Shinedowns Klangarsenal: Sweetwater im Rave-Bunker-Modus

15. Jänner 2026

SPARKY

Shinedowns Klangarsenal: Sweetwater im Rave-Bunker-Modus

Sweetwaters neueste Rig-Tour ist ein Backstage-Pass zu Shinedowns unermüdlicher Evolution, bei der Genregrenzen zertrampelt und Gear auf Händen getragen wird. Vergiss die üblichen höflichen Pedalboard-Walkthroughs – hier gibt’s einen Deep Dive in die Einflüsse, das Songwriting-Chaos und die Tech-Setups der Band, die selbst NASA-Ingenieure ins Schwitzen bringen würden. Zach Myers’ Gitarrensammlung ist eine wilde Fahrt, Barry Kerchs Drum-Rig eine Festung, und die Ehrlichkeit der Band über ihr Vermächtnis ist so roh wie selten. Wer glaubt, schon mal ein Rig-Rundown gesehen zu haben, wird hier eines Besseren belehrt: Attitüde, Sprüche und genug Gear für eine kleine Klangrevolution.

Roots, Riffs & Rave-Bunker-Ursprünge

Shinedown werfen nicht einfach nur mit Einflüssen um sich – sie schleppen sie auf die Bühne und setzen sie in Brand. Der Sound der Band ist ein Frankenstein-Monster aus Blues, Soul, Thrash Metal, britischem Punk und einer Wundertüte aus 90er-Alternative-Rock. Brent Smith und Zach Myers machen klar: Ihre musikalische DNA ist ein herrliches Chaos, von Otis Redding bis Thin Lizzy, Mötley Crüe bis Genesis und eine gesunde Portion von allem, was gerade im Radio läuft. Genre-Snobismus? Fehlanzeige – hier zählt nur, was knallt.

Das Wilde daran: Diese Einflüsse werden nicht verwässert, sondern als Waffe eingesetzt. Shinedowns Ansatz ist, die Palette breit zu halten und die Regeln locker – alles darf in die Tracks einfließen. Das Ergebnis? Eine Band, die sich weigert, wie irgendjemand anderes zu klingen, und ein Katalog, so unberechenbar wie eine Synth-Jam nach Mitternacht. Wer auf eine saubere Genre-Schublade hofft, kann’s vergessen – diese Jungs zerschmettern Kisten zum Spaß.

Hell or hot water, this is the plan.

© Screenshot/Zitat: Sweetwater (YouTube)

Songwriting: Chaos, Spontanität und Studio-Alchemie

It changes every time and I think that's what we kind of like about it.

© Screenshot/Zitat: Sweetwater (YouTube)

Der Songwriting-Prozess der Band ist weniger Komitee, mehr kontrolliertes Chaos. Formeln? Fehlanzeige – Shinedown leben von Spontanität, Ideen entstehen aus Riffs, Titeln oder einem dahingeworfenen Summen. Mal ist es ein kompletter Song, mal nur ein Lick. Die einzige Regel: Wenn’s langweilig wird, fliegt’s raus. So bleibt die Band frisch und wird nicht zur Nostalgie-Nummer.

Eric Bass ist nicht nur Bassist, sondern auch Studio-Zauberer – er hat die letzten beiden Alben engineered und produziert. Diese Doppelrolle erlaubt es der Band, blitzschnell zwischen Kreativmodus und Technik zu wechseln. Die meisten Tracks starten simpel – Akustikgitarre oder Piano, selbst die harten Nummern – und werden dann im Studio zum Monster. Das Geheimnis ist das Vertrauen und die unausgesprochene Sprache, die sich über Jahre entwickelt hat. Und wenn Studio- und Live-Maschine gleichzeitig laufen, entsteht die seltene Energie, bei der Songs schon für die Bühne geboren werden. Wer die volle Alchemie will, muss das Video schauen – vieles lässt sich nicht in Text pressen.

Zach Myers’ Gitarren-Rig: Street-Weapon-Edition

Zach Myers’ Rig ist nicht einfach eine Sammlung – es ist ein Museum des Wahnsinns. PRS-Customs, eine ‘59er Strat, Shade-Top-Akustiks und sogar eine pinke Silver Sky, die fast einen Instagram-Krieg ausgelöst hätte. Jede Gitarre hat eine Story, einen Spitznamen und ein eigenes Tuning für jede Stimmung. Es gibt einen John DeLong (ja, wirklich), eine von Joshua Videz handbemalte Sketch und eine Leprechaun Green PRS, die praktisch aus Einhornstaub besteht. Gitarren-Nerds kommen hier voll auf ihre Kosten.

Aber der eigentliche Rave-Bunker-Zauber passiert im Rack: Shure Axient Wireless, Radial JX-44 Switcher, Axe FX 3, Synergy-Endstufen, Rivera Silent Sister ISO-Cabs und ein Pedalboard-Setup, das eine Kleinstadt versorgen könnte. Für die Synth-Fans gibt’s sogar ein Yamaha Motif Rack. Das Rig ist ein analog-digitales Hybrid-Biest, getaktet und synchronisiert wie eine Berliner Warehouse-Party. Und falls Zach mal von Pyro abgefackelt wird, ist Tech Drew bereit, on-the-fly umzuschalten. Wer’s ganz genau wissen will: Im Video gibt’s Pedalboard-Close-ups und genug Sprüche für ein Grinsen bis zum Schluss.

We are a hybrid analog digital rig.

© Screenshot/Zitat: Sweetwater (YouTube)

Barry Kerchs Drum-Festung: Trigger, Technik & Custom-Snares

Barry Kerchs Drum-Setup ist weniger Kit, mehr Festung. Pearl Music City Custom Shells, eine Signature-Snare, limitiert auf 25 Stück, und genug Holzarten, um einen Förster zu verwirren. Sabian Stratus Crashes, HHX Groove Hats und ein Roland Pad/SPD-SX für 808s und Tambourines – das ist ein Kit für den modernen Krieg.

Trigger überall: Roland an Snare und Kick, Stick-ons an den Toms, meist für Gates und Tightness. Honest Abe Custom Drums hat seinen Tisch gebaut, dazu gibt’s Demon XR Pedale, Dragonfly Beater, Pro Mark Sticks und Evans Felle. Die Technik ist kein Show-Gimmick, sondern sorgt dafür, dass das Live-Set durchschlägt – mit Samples und Gates für jede Venue. Wer die Festung in Aktion sehen will, sollte ins Video reinschauen.


Vermächtnis, Ehrlichkeit und niemals Stillstand

You have to make music honestly. You have to say the honest thing. You have to sing the honest thing.

© Screenshot/Zitat: Sweetwater (YouTube)

Shinedown machen keine Nostalgie – sie stehen für Ehrlichkeit und Hustle. Die Band spricht darüber, nie auf ihren Lorbeeren auszuruhen, immer den nächsten Berg zu suchen und keine Zeile zu singen, an die sie nicht glaubt. Vermächtnis bedeutet nicht Vergangenheit, sondern das, was du hinterlässt – und wie du deine Kollegen auf dem Weg mitziehst. In einer Branche voller Hype ist ihr Rat simpel: Bleib ehrlich, kletter weiter und tu nie so, als wärst du angekommen. So überlebt man in der unsterblichen Industrie.

Übersetzt aus dem Englischen. Den Originalbeitrag findest du hier: https://synthmagazine.com/shinedowns-sonic-arsenal-sweetwater-goes-full-rave-bunker/
Zum YouTube Video:


Zum YouTube Video: