Make Noise 0-Coast ACID: Squelch ohne Filter

2. Juli 2026

MILES

Make Noise 0-Coast ACID: Squelch ohne Filter

Make Noise, bekannt für ihren unkonventionellen Ansatz in der Modularsynthese, stellt den 0-Coast in den Mittelpunkt dieses acid-inspirierten Patch-Guides. Das Video zeigt, wie man mit kreativen Patchings, Slope-Cycling und cleverem Signal-Mixing einen Acid-Squelch ganz ohne Filter erzeugt. Es gibt sachliche Patch-Tipps, Voltage Maths und die Erinnerung, dass Experimentierfreude das Herzstück des 0-Coast ist. Wer aus seinem Semi-Modular maximale Resonanz und Charakter herausholen will, sollte reinschauen.

Acid ohne Filter: Der unkonventionelle Ansatz des 0-Coast

Der Make Noise 0-Coast wird hier als Chamäleon unter den Synthesizern präsentiert, das die klassische Acid-Formel umgeht und ohne herkömmlichen Filter dennoch resonante, quäkende Sounds erzeugt. Das Video beginnt mit dem Hinweis auf die Herausforderung: Der 0-Coast besitzt keine eigene Filtersektion, doch genau diese Einschränkung wird zum Nährboden für Patch-Kreativität.

Statt auf einen festen Signalweg zu setzen, nutzt das Patch kreative Signalführung und das Zusammenspiel der Module. Es geht weniger darum, die Vergangenheit zu kopieren, sondern vielmehr darum, wie sich die Bausteine des 0-Coast neu kombinieren lassen, um Acid-Klänge zu formen. Eine Einladung, neu zu denken, was einen Acid-Patch ausmacht, und das Instrument als modulares Labor statt als vorgefertigte Bassline-Box zu begreifen.

Dieser Synthesizer hat keinen Filter, aber mit etwas Kreativität kommen wir ziemlich nah heran.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Slope als Oszillator: Hard Sync und mehr

Dadurch wird Slope auf die Frequenz des Oszillators zurückgesetzt und erzeugt die klassischen Hard-Sync-Sounds, die wir alle kennen und…

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Im Zentrum des Patches steht die Slope-Sektion, die auf Audio-Rate in den Cycle-Modus versetzt wird und so als zweiter Oszillator fungiert. Mit minimalen Rise- und Fallzeiten und passender Kurvenform wird Slope zu einer flexiblen Klangquelle, die sich mit dem Hauptoszillator mischen oder gegen ihn modulieren lässt.

Der eigentliche Trick: Der Square-Ausgang des Hauptoszillators wird in den Trig-Eingang der Slope-Sektion gepatcht, wodurch diese auf die Masterfrequenz hart synchronisiert wird. So entstehen die bissigen, obertonreichen Klänge, die Acid ausmachen. Durch Modulation von Rise und Fall – manuell oder per CV – entstehen bewegliche Resonanzspitzen, die Filterfahrten nachahmen und gleichzeitig unvorhersehbare harmonische Bewegungen ermöglichen.

Signale mischen: Voltage Maths für Acid-Charakter

Mit Slope und Hauptoszillator im Spiel folgt das Mischen ihrer Ausgänge für maximalen Squelch. Voltage Maths dient als Summierer: Der Triangle-Ausgang geht auf einen Kanal, der Slope-Ausgang auf den anderen. Über die Attenuverter lässt sich der Anteil des Sync-Bisses am Grundton feinjustieren – von subtiler Bewegung bis zum vollen Acid-Growl.

Noch mehr klangliche Komplexität entsteht durch Modulation der Slope-Zeitbasis via Contour-Sektion. Gates und Zufallsspannungen werden in Contour und Slope gepatcht, wodurch sich Resonanzen und rhythmische Akzente entwickeln. Der Workflow im Video ist weniger das klassische Step-Sequencing einer Bassline, sondern spannungsgesteuertes Klangformen – ganz im Sinne des experimentellen Make Noise-Ansatzes.


Performance und Prozess: Resonanz durch Experiment

Das Patch gipfelt in einer Live-Performance, die zeigt, wie resonant und lebendig der 0-Coast mit der richtigen Modulation werden kann. Das Ergebnis ist eindeutig acid-inspiriert, aber nicht an die üblichen Genregrenzen gebunden – es gibt keinen Filter, aber Resonanz und Squelch entstehen rein durch Signalinteraktion und Spannungskontrolle.

Die abschließende Botschaft: Jeder Patch ist nur ein Ausgangspunkt. Das Video liefert keine feste Formel, sondern lädt zum Weiterexperimentieren ein – mit der Erinnerung, dass gerade der Patch-Prozess, das Ausprobieren und Entdecken, das Modularsystem so reizvoll macht. Ein passendes Fazit für den 0-Coast und die Acid-Tradition: Genre als Prozess, nicht als Preset.

Wie bei jedem Patch ist dies nur ein Ausgangspunkt. Mach daraus dein eigenes Ding.

© Screenshot/Zitat: Maken0Isemusic (YouTube)

Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch. Du findest ihn hier: https://synthmagazine.com/make-noise-0-coast-acid-squelch-without-a-filter/
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