch Lösungen. Erstmal gibt er Yamaha Props für das clevere Preset-Management, dann folgt direkt die nächste Breitseite. Die Category-Buttons? Überflüssig. Lieber hätte er eine Lavalampe oder eine Popcornmaschine auf dem Panel als noch einen sinnlosen Knopf. Klingt witzig, trifft aber den Punkt: weniger Krempel, mehr Spaß.

Der wahre Bösewicht ist aber der Arpeggiator der Montage. Sams Rant ist legendär – er nennt ihn eine Abscheulichkeit und meint, Yamaha sollte für diese Workflow-Sünde vor Gericht. Statt der intuitiven Arp-Steuerung, die wir uns alle wünschen, gibt’s ein Labyrinth aus Menüs und eine Bank voller nutzloser Riffs. Seine Lösung? Raus damit und den Arpeggiator aus Omnisphere rein. Und damit nicht genug: Er will die besten Analogsounds von Arturia, Orchester-Magie von Audio Modeling und Chöre von Spitfire. Eine Fantasie-Workstation – aber wer würde die nicht spielen wollen?

Man könnte keinen weniger intuitiven Workflow erfinden, selbst wenn das Leben davon abhinge.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Workflow-Wahnsinn und Feature-Overkill

So viele dieser Spielereien verstopfen einfach nur den Workflow.

© Screenshot/Zitat: Samgutman (YouTube)

Sam hat genug von Features, die auf dem Papier gut klingen, aber in der Praxis Lust auf Fensterwurf machen. Polyphoner Aftertouch? Nette Idee, aber wenn man nicht gerade MPE auf einer Hochzeit spielt, ist das nur weiterer Ballast. Lieber hätte er ein Roli Seaboard oder ein Expressive E Osmose-Keyboard – ganz oder gar nicht.

Auch der Song-Modus fliegt raus. Sam kann nicht nachvollziehen, warum jemand eine halbherzige DAW im Synth braucht, vor allem wenn sie weniger kann als GarageBand. Und von den unfreiwilligen Backing-Tracks, die beim Patch-Ausprobieren plötzlich losgehen, will er gar nicht erst anfangen. Die Botschaft ist klar: Weniger Ballast, mehr Spielfreude – und bitte keinen Workflow, der wie eine Strafe wirkt. Wer den vollen Frust (und ein paar urkomische Alternativen) erleben will, sollte sich das Video nicht entgehen lassen.

Montage 2.0: Die Traum-Maschine

Sam schließt mit einer augenzwinkernden Vision für die Montage der Zukunft – ein Game Boy Color Purple Cybertruck-Hybrid mit doppeltem Seaboard- und Osmose-Keyboard, nur mit den besten Sounds und ohne unnötigen Schnickschnack. Ein Synth-Fiebertraum, der einen fragen lässt: Warum sich mit einem Schweizer Taschenmesser zufriedengeben, wenn man eine echte Klangwaffe haben kann? Sams Vision ist mutig, frech und vielleicht genau das, was die Workstation-Welt braucht. Wer sehen will, wie eine wirklich nutzerorientierte Montage aussehen könnte, sollte das Finale dieses Videos nicht verpassen.


Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/sam-gutman-vs-yamaha-montage-the-workstation-roast-we-needed/
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